(kle)Was mit einem Tabubruch begann, machte nicht nur manches Mädchen berühmt, sondern wurde auch zu einer der lukrativsten Ideen der Mediengeschichte: Das Mädchen von Seite Drei.

Die englische Boulevardzeitung "The Sun" war 1970 die erste, die es wagte, nackte Haut im Blatt zu präsentieren. Wo bislang glamourös gekleidete Models glänzten, prangten plötzlich blanke Brüste vom "Mädchen von nebenan". Was Rupert Murdoch, den Medienunternehmer und Inhaber des Blattes, zunächst schockierte, entpuppte sich als genialer Schachzug des damaligen Chefredakteurs. Die am Abgrund stehende und mit Auflagenschwund kämpfende Zeitung verbuchte seit der mutigen Entscheidung einen Leserzuwachs von 1,5 Millionen auf 2,1 Millionen.

Allen Protesten zum Trotz und durch den Erfolg der "Sun" bestätigt, fanden sich schon bald zahlreiche Nachahmer. "Daily Star", "Daily Mirror" und auch die deutsche "Bild"-Zeitung hatten sehr bald nackte Haut zu bieten. Seit 40 Jahren hält sich die Idee, die auf die inzwischen altbewährte Weisheit "Sex sells" (engl.: Sex verkauft) baut.

Das erste Mädchen, das seine Reize in der "Sun" zur Schau stellte, war die Deutsche Stefanie Rahn. Ihr folgten zahlreiche weitere, die längst nicht mehr nur in der Zeitung erschienen und danach wieder vergessen wurden. Einige nutzten den Nacktauftritt zum Start einer Karriere. Samantha Fox war 16 Jahre alt, als sie sich für das Blatt auszog. Vier Jahre später landete sie mit dem Lied "Touch Me" einen Hit. Und auch "Boxenluder" Katie Price begann mit entblößten Brüsten in der "Sun". Es folgten der Playboy, Versuche als Sängerin und ihre bis heute dauernde, ständige Medienpräsenz als It-Girl.