Gin ist populär wie nie. Unzählige neue Sorten und spannende Rezepte sorgen für ein interessantes Image. Der Gin-Guide erklärt die wichtigsten Begriffe.

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Gin ist in! Das dürfte inzwischen jeder mitbekommen haben, der sich dann und wann abends in Bars tummelt. Hatte man noch vor wenigen Jahren nur die Wahl zwischen einigen wenigen Sorten, ist das heute grundlegend anders.

Zeit also, sich genauer mit dem Wacholderschnaps zu beschäftigen. Der Gin-Guide erklärt die wichtigsten Begriffe:

1. Was ist Gin?

Gin ist eine farblose Spirituose - früher auch Branntwein genannt -, die auf Basis eines hochprozentigen Alkohols hergestellt wird. Den charakteristischen Geschmack erhält das Getränk durch die Aromatisierung mit Wacholderbeeren (Muss-Zutat) sowie weiteren Kräutern und Gewürzen, die Botanicals genannt werden. Mit dem Wacholderschnaps werden viele Cocktails und Longdrinks gemischt.

2. Die Gin-Sorten

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Gin-Sorten, die laut "Ginobility.de" unterschiedlich intensiv nach Wacholder schmecken und verschieden stark gesüßt sind:

  • "Dry Gin" ist trocken, ungesüßt und Wacholder-betont.
  • Bei der Variante "New Western Dry Gin" dominiert das Wacholder-Aroma weniger.
  • Der "London Dry Gin" ist trocken, gewürzt und ungesüßt.
  • Der "Plymouth Gin" muss aus der Hafenstadt Plymouth kommen (Herkunft gesetzlich geschützt), ist leicht gesüßt und etwas würziger als der "Old Tom Gin".
  • Beim "Old Tom Gin" handelt es sich um die ursprüngliche Form des Gins. Auch er ist etwas süßer.
  • Entwickelt wurde der Gin aus dem holländischen und belgischen Nationalgetränk "Genever".

3. Unzählige Gin-Brands

Viele Jahre lang dienten vor allem der "Bombay Sapphire" (UK) in der markanten türkisblauen Flasche, der "Gordon's" (UK) und die Marke "Tanqueray" (UK) als Grundlage für die Gin-haltigen Getränke der Bartender. Doch das ist längst Geschichte.

Inzwischen können die Konsumenten aus zahlreichen Produkten aus kleinen und Kleinstdestillerien wählen. Die tragen so klangvolle Namen wie "GINSTR" (Stuttgart), "The Duke" (München), "Dutch Courage" (Niederlande), "Gin Mare" (Spanien) oder "Bulldog" (England) etc.

4. Der bekannteste Gin-Longdrink

Gin Tonic ist das wohl bekannteste und zugleich simpelste Mischgetränk mit diesem Schnaps. Der Longdrink besteht aus Gin und Tonic Water, wobei letzteres ein leicht bitter schmeckendes Erfrischungsgetränk ist. Die große Kunst ist es, den hochprozentigen Wacholderschnaps mit dem passenden Tonic zu mischen. Eiswürfel und Garnierung dazu - fertig!

5. Gin-Cocktails: Martini, Gin Fizz und Munich Mule

Ein bekannter Cocktail ist der "Martini", bestehend aus Gin und trockenem französischen Wermut. Garniert wird er mit einer Olive - James Bond lässt grüßen - oder einem Stück Zitronenschale (Zeste).

Der "Gin Fizz" wird aus Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Mineralwasser gemischt. Eiswürfel und eine Zitronenscheibe runden das Getränk ab.

Beim "Munich Mule" - einer Variante des Moscow Mule - werden Gin, Ginger Beer, Gurkenstreifen und Eiswürfel kombiniert.

6. Das Einmaleins der Gin-Gläser

Gin-Longdrinks oder Cocktails mit dem angesagten Branntwein können in unterschiedlichen Behältnissen serviert werden. Das sind die typischen Varianten:

  • Der "Negroni" (Gin, Wermut, Campari, Orangenscheibe) passt gut in den Tumbler, ein kurzes Trinkglas mit dickem Boden.
  • Den "Gin Tonic" oder "Long Island Iced Tea" (Gin, Wodka, Rum, Tequila, Orangenlikör, Zitronensaft, Zuckersirup) gibt es in einem Longdrink-Glas.
  • Der "Singapore Sling" (Gin, Kirschlikör, Orangenlikör, Kräuterlikör, Granatapfelsirup, Ananassaft, Limettensaft, Angostura Bitter) schmeckt im bauchigen Fancy-Glas am besten.
  • Die Cocktailschale eignet sich für Drinks wie Martini oder "Gimlet" (Gin, Limettensirup, Limettenscheibe, Eiswürfel).
  • Für heiße und kalte Gin-Drinks wie den "Munich Mule" eignet sich der Cocktailbecher aus Kupfer mit Griff.

7. Basis-Zubehör für Gin-Fans

Neben den oben genannten Glas-Varianten sollte jede Gin-Fan auch einen Shaker, einen Jigger (Messbecher) und einen Strainer (Barsieb) besitzen. Ein Rezeptbuch macht ebenso Sinn wie ein Gewürz-Set, mit dem man individuellen Pep in den Gin Tonic bringen kann. (ili)

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