Der Kauf eines Deutschlandtickets lohnt sich manchmal schon bei der ersten Fahrt. Es anschließend wieder loszuwerden, kann aber schwierig werden.

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Buchen, fahren, kündigen: Wer mit dem Deutschlandticket mobil sein möchte, könnte es so leicht haben. Doch nicht immer klappt es mit der Kündigung des Abos reibungslos. Dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) liegen Beschwerden vor, dass Nutzerinnen und Nutzer länger an ihr Ticket gebunden werden als gewünscht. Selbst bei fristgerechter Kündigung laufen die Zahlungen in manchen Fällen weiter.

Die Ursachen dafür sind unterschiedlich:

  • Mal sind die Zuständigkeiten nicht ganz klar - wer etwa ein 49-Euro-Ticket via Bahn-App DB Navigator kauft, erhält in der Regel den Fahrschein des regionalen Verkehrsverbunds, Vertragspartner ist aber dennoch die Deutsche Bahn.
  • Mal nimmt die Bearbeitung der Kündigung viel Zeit in Anspruch.
  • Und mal taucht die gebuchte Fahrkarte gar nicht erst in der App oder dem Aboportal auf - die Kündigung online durchzuführen, ist damit schwierig. Selbst wer sein Ticket direkt beim regionalen Verkehrsverbund kauft, ist laut VZBV nicht vor Problemen gefeit.

Ruhe bewahren und Nachweis heraussuchen

Verbraucherschützer Gregor Kolbe rät Betroffenen, in solchen Fällen Ruhe zu bewahren. Abbuchungen, die trotz korrekter Kündigung weiterliefen, seien nicht mehr vom Vertrag gedeckt und damit nicht rechtskräftig. Vertragspartner, die die Kündigung verspätet bearbeiten - etwa weil sie aufgrund der vielen Zuschriften nicht mehr nachkommen -, müssten zu Unrecht abgebuchte Beträge zurückzahlen. Die Bahn verspricht das zu tun. "Wichtig ist natürlich, dass Sie fristgerecht gekündigt haben und das nachweisen können", sagt Kolbe.

Das Abo des Deutschlandtickets verlängert sich automatisch von Monat zu Monat, wenn es nicht rechtzeitig bis zum 10. der Vormonats gekündigt wird. Einige Anbieter sind laut Kolbe sogar deutlich kulanter. Ihre Kündigung sollten Abonnentinnen und Abonnenten entweder online über die Webseite oder das Buchungsportal ihres Vertragspartners vornehmen oder schriftlich per Mail oder Brief an diesen richten und den Vorgang entsprechend dokumentieren. Mit wem der Vertrag letztlich geschlossen wurde, kann man der Bestellbestätigung entnehmen.

Letzte Option: Schlichtungsantrag

Für alle Tickets, die auf bahn.de oder im DB Navigator gekauft werden, ist der Vertragspartner die Deutsche Bahn, teilt eine Sprecherin des Konzerns mit. Ob das Ticket dann das Emblem eines regionalen Verkehrsverbunds trägt oder nicht, spielt keine Rolle. Für die Kündigung solcher Abos rät die Bahn-Sprecherin zum Aboportal oder dem Kündigungsformular auf bahn.de. Auf diese Weise würde die Kündigung am schnellsten - weil automatisiert - vorgenommen.

Wer auf diese Weise nicht weiterkommt, kann sich auch telefonisch an das jeweils zuständige Abocenter der Deutschen Bahn oder per Mail an die zentrale Anlaufstelle der Bahn unter kundendialog@bahn.de wenden. Aufgrund des "außerordentlichen Interesses" könne es dabei zu längeren Wartezeiten kommen. Die Bahn gebe aber ihr Bestes, alle Anfragen so schnell wie möglich zu beantworten, so die Bahn-Sprecherin.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Übrigens: Gibt es trotz aller Tipps Probleme bei der Kündigung des Abos, können Verbraucherinnen und Verbraucher, die bei ihrem Vertragspartner nicht weiterkommen, auch einen Schlichtungsantrag bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr stellen. Im Idealfall führt das Problem spätestens auf diesem Weg zu einer Lösung. (dpa/af)

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