• Für viele ist der Satz "Geh in deine Ecke und schäm dich" nicht unbekannt.
  • Aber sind alte Erziehungsmethoden auch heute noch sinnvoll?

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"Geh in deine Ecke und schäm dich", "Wenn du nicht aufisst, gibt es morgen schlechtes Wetter" oder Stubenarrest – viele Erziehungsmethoden stammen heute gefühlt aus der Mottenkiste, kommen aber hin und wieder noch zum Einsatz. Aber sind jene Sätze wirklich sinnvoll, sofern das Kind Blödsinn erzählt hat? Eine Expertin klärt auf.

"Wer sein Kind in die Ecke schickt, beschämt es", stellt die Erziehungsexpertin Nicola Schmidt klar. Noch massiver sei die Beschämung, wenn das auch noch öffentlich passiert, zum Beispiel wenn Besuch zu Hause ist. Laut der Bestsellerautorin ("Erziehen ohne Schimpfen") ist massive Beschämung schädlich für ein Kind und seine Persönlichkeitsentwicklung: "Wir wollen doch, dass das Kind etwas aus seinen Fehlern lernt und nicht, dass es sich schlecht fühlt."

Wer sich aber schlecht fühlt, lerne nichts. Noch heute könnten sich 50-Jährige zwar an ihre Ecke erinnern - aber nicht daran, was sie damals als Kind "verbrochen" haben, als sie so bestraft wurden.

Erziehungstipp: Kind sollte Fehler wiedergutmachen dürfen

"Viele Eltern meinen es sicherlich nicht böse, ihnen fällt nur keine Alternative ein", denkt Schmidt. Egal, ob ein freches Wort gefallen ist, ein Malheur passiert oder etwas kaputt gemacht wurde: "Das Kind sollte die Möglichkeit zur Wiedergutmachung bekommen." Dafür brauche es keine Ecke, sondern Informationen, was es überhaupt falsch gemacht hat. Sonst lernt es ja nichts über Regeln.

"Und was soziale Regeln sind, muss geklärt werden", sagt die Expertin. Also müsse man darüber reden. So können man beispielsweise sagen: "Du hast einen Fehler gemacht. Es gehört zu den Regeln, dass man die Katze des Nachbarn nicht anmalt." Wenn so etwas passiert ist, sollte zusammen überlegt werden, wie es das Kind wiedergutmachen kann - das kann von der Entschuldigung bis zur Katzenpflege reichen.

Eltern sollten sich Fehler eingestehen

Man könne auch eigene Fehler eingestehen, wenn das Kind zum Beispiel aus Müdigkeit nur noch nölig ist: "Okay, du bist müde. Das verstehe ich. Ich hätte dich schon längst ins Bett bringen sollen. Da haben wir alle Fehler gemacht." (spot/dpa)

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