• Welches Produkt ist im vergangenen Jahr besonders dreist gefälscht worden?
  • Das hat der Verein "Aktion Plagiarius" nun bekannt gegeben.
  • Der Schmähpreis geht nach China.

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Der Verein "Aktion Plagiarius" hat erneut dreiste Produktfälscher angeprangert. Der Schmähpreis Plagiarius, ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase, wurde am Freitag online an Hersteller vergeben, die Originalprodukte ohne Rücksicht auf geschützte Marken oder Designs nachgeahmt haben. Mit der zum 45. Male wiederholten Aktion will der Verein Konsumenten dazu bringen, sich bewusst für die Originale zu entscheiden und so den Fälschern die Geschäftsgrundlage zu entziehen.

Nachgemacht werden nicht nur hochwertige Konsumgüter. Erhebliche Risiken für die Verbraucher ergeben sich unter anderem aus gefälschten Medizingeräten, Auto-Ersatzteilen oder Medikamenten. Die Corona-Krise bietet Fälschern dazu weitere Gelegenheiten. So hatte die Polizeiorganisation Interpol bereits im Dezember davor gewarnt, im Internet Impfstoffe zu bestellen, da keiner der zugelassenen Impfstoffe online offiziell zum Verkauf angeboten wird.

"Aktion Plagiarius": Preis geht an chinesischen Hersteller, der Stihl kopiert

Der Schmähpreis wird üblicherweise auf der Frankfurter Konsumgütermesse "Ambiente" vergeben, die in diesem Jahr pandemiebedingt abgesagt worden ist. Hier wurden - wie auf anderen Messen - in der Vergangenheit regelmäßig gefälschte Produkte vom Zoll beschlagnahmt.

Eine Motorsäge der Andreas Stihl AG (oben) und die Nachahmung des chinesischen Herstellers Hangzhou Guley Garden Machinery (unten).

Als krasseste Nachahmung des Jahres wurde die Motorsäge eines chinesischen Herstellers gebrandmarkt, die einem Produkt der Andreas Stihl AG aus Waiblingen auf den ersten Blick täuschend ähnlich sieht. Es seien die Wortmarke "Stihl" und die geschützte, orange-hellgraue Farbmarke verletzt worden. Die Schwaben gehen weltweit gegen Produktpiraten vor und haben nach Angaben des Vereins gegen den diesmal ausgewählten Nachahmer bereits acht Gerichtsverfahren gewonnen und rund 170.000 Euro Schadenersatz erstritten. (dpa/sap)