• Noch vor Ende des Jahres können Verbraucher einige Kosten geltend machen, um Steuern zu sparen.
  • Von Handwerkerleistungen bis zu steuerfreien Zinsen: Durch diese Angaben lässt sich Geld machen.

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Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und damit auch die Chance, sich noch den einen oder anderen Zusatz-Euro zu sichern. Wer bis Ende Dezember noch in den Genuss von Steuervorteilen kommen möchte, sollte sich jetzt kümmern. Von diesen zehn Steuerspartipps können Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt noch profitieren:

1. Sparerpauschbetrag sinnvoll ausnutzen

Sparerinnen und Sparer können jedes Jahr Zinsen, Dividenden und Kursgewinne in Höhe von 801 Euro steuerfrei einstreichen. Bei Ehepaaren verdoppelt sich die Freigrenze entsprechend. Was man dafür tun muss: Beim Finanzinstitut, bei dem die Kapitalerträge angefallen sind, einen Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe hinterlegen.

Darum lohnt es sich, noch vor Jahresende zu prüfen, bei welcher Bank in welcher Höhe Erträge angefallen sind und die Freistellungsaufträge bei Bedarf anzupassen, berichtet die Lohnsteuerhilfe Bayern (LOHI).

Wer den Freibetrag noch nicht ausgeschöpft hat, könnte auch noch kurzfristig Aktien aus seinem Depot verkaufen und Kursgewinne mitnehmen, rät Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Selbst wer die Aktien am selben Tag wieder zurückkauft, um von weiteren Kursgewinnen zu profitieren, kann den Sparerpauschbetrag nutzen.

2. Verlustbescheinigung beantragen

Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen aus dem selben Jahr lassen sich miteinander verrechnen. Das spart Steuern. Allerdings ist zu beachten: Entstehen Gewinn und Verlust bei verschiedenen Banken, geht das nicht ohne weiteres. Dann braucht es eine Verlustbescheinigung. Laut LOHI lässt sich diese beim betreffenden Kreditinstitut beantragen. Das geht noch bis zum 15. Dezember.

3. Energiepreispauschale mit Aufnahme eines Jobs sichern

Viele Beschäftigte haben die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro bereits von ihrem Arbeitgeber ausgezahlt bekommen. Wer sie nicht bekommen hat, kann sich die Pauschale im Rahmen der Einkommensteuererklärung sichern. Das gilt für all jene, die im Jahr 2022 einer Beschäftigung nachgegangen sind. Wer also noch in diesem Jahr eine Arbeitnehmertätigkeit aufnimmt, erhält das Geld.

Der BVL weist darauf hin, dass es sich bei der Tätigkeit nicht um einen Vollzeitjob handeln muss. Es reiche beispielsweise auch ein Minijob, eine kurzfristige Beschäftigung oder eine ehrenamtliche Tätigkeit mit steuerfreiem Arbeitslohn.

4. Spenden steuerlich geltend machen

In Krisenzeiten und zum Fest der Liebe ist die Spendenbereitschaft in der Regel besonders hoch. Wer kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Organisationen bedenkt, kann davon auch selbst profitieren. Denn Spenden bis zu einer Höhe von 20 Prozent der eigenen Gesamteinkünfte können in der Steuererklärung als Sonderausgaben abgesetzt werden. Übersteigen die Spenden den Höchstbetrag, können sie in die nächsten Jahre vorgetragen und dort angerechnet werden, teilt der BVL mit.

Für Spenden bis zu 300 Euro reicht als Nachweis für das Finanzamt der Kontoauszug oder ein Einzahlungsbeleg. Für höhere Beträge braucht es in der Regel eine ordnungsgemäße Zuwendungsbescheinigung.

5. Handwerkerleistungen absetzen

In der Steuererklärung kann man 20 Prozent der in Rechnung gestellten Handwerkerleistungen geltend machen - maximal 1.200 Euro. Voraussetzung: Man lässt die Arbeiten in der selbst genutzten Wohnung ausführen, wozu auch Zweit- und Ferienwohnungen zählen, und zahlt per Überweisung.

