Mehr Einweg-Plastikflaschen, weniger Mehrwegflaschen: Diesen Trend musste das Umweltbundesamt für das Jahr 2017 feststellen. Doch auch bei den Mehrwegflaschen gibt es einige, die für die Umwelt besser sind als andere.

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Der Anteil von Mehrwegflaschen bei Getränken geht weiter zurück. Mit nur noch 42,2 Prozent hat er im Jahr 2017 einen neuen Tiefstand erreicht, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Mittwoch mitteilte.

Mehr als die Hälfte der Getränkeverpackungen waren im Jahr 2017 Einweg-Plastikflaschen, ihr Anteil lag laut UBA bei 52 Prozent. Dosen kamen auf rund vier Prozent, Getränkekartons und -beutel auf etwa 1,5 Prozent. Einweg-Glasflaschen hatten einen Anteil von deutlich unter einem Prozent.

Mehrweg-Anteil sinkt kontinuierlich

Den Vorgaben zum Trotz sinkt der Mehrweg-Anteil von Jahr zu Jahr. 2010 lag er laut UBA noch bei 48 Prozent. "Da Getränkeverpackungen mehr als ein Viertel der deutschen Verpackungsabfälle ausmachen, würde ein höherer Mehrweganteil den Verpackungsabfall auch insgesamt deutlich reduzieren", teilte die Umweltbehörde mit.

Aus Umweltschutz-Sicht sei "Mehrweg der bessere Weg": Glas-Mehrwegflaschen könnten 50 Mal und PET-Mehrwegflaschen 20 Mal befüllt werden. Mehrwegflaschen aus der Region schneiden demnach wegen der kurzen Transportwege am besten ab.

"Der Ressourcen- und Energieverbrauch für Transport und Reinigung der Mehrwegflaschen ist in regionalen Kreisläufen geringer als der zusätzliche Herstellungsaufwand für Einwegflaschen", stellt das Umweltbundesamt auf seiner Webseite fest.

Den Grund für die Zunahme von Einwegflaschen sieht das Umweltbundesamt unter anderem bei der veränderten Einzelhandelsstruktur. Discounter bieten laut UBA meist vorwiegend Einwegverpackungen an und nehmen gebrauchte Mehrwegflaschen nicht zurück.

Kistenschleppen und Plastikflaschen lassen sich durch einen Wassersprudler ganz einfach vermeiden. Denn unser Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist von bester Qualität.

Wie unterscheidet man Einweg- von Mehrwegflaschen?

Über das neue Verpackungsgesetz, das seit Januar 2019 in Kraft ist, will die Bundesregierung den Mehrweg-Anteil wieder steigern. Jetzt muss an den Regalen im Supermarkt deutlich gekennzeichnet sein, ob Verpackungen Mehrweg oder Einweg sind - das soll Kunden dazu bringen, bewusster auszuwählen.

Sowohl auf Einwegflaschen als auch auf Mehrwegflaschen zahlt der Käufer Pfand. Unterschiedlich ist nur die Höhe. Bei Bierflaschen aus Glas ist es mit acht Cent am niedrigsten, bei Einwegflaschen und -Dosen mit 25 Cent am höchsten.

Achten Sie auf die Logos auf den Flaschen. Dort ist mit dem "Mehrweg – für die Umwelt"-Zeichen oder auch mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" markiert, dass die Flaschen erneut gebraucht werden. Flaschen aus Plastik, die man leicht zerknittern kann, sind Einwegflaschen und haben das DPG-Symbol aufgedruckt.

Einwegflaschen werden kein zweites Mal befüllt, sondern zerkleinert und recycelt. Mehrwegflaschen dagegen werden gereinigt und erneut befüllt.

Laut Maria Krautzberger vom Umweltbundesamt ist es am besten, Getränke in sogenannten Poolflaschen zu kaufen. Diese sind Mehrwegflaschen, die kein besonderes Branding haben und so von mehreren Herstellern verwendet werden können. "Das ist für die Umwelt besser als individuell gestaltete Flaschen und Kästen, die nur ein Abfüller zurücknimmt." (dpa/awa)

Verwendete Quellen:

  • Umweltbundesamt
  • Mehrweg.org
  • dpa
  • Verbraucherzentrale Hamburg

Die "Hemdchenbeutel" zerstören unsere Öko-Bilanz

Von den sogenannten "Hemdchenbeuteln" kommen deutsche Verbraucher nicht los. Pro Kopf benutzten sie beim Einkauf von Obst und Gemüse im Jahr 2018 37 Stück davon. Dies summiert sich landesweit auf mehr als drei Milliarden Plastiktüten.
Teaserbild: © Sebastian Kahnert/zb/dpa