Mit einem kleinen Schalter kann das Wohnmobil-Radio im Stand aktiviert werden und läuft dann wahlweise über die Starter- oder die Bordbatterie.

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Bei manchen Wohnmobilen, Campingbussen oder Teilintegriertem, wie dem Dauertestwagen der Redaktion von Chausson ist das Radio mit dem Zündungsplus des Basisfahrzeugs gekoppelt.

Musik hören am Stellplatz über die integrierte Soundanlage ist bei abgestelltem Motor nicht möglich. Hängt das Multimedia-Gerät dagegen am Dauerplus des Starterakkus, kann es mitunter permanent Strom ziehen – selbst in ausgeschaltetem Zustand.

Warum ergibt ein Schalter-Umbau Sinn?

Auf Dauer, etwa bei längeren Standzeiten, schwächt das die Batterie. Ein Dreifachschalter, eingebaut von Chausson-Händler Schafhäutle in Kirchheim am Neckar, soll Musikvergnügen im Stand ermöglichen.

Schalterstellung eins aktiviert das Gerät weiterhin über die eingeschaltete Zündung, Schalterstellung zwei versorgt es über die Aufbaubatterie. Schalterstellung null trennt das Radio komplett vom Strom. Beim Naviceiver des Chausson ist diese Stromlos-Stellung problemlos, weil alle Einstellungen per internem Speicher erhalten blieben.

Schritt-für-Schritt Anleitung Radioschalter umbauen

Kommentar Timo Großhans: Warum ist ein Radio-Umbau überhaupt notwendig?

Der Sprung ins 21. Jahrhundert ist bei manchen Herstellern immer noch nicht vollzogen. Es gibt immer noch viele Modelle, bei denen man nicht einfach Radio ohne Zündung anhören kann. Und bei vielen, wo das geht, zieht das Radio den Strom unsinniger Weise aus der Starterbatterie, statt vom Landstrom oder dem Bordspeicher.

Dabei ist die Technik, die das regeln könnte, in unserer Welt mittlerweile allgegenwärtig wie einfach. Letztens fand ich ein per App steuerbares Ventil für den Gartenschlauch, um Obst, Gemüse und Rasen zu bewässern. Kosten für das Teil: Ein paar wenige Euro. Aber einen Schalter, um die Stromquelle für ein Wohnmobil-Radio wählen zu können, die muss man oft als Reisemobil-Kunde und -Kundin noch selbst investieren und nachrüsten. Das ist einfach absurd.

Mindestens 2 weitere Themen fallen mir in diesem Kontext ein: Die "Camperstellung" und die piepsende Trittstufe.

Bei der Camperstellung wird dem Fahrzeug ein Modus hinterlegt, in dem es, zum Beispiel, wenn kurz die Zündung angemacht wird, nicht das Abblendlicht anspringt und den kompletten Campingplatz erhellt. Eine sinnvoll, aber bei Weitem nicht weitverbreitete Lösung.

Was mich persönlich nervt, sind Trittstufen, die beim Einschalten der Zündung nicht automatisch einfahren. Die Zündung an den Einfahrschalter zu koppeln, darf doch kein Hexenwerk sein. Und selbst, wenn man kruden Ausreden, die dagegensprechen, in ihrer Argumentation folgen mag, dann sollte wenigstens ein Schalter unters Lenkrad, dass man von dort aus die Trittstufe einfahren kann.

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2024 noch mal vom Fahrersitz aufzustehen, um dann im schrillen Schall des Warntons die Stufe einzufahren, ist einfach absurd. Genauso wie anspringende Abblendlichter oder zündungsunabhängiger Radiogenuss.  © Promobil

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