Eine gebräunte Haut gilt nach wie vor als attraktiv. Doch für die Haut bedeutet eine allzu intensive Sonneneinstrahlung Stress. After-Sun-Produkte sollen helfen, die Haut nach dem Bräunen zu pflegen und ihre Regeneration zu unterstützen. Doch halten After-Sun-Produkte wirklich, was die Werbung verspricht?

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Der Mensch braucht Sonnenlicht zur Bildung von Vitamin D und zur Stärkung des Immunsystems. Für die Haut allerdings bedeutet Sonnenlicht eine enorme Strapaze, und die Gefahr der UV-Strahlung wird weithin unterschätzt.

Denn, so das Dermatologikum Hamburg, es nehme nicht nur die Haut Schaden, sondern auch Zellen und Erbinformationen können geschädigt werden.

After-Sun-Produkte: Eine gesunde Bräune gibt es nicht

Es muss kein Sonnenbrand sein, bereits die normale Hautbräunung ist ein Anzeichen für eine Verbrennung, ausgelöst durch eine zu intensive UV-Strahlung. Dies kann zu einer Schädigung der Haut führen, deren Folgen sich oft erst Jahrzehnte später zeigen, angefangen von einer frühzeitigen Hautalterung bis hin zu Hautkrebs.

Eine "gesunde Bräune" gibt es also nicht. Zur Vorbeuge sollte man übermäßige Sonneneinstrahlung, insbesondere die Mittagssonne, meiden und die Haut mit Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor und entsprechender Kleidung schützen. Auch After-Sun-Produkte sind durchaus sinnvoll, sofern man keine unrealistischen Erwartungen hat.

Was können After-Sun-Produkte, was können sie nicht?

Ein After-Sun- bzw. Après-Soleil-Produkt soll die Haut beruhigen, kühlen und regenerieren. Sonnenbestrahlung entzieht der Haut Feuchtigkeit und trocknet sie aus. In der Folge kann es zu Juckreiz oder Schuppenbildung kommen. After-Sun-Produkte können den Wasserverlust der Haut deutlich senken. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bräune länger hält, wenn sich die Haut nicht schuppt.

Was die Produkte nicht können: die Haut reparieren. "Normalerweise gelingt es dem Körper, die von der Überdosis an Sonnenstrahlen getroffenen Zellen zu reparieren. Aber wenn die Haut immer wieder zu viel Sonne abbekommt, ist der Körper irgendwann überfordert und es werden veränderte Zellen produziert, die 'Bausteine' zum Hautkrebs", so die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V.

Gänzlich umkehren kann man Sonnenschäden also nicht, auch nicht durch nachträgliches Eincremen.

Zu langes Sonnenbaden ohne Schutz durch Sonnencremes und Kleidung: Die Risiken für Hautkrebs sind weitgehend bekannt. Dennoch gibt es laut der Techniker Krankenkasse 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland. Eine Expertin verrät im Gespräch mit unserer Redaktion, wie Sie sich selbst testen können und worin sie den Grund für die steigenden Zahlen sieht.

Welche After-Sun-Produkte sind empfehlenswert, welche nicht?

"Öko-Test" hat 29 After-Sun-Produkte getestet. Die Preisspanne der untersuchten Lotionen, Sprays und Gele reicht von 92 Cent bis 40 Euro pro 200 Milliliter; teure Produkte schneiden per se nicht besser ab als günstige. Es wurden sowohl Markenprodukte, Eigenmarken der Discounter- und Drogerieketten als auch Naturkosmetika getestet.

Erfreulicherweise sind 20 Produkte empfehlenswert; sie werden mit "gut" oder sogar "sehr gut" bewertet. Im Mittelfeld liegen zwei Produkte mit "befriedigend" und "ausreichend". Fünf Produkte fallen mit "ungenügend", zwei mit "mangelhaft" durch.

14 Produkte enthalten umweltbelastende oder gesundheitsgefährdende Stoffe wie zum Beispiel Duftstoffe, die Allergien auslösen können, oder eventuell krebserregende Stoffe wie Mineralöl-Kohlenwasserstoffe. Selbst einige der insgesamt als gut bewerteten Produkte enthalten Kunststoffverbindungen, die umweltbelastend sein können.

Worauf man beim Kauf von After-Sun-Produkten achten sollte

Für den Verbraucher ist es nahezu unmöglich, aus der Liste der Inhaltsstoffe zu beurteilen, welche Produkte rundum unschädlich für ihn selbst und für die Umwelt sind. Auf Nummer sicher kann man gehen, indem man auf Naturkosmetik zurückgreift: "Im aktuellen Test haben alle zertifizierten Naturkosmetik-Produkte mit "sehr gut" abgeschnitten, so Meike Rix von "Öko-Test".

Zertifizierte Naturkosmetik ist zum Beispiel an den Labeln des BDIH, Natrue, Ecocert und Demeter zu erkennen. Die Zertifizierung ist insofern von Bedeutung, so Frau Rix, als manche Produkte in ihrem Namen zwar Pflanzen hervorheben, es sich aber dennoch nicht um Natur-, sondern um ganz konventionelle Kosmetikprodukte handle.

Viele Sonnencremes enthalten gefährliche Schadstoffe, die nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Menschen schaden. Daher haben wir eine Liste mit unbedenklichen Sonnencremes, Ölen und Sprays zusammengestellt, die frei von jeglichen chemischen Inhaltsstoffen sind.

Gibt es Alternativen zu After-Sun-Produkten?

Eine Erste-Hilfe-Maßnahme bei Rötungen und leichten Verbrennungen ist ein kaltes, feuchtes Handtuch zur Kühlung. Auch Quarkwickel sind ein bewährtes Hausmittel, um zu kühlen und Reizungen zu mildern. Eine leichte Körperlotion, die nicht zu fett und möglichst parfumfrei sein sollte, gleicht den Feuchtigkeitsverlust aus.

Auch pures Aloe Vera, das als Bestandteil auch in vielen After-Sun-Produkten enthalten ist, eignet sich als After-Sun-Pflege; eine voranschreitende Zellschädigung kann so gestoppt werden, wie bereits 1994 in einer Studie nachgewiesen werden konnte.

Vorbeugen ist alternativlos

Auch wenn ein Sonnenbad noch so verlockend ist: Wer langfristig etwas für die Jugendlichkeit seiner Haut und für die eigene Gesundheit tun möchte, sollte sich vor allzu intensiver Sonneneinstrahlung schützen - entweder indem man die Sonne meidet oder durch geeignete Sonnenschutzmittel.

Verwendete Quellen:

  • Expertengespräch mit Meike Rix, "Öko-Test" Frankfurt
  • "Öko-Test" Juli 2019
  • Clemens, A. in Spektrum der Wissenschaft (online): Fünf Fragen zum Sonnenbaden und Sonnenschutz. (Stand: 28.8.2017)
  • Website des Dermatologikum Hamburg: "Wann wird die Sonne gefährlich?"
  • Website der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V.
  • Dr. Faith Strickland: "Prevention of ultraviolet radiation-induced suppression of contact delayed hypersensitivity by aloe vera gel extract", 1994, University of Texas, M.D. Anderson Cancer Center

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