• Meeresforscher haben vor der Küste Tahitis ein mehr als drei Kilometer langes Korallenriff entdeckt.
  • Besonders sei vor allem der gute Zustand des Riffs.
  • Die Forscher vergleichen es mit einem "Kunstwerk", das sich 35 bis 70 Meter unter Wasser befinde.

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Meeresforscher um Laetitia Hédouin haben vor der Küste Tahitis in den Tiefen des Südpazifiks ein mehr als drei Kilometer langes Korallenriff entdeckt. Die von Nesseltieren gebildete Struktur befinde sich in 35 bis 70 Metern Tiefe und scheine in einem guten Zustand zu sein, berichtete die Fachzeitschrift "New Scientist".

"Es ist ein sehr gesundes Riff, wie ein wahr gewordener Traum", zitiert die Zeitschrift Hédouin. "Mitten in der Biodiversitätskrise sind das sehr gute Nachrichten."

Großes Korallenriff vor Tahiti entdeckt
Auf diesem von Alexis Rosenfeld zur Verfügung gestellten Foto untersuchen Forscher des französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung im Dezember 2021 Korallen in den Gewässern vor der Küste Tahitis in Französisch-Polynesien.

Eines der größten Riffe in dieser Tiefe

Es handele sich um eines der größten in dieser Tiefe entdeckten Riffe, hieß es beim Sender BBC unter Berufung auf die UN-Wissenschaftsorganisation Unesco, die die Mission leitete.

Taucher entdeckten demnach das Riff im November bei einer Expedition vor Französisch-Polynesien, die Teil einer internationalen Mission zur Erfassung des Meeresbodens ist. "Es war magisch, riesige, wunderschöne, rosenförmige Korallen zu sehen, die sich so weit erstrecken, wie das Auge reicht", sagte der französische Fotograf Alexis Rosenfeld, der das internationale Taucherteam leitete. Es sei "wie ein Kunstwerk" gewesen.

Großes Korallenriff vor Tahiti entdeckt
Alexis Rosenfeld sagte, der Anblick der Korallen sei "wie ein Kunstwerk" gewesen.

Nur etwa 20 Prozent des Meeresbodens bislang kartografiert

In den kommenden Monaten wollen Wissenschaftler nun herausfinden, welche Arten in der Umgebung des Riffs leben. Es gebe vermutlich noch viele weitere dieser Ökosysteme, von denen man nichts wisse, sagte Julian Barbiere von der Unesco: "Es könnte noch viel mehr große Riffe in unserem Ozean in einer solchen Tiefe geben, die weitere Untersuchungen erfordern. Soweit wir wissen, könnte dies eines der größten Korallenriffe in dieser Tiefe sein, aber Tatsache ist, dass wir in dieser Tiefe nicht wirklich nach Korallenriffen gesucht haben." Nach Angaben der UN-Behörde sind bisher nur etwa 20 Prozent des Meeresbodens kartografiert worden. Man müsse sich nun Gedanken um den Schutz dieser bislang unentdeckten Lebensräume machen.

Millionen von Menschen seien für ihren Lebensunterhalt auf die sogenannten Ökosystemleistungen der Korallenriffe angewiesen, erläutert Hédouin: "Wir brauchen Korallenriffe für die Fischerei, für den Tourismus, sogar für den Küstenschutz."

Und Barbière ergänzt: "Es gibt auch Vorteile für Korallenriffe, die nicht immer so offensichtlich sind. Wir finden immer mehr potenzielle medizinische Lösungen durch einige der Meeresorganismen, die in diesen Ökosystemen lebten. Diese könnten beispielsweise bei der Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Krebs oder Arthritis helfen."

Experten fordern Maßnahmen gegen das Korallensterben

Experten fordern seit längerem Maßnahmen gegen das Absterben der weltweiten Korallenriffe. Ursachen für die Zerstörung der Korallenriffe seien vor allem die Überfischung und die Verschmutzung der Meere sowie der Klimawandel. Der Klimawandel lasse die Meerestemperaturen steigen, was wiederum zur berüchtigten Korallenbleiche führe. (dpa/mgb)