• Aktuelle Untersuchung von UNICEF rückt massive Wasserkrise in den Fokus.
  • 450 Millionen Kinder von Wasserunsicherheit betroffen.
  • Neue Initiative von UNICEF soll nachhaltig Wasserstress entgegenwirken.
  • Der Weltwassertag am 22. März steht in diesem Jahr unter dem Motto "Valuing Water" ("Wert des Wassers").

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Laut einer aktuellen Untersuchung von UNICEF leben weltweit mehr als 1,42 Milliarden Menschen in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit, darunter 450 Millionen Kinder. Damit hat jedes fünfte Kind weltweit nicht genug Wasser, um seinen täglichen Bedarf zu decken.

Die Analyse identifiziert besonders betroffene Gebiete, in denen natürliche Wasserknappheit mit einer schlechten Wasserversorgung zusammentreffen.

Familien und Gemeinden sind dort auf Oberflächenwasser und unsichere Wasserquellen angewiesen. Zudem dauert es häufig länger als 30 Minuten, um Wasser zu beschaffen - diese Aufgabe fällt oft Kindern zu, meistens Mädchen, die dann nicht zur Schule gehen können.

Afrika besonders von Wasserknappheit betroffen

So leben Kinder in mehr als 80 Ländern in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit. Im östlichen und südlichen Afrika ist der Anteil der betroffenen Kinder am höchsten. Mehr als die Hälfte der Kinder dort hat Schwierigkeiten, täglich Zugang zu ausreichend Wasser zu bekommen. Es folgen West- und Zentralafrika (31 Prozent), Südasien (25 Prozent) und der Nahe Osten (23 Prozent). In Südasien leben die meisten Kinder in hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit – mehr als 155 Millionen.

Die Untersuchung identifiziert 37 "Hotspot-Länder", in denen besonders viele Kinder von Wasserunsicherheit betroffen sind und in denen internationale Hilfe in diesem Bereich dringend verstärkt werden muss. Dazu gehören Afghanistan, Burkina Faso, Äthiopien, Haiti, Kenia, Niger, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Sudan, Tansania und Jemen.

Neue Initiative soll Wasserkrise langfristig entgegenwirken

Neben schnellem Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Wassermissbrauch und Misswirtschaft reduzieren der Klimawandel und extreme Wetterereignisse die verfügbaren Mengen an sicherem Wasser. Laut einem UNICEF-Bericht aus dem Jahr 2017 wird fast jedes vierte Kind weltweit bis 2040 in Gebieten mit extrem hohem Wasserstress leben.

Vor dem Hintergrund dieser globalen Wasserkrise startet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die Initiative "Wassersicherheit für alle" ("Water Security for All"), um langfristig zu erreichen, dass jedes Kind Zugang zu einer nachhaltigen und klimaresistenten Wasserversorgung hat. Dazu zählen beispielsweise präventive Maßnahmen, um Wasserknappheit zu verhindern, wie Ressourcenbewertung, nachhaltige Wasserentnahme, effiziente Nutzung sowie Frühwarnung.

Nagiai hat ihren Mann, sieben Kinder und einen Enkel bei einem Erdbeben in Papua-Neuguinea verloren.

Über diese zehn Krisengebiete wurde im Jahr 2020 kaum berichtet

Die internationale Hilfsorganisation CARE hat zusammen mit dem Mediendienst Meltwater die zehn hilfsbedürftigsten Länder ermittelt, die im vergangenen Jahr medial kaum Beachtung fanden. (Foto: CARE / care.de)