Übersteigt die Rechnung für die Arbeiten den Betrag von 6.000 Euro, kann es sich laut BVL lohnen, mit dem ausführenden Betrieb zwei Teilzahlungen zu vereinbaren. Eine bis maximal 6.000 Euro noch in diesem Jahr, die zweite erst Anfang des kommenden Jahres, um mehr Steuerersparnis herauszuholen.

6. Treibhausgasminderungsquote verkaufen

Wer ein reines Elektroauto fährt, kann kurzfristig die Treibhausgasminderungsquote für das Jahr 2022 verkaufen. Verschiedene Angebote dafür gibt es im Netz. Je nach Händler kann die Prämie, die für die treibhausgasschonende Mobilität bezahlt wird, laut LOHI zwischen 250 und 470 Euro betragen. Für Privatpersonen ist das Geld steuerfrei.

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7. Besteuerungsmethode des Dienstwagens rückwirkend optimieren

Wer von seinem Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommt und diesen auch privat oder für Fahrten zur Arbeit nutzen darf, muss den geldwerten Vorteil versteuern. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: eine pauschale Besteuerung und eine taggenaue Abrechnung, die ein Fahrtenbuch erfordert.

Wer seinen Wagen wenig privat nutzt, fährt oft mit letzterer Besteuerung besser. Für private Vielfahrer kann sich die Pauschalbesteuerung lohnen. Neu ist seit 2022, dass die Berechnungsmethode rückwirkend für das gesamte Jahr vom Arbeitgeber gewechselt werden darf.

Lohnen kann sich das, wenn man mit der jeweils anderen Methode nachträglich günstiger fährt. Also zum Beispiel, wenn der Dienstwagen sehr viel seltener privat oder zur Arbeit bewegt worden ist als zu Beginn des Jahres angenommen. Zum Beispiel dann, wenn man lange krank war oder viel im Homeoffice gearbeitet hat.

8. Ehegattensplitting durch Last-Minute-Heirat

Es kann sich auch lohnen, sich noch im Dezember das Jawort zu geben und die Vorteile des Ehegattensplittings rückwirkend für das gesamte Jahr mitzunehmen, teilt die Lohnsteuerhilfe Bayern mit.

Verdient nur einer der beiden Ehegatten, kann der eine den Grundfreibetrag des anderen nutzen und damit Steuern sparen. Bei entsprechenden Einkommensverhältnissen könne sich ein Steuervorteil von mehr als 10.000 Euro ergeben. Auch wenn der Gehaltsunterschied zwischen den Ehepartnern groß ausfällt, kann sich das rentieren.

9. Werbungskostenpauschale knacken

Seit diesem Jahr liegt die Werbungskostenpauschale bei 1.200 Euro. Um in der Steuererklärung mehr aus seinen Werbungskosten herauszuholen, muss man diesen Betrag überschreiten. Wer also 2022 für jobbezogene Ausgaben - etwa Kosten für Bewerbungen, Arbeitsmaterialien, Fortbildungen, Arbeitskleidung und Arbeitszimmerausstattung - schon knapp an dieser Grenze liegt, sollte sich überlegen, ob notwendige Investitionen vorgezogen werden können. Das spart der LOHI zufolge Steuern.

Das können etwa ein größerer Monitor, ein Farbdrucker, ein ergonomischer Bürostuhl, eine Arbeitsbrille, Fachbücher oder PC-Zubehör sein. Wer die Anschaffung ins darauffolgende Jahr verschiebt und dann unterhalb der Pauschale bleibt, verschenkt die Steuerersparnis.

10. Steuererklärung von 2018 nachholen

Auch wenn man nicht dazu verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, kann es sich lohnen, eine einzureichen. Im Schnitt bekommen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nämlich mehr als 1.000 Euro jedes Jahr zurück.

Bis zu vier Jahre rückwirkend können Steuerpflichtige, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, ihre Erklärung einreichen. Dann allerdings ist Schluss, eine etwaige Erstattung verschenkt. "Die Erklärung für das Jahr 2018 muss deshalb spätestens am 31. Dezember 2022 beim Finanzamt eingehen", sagt Erich Nöll. (sbi/dpa)

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