Fieber kann leichte bis schwere Krankheiten indizieren und tritt bei fast allen Infektionen und Entzündungen auf. Es ist eine natürliche Abwehrreaktion: Unliebsamen Gästen wie Bakterien und Viren wird Feuer unterm Hintern gemacht, damit sie durch die Hitze eingehen. Wir erklären Ihnen, wie und womit man die Temperatur am besten misst, wann man von Fieber spricht und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte.

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Unsere Körpertemperatur wird über einen inneren Thermostat gesteuert und hängt von äußeren wie inneren Faktoren ab. Normalerweise haben wir eine Kerntemperatur von 36 bis 37 Grad.

Frühmorgens ist sie etwas niedriger als abends; bei körperlicher Aktivität, bei Stress oder schwerer Kost kann sie leicht nach oben ausschlagen und bei Frauen erhöht sich die Temperatur kurze Zeit nach dem Eisprung um circa 0,5 Grad Celsius. Auch Säuglinge sind um 0,5 Grad Celsius wärmer als Kleinkinder und Erwachsene.

Fieber: Der Körper heizt ein

Über sogenannte Pyrogene (aus dem Griechischen pyr = Fieber, gennan = erzeugen) - die auch extern über Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze aktiviert werden können - wird der Sollwert über unser Temperaturzentrum nach oben reguliert.

Für die Erhöhung der Temperatur von 37 auf beispielsweise 40 Grad Celsius muss der Körper viel leisten: Unsere Muskeln fangen an zu zittern und wir bekommen Schüttelfrost; die Haut wird kühl und trocken, weil das Schwitzen blockiert wird, um die Wärmeabgabe zu blockieren. Das kostet alles Kraft, weshalb der Energiebedarf um 20 Prozent steigt.

Wann ist es Fieber?

Ein Wert zwischen 37,5 und 38 Grad Celsius wird laut "Stiftung Gesundheitswissen" als erhöhte Temperatur bezeichnet. Bei einer Temperatur höher als 38 Grad spricht man von leichtem bis mäßigem Fieber. Steigt die Temperatur auf mehr als 39 bis 41 Grad Celsius, hat der Betroffene hohes Fieber. Extrem hohes Fieber liegt vor, wenn eine Körpertemperatur von mehr als 41 Grad Celsius gemessen wird.

Den Arzt konsultieren

Steigt die Temperatur stetig und schnell an? Pendelt sie sich auf einem Niveau ein? Treten Fieberschübe auf und wann? Beobachten Sie den Fieberverlauf, anstatt sich an einem Messwert zu orientieren. Gehen Sie vorsichtshalber zum Arzt, wenn ...

  • ... Sie mehr als zwei Tage fiebern.
  • ... Sie konstant hohes Fieber über 39,5 Grad Celsius haben.
  • ... das Fieber phasenweise an- oder abschwillt.

Besonders kritisch wird es, wenn Schwindel und Bewusstseinstrübungen hinzukommen, man sich körperlich sehr geschwächt fühlt oder das Herz- Kreislaufsystem stark strapaziert wird.

Wie und womit messe ich verlässlich?

Ob digital, aus Glas oder via Sensor - mit einem Thermometer lässt sich die Temperatur zuverlässig bestimmen. Digitale Thermometer sind unkompliziert zu verwenden. Thermometer aus Glas können brechen, weswegen der Einsatz bei Kindern nur bedingt zu empfehlen ist.

Mit Infrarotthermometern erhalten Sie das Ergebnis der Messung auf der Stirn oder im Ohr innerhalb weniger Sekunden, wofür allerdings ein wenig Übung nötig ist.

Die Körperkerntemperatur misst man am genausten rektal, also im Po, da man nah an der Körpermitte ist. Wer im Mund oder unter den Achseln misst, sollte circa 0,5 Grad Celsius auf den Messwert hinzurechnen und fünf bis acht Minuten messen.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Vor dem Fiebermessen sollte Ihr Kind weder wild getobt noch sich aufgeregt haben oder sehr warm angezogen sein. All das kann die Temperatur beeinflussen. Wenn Ihr Kind fiebert, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren. Denn Fieber gehört zu den häufigsten Krankheitssymptomen im Kindesalter.

Dokumentieren Sie Verlauf und Dauer des Fiebers: Seit wann und wie hoch ist das Fieber? Gibt es tageszeitliche Veränderungen? Hat das Kind weitere Symptome? Gehen Sie mit Ihrem Kind zum Kinderarzt, wenn ...

  • ... es mehr als 39,5 Grad Celsius Fieber hat.
  • ... das Fieber länger als zwei Tage anhält.
  • ... der Zustand sich rasch verschlechtert und etwa Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Ausschlag, Atemnot oder Benommenheit auftreten.
  • ... Fieberkrämpfe auftreten.

Drei praktikable Hausmittel bei Fieber

  • Der Körper läuft bei Fieber auf Hochtouren. Drücken Sie den Pausenknopf und gönnen Sie sich Ruhe.
  • Bei hohem und anhaltendem Fieber trocknet man leicht aus. Auch beim Schwitzen verliert man jede Menge Flüssigkeit. Trinken Sie daher viel!
  • Wadenwickel sind ein beliebtes fiebersenkendes Mittel. Befeuchten Sie zwei Tücher mit lauwarmem Wasser und schlingen Sie diese um die Unterschenkel. Wickeln Sie ein trockenes Tuch darüber. Wechseln Sie nach einer Stunde und wiederholen Sie die Wickel bei gutem Ergebnis mehrmals.

Aber Achtung: Wadenwickel sollte man nicht anwenden, wenn Füße oder Beine kalt sind, man fröstelt oder gar Schüttelfrost hat. Auch bei Harnwegsinfektionen wie einer Blasenentzündung sind Wadenwickel nicht zu empfehlen.

Kurzum: Geraten Sie bei Fieber nicht in Panik. Die erhöhte Temperatur ist Teil der Abwehrreaktion des Körpers. Meist ist nicht Fieber das Problem, sondern eine dahinterliegende Krankheit.

Verwendete Quellen:

  • Stiftung-Gesundheitswissen.de: Fieber Hintergrund
  • Aerzteblatt.de: Das fiebernde Kind: Diagnostisches Vorgehen und Behandlung
  • Pschyrembel.de: Fieber
  • Aponet.de: Fieber ist keine Krankheit
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