Jeans, Etuikleid oder doch lieber das elegante Kostüm? Wenn frau ein Vorstellungsgespräch hat, hat sie die Qual der Wahl. Mit welchen Kleidungsstücken hinterlässt man als Frau im Unternehmen den bestmöglichen Eindruck? Diese Tipps helfen Ihnen bei der Auswahl.

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"Es gibt keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen", besagt ein Zitat. Und es stimmt: Der erste Eindruck ist oft der entscheidende. Das gilt vor allem bei Vorstellungsgesprächen. Wer bei seinem Traumarbeitgeber im ersten persönlichen Treffen punkten möchte, sollte sich vorab ein paar Gedanken zur Kleiderfrage machen. Gerade Frauen stehen gefühlt unbegrenzte Möglichkeiten zur Verfügung, sich bei der Bewerbung um einen neuen Job richtig in Szene zu setzen.

Damit Sie beim nächsten Vorstellungsgespräch überzeugen können, gibt die Stylistin und Persönlichkeitsberaterin Caroline Fischer wertvolle Profi-Tipps. Die studierte Modedesignerin hat im Laufe ihrer Karriere bereits für Karl Lagerfeld in Paris und für Adidas an den Kollektionen mit Yojhi Yamamoto und Stella McCartney gearbeitet.

Seit 2016 ist Fischer selbstständig als Personality Guide und Stylistin tätig und berät Menschen dabei, ihr Potential voll auszuschöpfen und durch Kleidung und Auftreten an Ausstrahlung und Sicherheit zu gewinnen.

Was soll frau tragen? Das sind die Ratschläge der Expertin

Frau Fischer, Hose oder Rock? Was sollte frau beim Vorstellungsgespräch tragen?

Caroline Fischer: Jede Frau sollte das tragen, womit sie sich wohlfühlt. Es geht nicht darum, möglichst tough oder maskulin aufzutreten, sondern sich so darzustellen, wie man ist. Das heißt, wenn man privat nie Röcke trägt, sollte man sich auch für sein Vorstellungsgespräch nicht dazu nötigen. Denn wenn man sich in seinem Outfit nicht wohlfühlt, ist das für andere sofort spürbar.

Nächste wichtige Frage: Bluse, Hemd oder Kleid? Was empfehlen Sie?

Auch dafür gibt es keine Regeln. Sie sollten immer das tragen, was Ihrer Persönlichkeit am meisten entspricht. Nur so können Sie authentisch auftreten! Je wohler Sie sich fühlen, umso größer ist Ihre positive Ausstrahlung.

Falls es doch der Rock wird, wie kurz darf er sein?

Wenn man ernst genommen werden möchte, sollte ein Rock nicht kürzer sein als knapp über dem Knie. Sie dürfen nicht vergessen, dass das Vorstellungsgespräch mit größter Wahrscheinlichkeit im Sitzen stattfindet. Bei dieser Länge können Sie entspannt bleiben, ohne Angst haben zu müssen, dass der Rock beim Hinsetzen auf eine unangemessene Länge hochrutscht.

Bei Hitze werden auch am Arbeitsplatz die Röcke sowie Shorts kürzer und Angstellte zeigen immer mehr Haut. Dabei ist das nicht in jedem Büro gerne gesehen. So weit dürfen Sie gehen und das müssen Sie beachten.

Schwarz, Braun oder doch lieber Rot: Welche Farbe ist beim Vorstellungsgespräch die beste? Und welche geht gar nicht?

Welche Farben an einem Menschen toll aussehen, ist sehr individuell. Farben spielen aber eine wirklich große Rolle für den ersten Eindruck. Sehen Sie in Schwarz beispielsweise blass und müde aus, dann sollten Sie diese Farbe vermeiden und eher auf ein schönes Dunkelblau ausweichen. Sind Sie vom Wesen her eher schüchtern und introvertiert, wird ein strahlendes Rot nicht zu Ihnen passen, weil es einfach eine zu laute Farbe ist und ein falsches Bild von Ihnen vermittelt.

Die Schuh-Frage: Wie hoch darf der Absatz sein?

Schicke Schuhe sind beim Vorstellungsgespräch ein Muss. Wie hoch darf der Absatz sein?

Übertreiben Sie es nicht – vor allem wenn es ein Stiletto-Absatz ist. Ist der Absatz zu hoch, bekommt das Outfit unweigerlich einen gewissen Sexappeal, der hinderlich sein könnte oder Sie in ein falsches Licht rückt.

