• Der Eurojackpot und der deutsche Lotto-Klassiker 6 aus 49 unterscheiden sich in einigen Punkten.
  • Vor allem beim Maximalgewinn und wie lange der Jackpot besteht, sind die Regeln anders.
  • Die Gewinnchancen wurden vor einiger Zeit angeglichen.

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Wenn alle paar Monate jemand einen Millionen-Jackpot knackt, regt sich bei vielen Lottospielern die Hoffnung: Nächstes Mal könnte ich es sein. Eurojackpot, 6 aus 49, Glücksspirale, Spiel 77 - Möglichkeiten gibt es viele, doch so sehr die Nachricht über Jackpot-Gewinner die Lust auf einen eigenen Millionengewinn steigern mag: Die Chancen sind wirklich extrem gering.

Vor einigen Jahren war es noch so, dass der sogenannte Eurojackpot, ein europäisches Lotto, an dem sich 18 Länder beteiligen, einige Spieler mit vergleichsweise höheren Gewinnchancen locken konnte: Rund 1:95 Millionen standen die Chancen auf den Hauptgewinn - im Vergleich zu 1:140 Millionen bei 6 aus 49. Wobei Mathematiker stets darauf hinwiesen: Beides bedeutet, dass der oder die Einzelne so gut wie keine Chance auf den Jackpot hat. Mittlerweile wurden die Quoten aneinander angeglichen.

Das Spiel selbst ist bei Eurojackpot und 6 aus 49 sehr ähnlich: Aus einem Feld mit 49 (6 aus 49) oder 50 Zahlen (Eurojackpot) wählt ein Spieler 6 (6 aus 49) oder 5 (Eurojackpot) aus. Es scheint hier also zunächst leicht bessere Gewinnchancen bei 6 aus 49 zu geben - allerdings gibt es da ja noch die Superzahl, die früher Zusatzzahl hieß. Ohne Superzahl kein Jackpot.

Gleiche Gewinnchancen

Beim Eurojackpot heißt die Superzahl Eurozahl und es wird nicht eine aus 10, sondern 2 aus 12 dieser Zahlen gezogen. Dass es 12 sind, ist eine recht neue Regel, vor März 2022 waren es 2 aus 10, was die etwas "bessere" Gewinnquote beim Eurojackpot mit erklärt. Wie bereits erwähnt, sind die Chancen auf den Jackpot in beiden Lotterien inzwischen mit rund 1:140 Millionen gleich hoch - beziehungsweise gleich niedrig.

Einmal tippen kostet beim Eurojackpot zwei Euro, bei 6 aus 49 sind es 1,20 Euro. Bei beiden kommen Bearbeitungsgebühren etwa zwischen 60 Cent und einem Euro hinzu, die je nach Bundesland unterschiedlich sind. Von den Einnahmen werden sowohl bei 6 aus 49 als auch beim Eurojackpot 50 Prozent als Gewinne ausgeschüttet, etwa vier Fünftel des restlichen Geldes gehen an die Länder, womit sie wohltätige Projekte fördern sollen, der Rest ist für die Lottogesellschaften.

Den Jackpot gewinnt, wer beim Eurojackpot 5 Richtige plus die zwei korrekten Eurozahlen hat, bei 6 aus 49, wer 6 Richtige plus die korrekte Superzahl hat. Haben das mehrere Spieler geschafft, wird der Jackpot unter ihnen aufgeteilt. Hat es niemand geschafft, wird die Jackpot-Geldsumme, die nicht gewonnen wurde, beim nächsten Mal auf den Jackpot aufgeschlagen.

Unterschiedliche Obergrenzen

Dabei gibt es bei den beiden Lotterien unterschiedliche Obergrenzen: Beim Eurojackpot liegt sie seit März 2022 bei 120 Millionen Euro für die Gewinnklasse 1 (vorher: 90 Millionen), wenn also jemand 5 Richtige plus zwei richtige Eurozahlen hat. Jeder Euro, der mehr im Jackpot ist, wird dann an die Gewinnklasse 2 ausgezahlt.

Bei 6 aus 49 gibt es keinen solchen Deckel. Die Obergrenze besteht aber hier darin, dass der Jackpot, wenn eine bestimmte Summe erreicht ist (nämlich 45 Millionen Euro), an alle Gewinnklassen ausgezahlt wird - auch wenn der Jackpot selbst nicht geknackt wurde, es also keinen Gewinner in der Gewinnklasse 1 gibt. Das gibt es beim Eurojackpot nicht. Die 45 Millionen als Grenze sind ebenfalls relativ neu, vor September 2020 wurde der Jackpot immer nach der 13. Ziehung ausgeschüttet.

Die Ziehungen selbst sind bei 6 aus 49 immer mittwochs und samstags, beim Eurojackpot immer freitags und (ebenfalls seit März 2022) auch dienstags. So entscheidet sich also alle drei Tage, ob man jubeln darf oder wieder ein paar Euro an die Staatskasse und in den Jackpot gegeben hat.

Suchtgefahr von Glücksspielen

Übrigens ist es auch schon vorgekommen, dass sich mehrere den Jackpot teilen müssen. Da hat der Eurojackpot immerhin eine Vorteil gegenüber 6 aus 49: Hier liegt das Jackpot-Minimum immer bei zehn Millionen Euro, bei 6 aus 49 ist es "nur" mindestens eine Million.

Nach der Erhöhung des Eurojackpots auf 120 Millionen gab es Kritik, der hohe Betrag könne die Gefahr von Spielsucht erhöhen. Grundsätzlich gilt aber für alle Glücksspiele: Sie können süchtig machen, eine erste Anlaufstelle für Hilfe bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter der kostenlosen Nummer 0800/1372700 und hier.

Verwendete Quellen:

  • Eurojackpot.de der Westdeutschen Lotterie GmbH
  • Lotto Niedersachsen: Alle Informationen zum Eurojackpot
  • Eurojackpot Teilnahmebedingungen
  • Teilnahmebedingungen 6 aus 49
  • Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Offenlegung: Auch WEB.DE und GMX bieten einen Lottoservice an.

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