Dank des Zinseszinseffektes kann das Vermögen auf dem Bankkonto schneller wachsen. Anleger müssen jedoch achtsam sein, denn einige Banken wenden Tricks an.

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Bei Geldanlagen spielt die Anlegedauer eine Rolle. Dank des Zinseszinseffektes kann das Vermögen auf dem Bankkonto schneller wachsen, wenn Erträge immer wieder neu angelegt werden. Laut der Zeitschrift "Finanztest" (Heft 9/2020) mogeln einige Kreditinstitute jedoch.

Statt die Zinsen jährlich gutzuschreiben, werden sie bis zum Laufzeitende angesammelt und dann auf einen Schlag ausgezahlt. Für Sparer kann das unangenehme Folgen haben: Zum einen ist der effektive Zins geringer als der in der Werbung angegebene nominale Zins, da keine jährlichen Zinserträge mitverzinst werden. Zum anderen besteht die Gefahr, dass die auf einmal ausgezahlten steuerpflichtigen Zinsen den Sparerpauschbetrag übersteigen.

Wie Sparer um Geld betrogen werden

Ein Beispiel: Ein Sparer hat noch einen Freibetrag von 420 Euro im Jahr offen und legt 40.000 Euro für fünf Jahre an, mit einem Zinssatz von 1,05 Prozent. Würde die Bank die Zinsen in Höhe von 420 Euro jährlich auszahlen, wären sie für den Sparer steuerfrei.

Angesammelt über die Laufzeit werden nach fünf Jahren 2.100 Euro auf einmal ausgezahlt. Davon werden für 1.680 Euro 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. (spot/dpa)

90 Millionen Euro zu wenig: Ärger für Sparkassen-Kunden

Die Sparkasse soll Zinsen auf Kosten der Kunden falsch berechnet haben. Der Vorwurf kommt von der bayerischen Verbraucherzentrale (VZB). Insgesamt sollen Kunden 90 Millionen Euro zu wenig ausgezahlt worden sein.