Wer gerne Yoga macht, hat den großen Vorteil, selbst entscheiden zu können, wann und wo. Aber zu welcher Tageszeit ist es eigentlich am sinnvollsten, Yoga zu machen? Tatsächlich hat jede Tageszeit ihre Vor- und Nachteile.

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Manche können Yoga gut in ihre Morgenroutine integrieren, um mit Schwung in den Tag zu starten, andere können durch Yoga am Abend besser abschalten und schlafen. Dabei kommt es auch nicht darauf an, besonders lange Yoga zu machen - auch fünf Minuten reichen manchmal aus.

Yoga am Morgen

Die Morgenstunden sind für Yoga sehr gut geeignet. Es schwirren noch nicht viele Gedanken im Kopf, der Körper und der Geist sind noch frisch und ausgeruht. Die Konzentration auf die Atmung und die Übungen fällt leichter, und wer entspannt in den Tag startet, minimiert das Risiko, schnell gestresst auf unvorhergesehene Alltagssituationen zu reagieren.

Außerdem ist Yoga am Morgen gut für den Körper. So wird der Kreislauf in Schwung gebracht und Verdauungsprozesse in Gang gesetzt. Einem schwungvollen Start in den Tag steht so nichts mehr im Wege. Außerdem ist es ratsam, Yoga mit nüchternem Magen zu machen, da manche Übungen sonst zu Übelkeit führen können. Dafür eignet sich der Morgen am besten.

Vielen fällt es leichter, eine Yoga-Routine zu etablieren, wenn sie gleich morgens mit ihren Übungen starten. Abends nach der Arbeit kann es schnell passieren, dass etwas dazwischenkommt oder dass man sich kurzfristig doch für eine andere Tätigkeit entscheidet.

Die besten Übungen für Yoga am Morgen

Wer am Morgen Yoga macht, sollte es nicht zu ruppig angehen. Im Normalfall sind die Gelenke und die Wirbelsäule noch recht steif, daher müssen diese erst langsam mobilisiert werden. Sehr gut dafür geeignet ist - wie der Name schon sagt - der Sonnengruß. Strecken und Dehnen ist vor allem am Morgen wichtig, um alle Muskelgruppen, Gelenke und Teile des Körpers "aufzuwecken".

So geht der Sonnengruß im Yoga

Der Sonnengruß ist im Yoga eine beliebte Übung. So können Sie ihn Schritt für Schritt lernen.

Neben dem Sonnengruß, der mit kräftigen Krieger- oder Dreiecks-Übungen kombiniert werden kann, sind besonders die Übungen Katze-Kuh oder Hüftbeugen gut geeignet. Zudem sind auch Atemübungen morgens passend, sowie auch die Meditation, da man sich noch in einem ruhigen Zustand befindet.

Yoga am Mittag

Yoga kann man nur am Morgen oder Abend machen? Natürlich nicht. Gerade weil Yoga so einfach ist, können Übungen zum Beispiel auch in die Mittagspause integriert werden. Vielleicht war die Arbeit am Vormittag stressig? Dann kann eine kurze Yoga-Mittag-Session helfen, sich wieder zu besinnen und frisch in den Nachmittag zu starten. Besonders zu empfehlen ist diese Zeit für Menschen, die viel am Schreibtisch arbeiten. Mit gezielten Yoga-Übungen werden Rücken und Becken gestärkt und mobilisiert und damit Rückenschmerzen vorgebeugt, sowie bestehende Beschwerden gelindert.

Wer mittags Yoga machen will, sollte allerdings erst danach etwas essen. Viele Drehhaltungen sind besser mit leerem Magen durchzuführen, außerdem regen die Übungen die Verdauung an. So kann das Mittagessen danach besser verarbeitet werden.

Die besten Übungen für Yoga am Mittag

Wer im Job lange sitzen muss, kann mittags mit Dreh- und Dehnübungen den Rücken stärken und lockern. Wer gestresst ist, kann es mit Meditation versuchen, um den ersten Teil des Tages hinter sich zu lassen und wieder zur Ruhe zu kommen.

Um noch intensiver in den zweiten Teil des Tages zu starten, kann man Umkehrhaltungen, wie zum Beispiel den Kopfstand, ausprobieren. Das erfrischt und gibt Schwung für den bevorstehenden Nachmittag.

