Wer Platz sparen möchte, kann anstelle einer Waschmaschine und eines Wäschetrockners die zusammengestellte Variante kaufen: einen Waschtrockner. Mittlerweile sind die Gerät deutlich besser geworden.

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Waschen und Trocknen in einem Rutsch - das geht mit einem Waschtrockner. In seinem Gehäuse sind eine vollwertige Waschmaschine und ein Trockner untergebracht. Diese Kombi-Geräte gibt es schon seit einiger Zeit, aber sie waren lange ein ziemlich teures und nicht das beste Nischenprodukt. Doch die Hersteller haben viel Innovationsleistung in die Waschtrockner gesteckt.

Ein Überblick, was sich getan hat - und wo es noch immer Nachteile gegenüber getrennten Waschmaschinen und Trocknern gibt:

Vorteil: Mittlerweile sind größere Wäschemengen möglich

Ursprünglich war die Kombination aus Waschmaschine und Wäschetrockner eine Idee für Menschen, die wenig Platz in der Wohnung haben. Oder für Singles und kleine Familien, die die meist größeren Einzelgeräte kaum auslasten. Inzwischen sind Waschtrockner so ausgelegt, dass sie die Wäschemenge durchschnittlicher Mehrpersonenhaushalte bewältigen.

"Waschtrockner haben heute mit bis zu zehn Kilogramm ein beträchtliches Fassungsvermögen", erklärt Claudia Oberascher von der Brancheninitiative Hausgeräte+. Allerdings ist das nur die Menge, die gewaschen werden kann.

Gewaschene Kleidung hat weniger Volumen

Da die Textilien beim Waschen weniger Volumen besitzen als beim Trocknen, passt bei diesem Schritt mehr davon in die Trommel als beim Trockenvorgang. Entsprechend geben die Hersteller unterschiedliche Informationen zur maximalen Beladungsmenge.

Das heißt praktisch: Um gute Trockenergebnisse zu erzielen, muss die Wäschemenge nach dem Waschen je nach Modell um die Hälfte oder ein Viertel reduziert werden. Aber auch hier tut sich langsam was: "Es gibt mittlerweile Geräte auf dem Markt, die sechs Kilogramm Wäsche in einem Arbeitsgang waschen und trocknen, was für die meisten Haushalte völlig ausreichend ist", sagt Oberascher.

Waschtrockner sind preiswerter geworden

Stiftung Warentest hat Ende 2019 fünf Waschtrockner getestet und im Wesentlichen für "gut" befunden. Sie arbeiteten sauber und effektiv. "Auch die Preise sind gesunken", berichtet Reiner Metzger, Redakteur der Zeitschrift "test". "Früher waren Kombigeräte oft teurer als zwei separate Geräte, das ist jetzt anders."

Die Betriebskosten kann man selbst etwas beeinflussen: Da die Trocknung immer über Kondensation erfolgt, benötigen sie keine Abluftleitung nach außen. Unterschieden wird zwischen wasser- und luftgekühlten Waschtrocknern. "Besonders bei einem luftgekühlten Waschtrockner ist ein kühler und trockener Standort wichtig, damit er effizient und energiesparend arbeiten kann", rät Oberascher.

Das Energielabel und die Schleuderdrehzahl checken

Jedes Gerät im Handel muss ein Energielabel mit einer Einteilung in den Klassen A bis G tragen. Damit kann man eigentlich den Stromverbrauch beurteilen - allerdings bietet das Label den Verbrauchern noch nur wenig brauchbare Orientierung. "Es ist veraltet und wird 2021 durch ein neues ersetzt", sagt Oberascher.

Bis dahin rät sie beim Kauf grundsätzlich zu Geräten mit der Effizienzklasse A. "Zusätzlich sollten die Kunden aber auch die durchschnittlichen Verbrauchsangaben für Strom und Wasser für einen Wasch- und Trockenvorgang auf dem Energielabel vergleichen."

Auch die ebenfalls auf dem Label angegebene Schleuderdrehzahl spielt für den Energieverbrauch eine Rolle. "Je höher sie ist, desto weniger Wasser bleibt nach dem Waschen in der Wäsche. Der Trockner muss ihr dann weniger Feuchtigkeit entziehen", erklärt die Expertin.

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Diese Textilien sollten Sie besser nicht in den Trockner geben

Wer einen Wäschetrockner besitzt, kann sich ein Leben ohne kaum noch vorstellen - schließlich erleichtert das Gerät deutlich die Hausarbeit, gerade im Winter ist es ein Segen. Allerdings darf nicht jede Kleidung in den Trockner. Wir verraten Ihnen, welche Teile besser auf den Wäscheständer kommen.

Mehr Zeit mitbringen

Kombigeräte benötigen für die gesamte Arbeit deutlich mehr Zeit als zwei separate Geräte. Zudem kann man nicht parallel waschen und trocknen. Bei der Produktprüfung der Stiftung Warentest schwankten die Zeiten, in denen die Geräte Schmutzwäsche in schrankfertige Wäsche verwandelten zwischen fünfeinhalb und neuneinhalb Stunden.

Expertin Oberascher von der Hersteller-Initiative Hausgeräte+ bestätigt: "Je nach Gerät und Trockengrad kann es rund zehn Stunden dauern, bis Waschgang und Trocknen abgeschlossen sind, wenn ein sparsames Eco-Programm gewählt wird."

Aber man kann sich die Zeit gut einteilen: Genau wie bei Waschmaschinen und normalen Trocknern sind Waschtrockner vielfach mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet oder über das Internet mit dem Smartphone des Besitzers verbunden. Man kann sie also von unterwegs so programmieren, dass sie fertig sind, wenn man nach Hause kommt.

Wasserverbrauch ist höher

Zwar hat sich der Wasserverbrauch von Waschtrocknern verbessert, er ist aber immer noch ziemlich hoch. "Die meisten Geräte haben eine Wasserkühlung und verbrauchen beim Trocknen der Wäsche bis zu 65 Liter Wasser", erklärt Experte Metzger. Bei der Wasserkühlung wird die feuchtwarme Luft aus der Maschine mit kaltem Wasser abgekühlt und so zum Kondensieren gebracht. Das Kühlwasser wird dann abgepumpt.

"Geräte mit Luftkondensation sind deutlich sparsamer. Bei ihnen wird zur Kondensation der feuchtwarmen Luft aus der Trommel die Außenluft genutzt", erläutert Oberascher. "Dadurch wird kein zusätzliches Wasser für den Trockenvorgang benötigt."

Besonders effizient sind Modelle mit Wärmepumpentechnologie: Sie haben einen geringen Wasserverbrauch und benötigen auch wesentlich weniger Strom als andere Geräte. "Allerdings war das Wärmepumpengerät im Warentest auch das mit Abstand teuerste", meint Metzger. (dpa/sob)

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