Hochsteckfrisur oder offene Haare: Was empfehlen Sie?

Das kann ich spontan nicht beantworten, da das eine Typfrage ist. Es kommt darauf an, was Ihnen persönlich besser steht. Man sollte aber immer darauf achten, dass die Haare gepflegt aussehen und man sich nicht ständig rebellische Strähnen aus dem Gesicht streichen muss. Das könnte sowohl Sie selbst als auch Ihr Gegenüber irritieren.

Blazer oder lieber gar keine Jacke? Was ist am besten?

Das kommt immer darauf an, wo man sich bewirbt. Natürlich wird bei einem Vorstellungsgespräch in einer Bank eher erwartet, dass Sie seriös und förmlich auftreten. Haben Sie Ihr Gespräch zum Beispiel bei einer Sportartikelfirma, darf es ruhig etwas lockerer sein. Hier können Sie auf den Blazer verzichten.

Dürfen die Arme nackt sein?

Gerade im Sommer, wenn es heiß ist, macht es Sinn, ein Oberteil oder Kleid ohne Ärmel zu wählen – schon allein, um unschöne Schweißflecken unter den Armen zu vermeiden. Verzichten Sie aber auf Tanktops und achten Sie darauf, dass die Träger generell nicht zu dünn sind. Ein elegantes Etuikleid oder eine schöne Bluse mit kurzen Ärmeln sind in Ordnung.

Wie tief darf der Ausschnitt sein?

Stichwort Dekolleté: Was ist beim Ausschnitt noch angebracht?

Ein diskretes, nicht zu tiefes Dekolleté ist beim Vorstellungsgespräch in Ordnung, wie zum Beispiel ein V-Ausschnitt bei einem Etuikleid. Sie dürfen ruhig etwas Haut zeigen, aber bitte immer mit Klasse.

Wie viele Accessoires verträgt ein Vorstellungsgespräch?

Das kommt auf Ihre Kleidung an. Wählen Sie ein sehr schlichtes Outfit, können Sie dieses mit Accessoires wie Ohrringen, einem Gürtel und einer Tasche aufpeppen. Haben Sie ein Outfit mit vielen Details und Besonderheiten, sollten Sie sich hingegen auf eine passende Tasche beschränken. Hier gilt: Je schlichter die Kleidung, desto mehr Accessoires.

Wie verhält es sich mit Piercings?

Piercings werden oft nicht gerne gesehen. Aber auch hier spielt es eine große Rolle, wo Sie sich vorstellen. Werden Piercings im Kreativbereich toleriert, so kann es bei einer großen, traditionellen Firma heikel werden. Vor allem, wenn Sie in Ihrem zukünftigen Job Kundenkontakt haben.

Zu guter Letzt: Was sind die absoluten No-Gos beim Vorstellungsgespräch?

Zu viel Sexyness ist ebenso unangebracht wie ein ungepflegtes Äußeres. Vermeiden Sie auch zu viel Make-up – weniger ist hier mehr. Es ist wichtig, dass Sie dem Unternehmen zeigen, wer Sie wirklich sind. Nur so können Sie bei Ihrem zukünftigen Arbeitgeber punkten. Sobald Sie sich verstellen, wirken Sie unauthentisch.

Dresscode für Frauen: Was heißt das in der Realität?

Was lernen wir aus den Tipps der Stil-Expertin? Es gibt keine übergreifende Kleiderordnung – sie variiert von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen. Der Dresscode in einer Werbeagentur ist in der Regel legerer als in einer Bank oder einem großen Wirtschaftsunternehmen. Mitarbeiter der Kreativbranche dürfen sich zudem meistens mehr herausnehmen. In kleinen, familiären Betrieben ist der Dresscode oft weniger konservativ und weniger schick. Generell gilt, dass Damen mehr Auswahl an Kleidungsstücken haben als Männer.

Was man als Frau im Hinterkopf behalten sollte: Kleidung ist immer auch ein Kommunikationsmittel. Wer bei der Kleiderwahl für das Vorstellungsgespräch vor einem Rätsel steht, sollte sich immer gut überlegen, welchen Eindruck er beim potentiellen Arbeitgeber hinterlassen möchte.

Kleiner Tipp: Wer unsicher ist, fragt einfach kurz beim potentiellen Arbeitegeber nach. Es ist besser, vor dem Gespräch in Erfahrung zu bringen, ob in der Firma ein spezieller Dresscode beachtet werden muss, als sich während des gesamten Vorstellungsgespräches unwohl zu fühlen, weil man die falsche Garderobe gewählt hat.