Yoga zum Feierabend

Direkt nach der Arbeit kann Yoga auf eine andere Art helfen als am Abend kurz vor dem Schlafengehen. Wer zum Feierabend Yoga macht, hat die Möglichkeit, das am Tag Erlebte zu verarbeiten und mithilfe von Meditation den Arbeitstag abzuschließen. Lange Warm-up-Phasen braucht es nun allerdings nicht mehr - die Muskeln sind bereits warm, so können recht schnell die Übungen zum Lösen von Verspannungen praktiziert werden.

Nach dem Yoga starten viele Menschen mit neuer Frische in ihren Feierabend - und haben so den Kopf frei für die Zeit mit Freunden und Familie.

Die besten Übungen für Yoga zum Feierabend

Wie auch am Mittag helfen bestimmte Nacken-Schulter-Übungen, die Verspannungen vom langen Sitzen zu lösen. Gerade wer den ganzen Tag sitzt, sollte vor allem den Rücken bewegen. Zudem helfen Entspannungsübungen, ruhige Haltungen und Meditation, den Ballast des Arbeitsalltags hinter sich zu lassen.

Gut geeignet sind hier Yin-Yoga-Übungen: Dabei werden vor allem ruhige, entspannte Übungen im Liegen und Sitzen gemacht. Unbedingt vermieden werden sollten Übungen, die noch sehr aktivieren, denn dann kann es sein, dass man später schlechter einschläft.

Yoga am Abend

Auch kurz vor dem Schlafengehen kann Yoga Wunder wirken. Denn durch die richtigen Übungen wird die Herzfrequenz verlangsamt, der Atem ruhiger und der Stress des Tages abgebaut. Das kann sich positiv auf den Schlaf auswirken, vor allem bei Menschen, die Schlafstörungen haben. Der Schlaf wird erholsamer und das Einschlafen gelingt besser - was einen wiederum fitter für den nächsten Morgen macht.

Außerdem sind die Muskeln im Gegensatz zum Morgen bereits aufgewärmt und lassen sich besser bewegen. Allerdings kann es abends leichter passieren, dass kurzfristige Termine die Yoga-Pläne durchkreuzen - seien es spontane Verabredungen im Kino oder im Restaurant oder ein weiterer Auftrag vom Chef, der noch erledigt werden muss.

Die besten Übungen für Yoga am Abend

Abends werden eigentlich die gleichen Übungen gemacht wie nach der Arbeit. Aktivierende Übungen sollten vermieden werden, dafür sind beruhigende Haltungen perfekt für das Abend-Yoga. Vorbeugen sind zum Beispiel angenehm, genauso wie die Stellung des Kindes. Generell sind alle Übungen geeignet, die zu einer Tiefenentspannung führen. Gerade abends sind Yin-Yoga-Haltungen perfekt.

Am Ende des Tages und der Übungen hilft Meditation, vollständig zur Ruhe zu kommen. Dann steht dem gemütlichen Bett eigentlich nichts mehr im Wege. Außerdem gibt es auch ein Pendant zum Sonnengruß: den Mondgruß. Dieser Flow steigert die innere Ruhe.

Fazit

Generell ist es von Mensch zu Mensch unterschiedlich, welche Tageszeit für seine oder ihre Yoga-Session am besten geeignet ist. In erster Linie sollte man dann Yoga machen, wenn es einem richtig erscheint, und wenn man genügend freie Zeit hat und nicht ständig auf die Uhr schauen muss.

Vor allem aber hängt die Wahl der Tageszeit von dem eigenen Arbeitsalltag, von den Freizeitbeschäftigungen und von der Beweglichkeit ab. Außerdem hat es auch einen großen Einfluss, ob man generell eher ein Morgen- oder Abendmensch ist. Yoga sollte am besten dann gemacht werden, wenn ganz sicher niemand stört und das Handy mal aus sein kann - und man im besten Fall auch eine Yoga-Routine entwickeln kann.

Lesen Sie auch: Was ist Power Yoga? Und was ist der Unterschied zwischen "klassischem" Yoga und Power Yoga?

(tsch)

Verwendete Quellen:

  • Yogaeasy: "Wann du am besten Yoga üben solltest"
  • Wellness Blog: "Yoga morgens oder abends: Was ist besser?"
  • Yogavidya: "Wann Yoga"
  • Gesunheitstrends: "5 Gründe für Yoga am Morgen"
  • DoyourSports: "Yoga"
  • Yogaeasy: "Yoga-Zeit"
  • Yoga-Welten: "Yoga Übungen für abends"
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