Es gibt Tage, an denen ist man nur am Futtern. Aber wirkt sich das auch gleich auf die Figur aus?

Manchmal könnte man den ganzen Tag nur fressen. Morgens, mittags und abends haut man sich mächtige Portionen rein. Auch für diverse kalorienreiche Zwischenmahlzeiten ist noch Platz im Bauch.

Spätestens abends, wenn vor dem Fernseher zum krönenden Abschluss noch eine Schüssel Chips oder eine Schale Eis in den Magen wandert, schreit das schlechte Gewissen. Man fühlt sich viel pummeliger als am Vortag. Am nächsten Morgen meidet man die Waage, aus schierer Panik, dass sich über Nacht ein, zwei Kilo mehr auf die Anzeige geschlichen haben. Aber ist diese Angst berechtigt?

Nein, es ist nahezu unmöglich, durch ein oder auch zwei Fress-Tage ein ganzes Kilo zuzunehmen. Ein Kilo Fettgewebe entsteht, wenn man 7.000 Kilokalorien (kcal) mehr zu sich nimmt, als der Körper benötigt. Wie viel Energie brauchen wir täglich? Ein 35-jähriger, 1,80 Meter großer Büroangestellter, der 80 Kilo wiegt und in seiner Freizeit etwas Sport treibt, verbrennt etwa 3.100 Kilokalorien am Tag. Eine 35-jährige, 1,70 Meter große Büroangestellte, die 60 Kilo wiegt und ebenfalls ab und zu Sport treibt, verbraucht circa 2.100 Kilokalorien am Tag.

Dieser Mann müsste mehr als doppelt so viel, die Frau fast dreieinhalb Mal so viel essen wie gewöhnlich, um ein Kilo an einem Tag zuzunehmen.

Wie viele Kilokalorien essen wir, wenn wir richtig über die Stränge schlagen? Ein Beispiel:

Ein Schoko-Croissant253 kcal
Ein Apfel68 kcal
Eine Bratwurst427 kcal
Eine kleine Portion Pommes238 kcal
Eine Banane110 kcal
Ein Stück Schokokuchen449 kcal
Ein Mars-Riegel229 kcal
Ein Becher Frucht-Joghurt Erdbeer (250 Gramm)220 kcal
250 Gramm Nudeln mit Pesto770 kcal
Ein Viertel Liter Rotwein202 kcal
20 M&Ms Erdnuss192 kcal
In der Summe3.158 kcal

Mit dieser zweifellos imposanten Völlerei liegt eine Frau zwar deutlich über ihrem Tagesbedarf an Kilokalorien. Doch sie ist immer noch weit - und zwar knapp 6.000 Kilokalorien - davon entfernt, ein einziges Kilo zuzunehmen. De facto nimmt sie keine 150 Gramm zu.

Das ist beruhigend und bedeutet, dass ein schlechtes Gewissen und die Sorge um unsere Figur unnötig sind, wenn wir mal über die Stränge schlagen. Ziehen wir die Schlemmerei allerdings über mehrere Tage durch, wandert in der Tat das ein oder andere Kilo Fett auf Bauch und Hüften. Und das wird man entsprechend schwer wieder los: Nach der gleichen Rechnung müssen wir nämlich 7.000 Kilokalorien einsparen. Eine Menge Essen, wie wir gerade gesehen haben.