Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Geldbeutel. Eine Studie kommt zu dem Schluss: Ungerechte Bezahlung erhöht das Risiko für Stresserkrankungen wie Depressionen, Herzprobleme und Bluthochdruck.

Mit dem Eindruck, ungerecht bezahlt zu werden, steigt das Risiko für Stresserkrankungen. Das hat eine Studie der Hochschule Ravensburg-Weingarten ergeben. Wegen des sogenannten Gender-Pay-Gaps, der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, sind vor allem Frauen betroffen.

Ungerechte Behandlung führt zu einer psychologischen Belastung – so die These der Forscher. Doch welche Auswirkungen hat diese Belastung auf die Gesundheit? Dieser Fragestellung gingen sie in einer Untersuchung in Rahmen der Langzeitstudie SOEP (Sozio-oekonomisches Panel) nach.

Vor allem Vollzeitbeschäftigte betroffen

Für ihre Erkenntnisse analysierten die Experten die Daten von 5.657 Erwerbstätigen aus den Jahren 2005 bis 2013. Die Männer und Frauen wurden innerhalb dieses Zeitraums immer wieder befragt, welche Einkommenshöhe sie als gerecht empfinden würden.

Gleichzeitig hielten die Forscher fest, ob die Testpersonen unter stressassoziierten Erkrankungen wie Depressionen, Diabetes mellitus, Asthma, Bluthochdruck oder Herzproblemen litten.

Das Ergebnis der in der Fachzeitschrift "Das Gesundheitswesen" veröffentlichten Untersuchung scheint ziemlich eindeutig: Bei Frauen ist das Risiko einer Stresserkrankung durch ungerecht wahrgenommene Löhne stark erhöht. Vor allem Vollzeitbeschäftigte sind davon betroffen.

Selbst wenn Frauen im Laufe der Studie nur einmal angaben, ihr Gehalt als ungerecht zu bewerten, war die Wahrscheinlichkeit einer stressassoziierten Diagnose "signifikant" höher, als bei Männern.   © 1&1 Mail & Media / CF