Handytarife mit LTE: Mobil schneller surfen

LTE ist längst ein etablierter Standard auf dem Mobilfunkmarkt. Ob im Prepaid-Bereich oder bei einer Allnet-Flat: LTE, der modernste Mobilfunkstandard, verspricht hohe Übertragungsraten beim mobilen Surfen. Websites, Musik und Videos lassen sich auf dem Smartphone oder Tablet um ein Vielfaches schneller abrufen als bei UMTS. Schon lange haben die großen Mobilfunkanbieter günstige Handytarife mit LTE für ihre Kunden im Programm. Trotzdem fragen sich noch viele: Was ist LTE eigentlich? Und brauche ich es?

Was ist LTE?

Die Abkürzung LTE steht für „Long Term Evolution“. Sie bezeichnet einen Mobilfunk-Standard der vierten Generation (4G). Die verwendete Technik ermöglicht dabei einen deutlich schnelleren Internetzugang als ältere mobile Übertragungsarten. Außerdem versorgt LTE nicht nur Smartphones mit Internet, sondern ist durch seine hohen Übertragungsraten und geringe Latenz sogar für viele Hausanschlüsse interessant.

Theoretisch soll LTE in seiner höchsten Ausbaustufe beim Download bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreichen. Inzwischen gibt es auch Geräte, die dies tatsächlich nutzen können. In der Praxis wird aber meist wesentlich weniger Datendurchsatz erreicht: Bei den meisten Anbietern liegen die Werte der Handytarife mit LTE um die 20 Mbit/s.

Wo ist LTE verfügbar?

Insbesondere Regionen, wo kaum kabelgebundenes Breitbandinternet über DSL vorhanden ist, können Verbraucher auch von einem LTE-Tarif als Ersatz profitieren. Als im Frühjahr 2010 die Bundesnetzagentur die Frequenzen für den LTE-Ausbau versteigerte, war deshalb auch die Vergabe an eine Bedingung geknüpft: Die unterversorgten Regionen sollten zuerst mit dem mobilen Breitbandinternet versorgt werden.

Erst nachdem diese Vorgabe im Herbst 2012 als erfüllt galt, konnten die LTE-Anbieter Telekom, Vodafone und O2 die ersteigerten Frequenzen umfassend in allen Bundesländern nutzen. Neben ländlichen Regionen ist LTE heute auch in städtischen Ballungszentren verfügbar. In den letzten Jahren haben die großen Mobilfunkanbieter viel in den Ausbau des Netzes investiert. Die höchste Abdeckung erreicht mit 91 Prozent die Deutsche Telekom, gefolgt von Vodafone mit 84 Prozent und O2 mit 75 Prozent.

Wie wird das Netz ausgebaut?

Damit LTE irgendwann im gesamten Bundesgebiet verfügbar ist, müssen unter anderem bestehende UMTS-Sendemasten umgerüstet werden. Bei vielen Anlagen ist dies schon erfolgt. Außerdem gehen wöchentlich neue Sendemasten ans Netz, die speziell für den LTE-Standard errichtet werden. Dafür werden Glasfaserverbindungen benötigt, die eine hochperformante Verbindung zum Kern-Netz sicherstellen. Hierin liegen der größte Zeitfaktor und Kostenpunkt. Ein Grund für O2, Anfang 2012 eine Kooperation mit der Telekom einzugehen.

Was ist nötig, um LTE zu nutzen?

Außer einem Handytarif mit LTE benötigt man vor allem die passende Hardware, um das mobile Highspeed-Internet auch nutzen zu können. Je nach Art der Nutzung bieten sich dafür verschiedene Endgeräte an. Wer mit dem Smartphone oder Tablet auf das LTE-Netz zugreifen möchte, muss ein Gerät besitzen, welches neben UMTS auch LTE unterstützt. Zahlreiche – insbesondere neue – Modelle sind bereits mit dem Standard kompatibel.

Wenn Sie mit dem Laptop bzw. Notebook oder einem Desktop-PC per Handytarif mit LTE surfen möchten, benötigen Sie einen speziellen Surfstick. Einige neuere Geräte sind auch mit einem integrierten 4G-Modem ausgestattet. Zu Hause bietet sich vor allem ein Hybrid-Router an, der die Bandbreite von Festnetz und Mobilfunk automatisch bündelt. So wird auch in weniger gut erschlossenen Gebieten ein schneller Internetzugang dank Allnet-Flat mit LTE möglich. Solche Router kann man häufig bei Vertragsabschluss beim Anbieter erwerben.

Wann bietet sich ein LTE-Vertrag an?

Ein Handyvertrag mit LTE bietet sich für alle Verbraucher an, die das mobile Internet intensiv nutzen, wobei größere zu übertragende Datenmengen anfallen. Einer der spürbaren Unterschiede zwischen der UMTS- und der LTE-Technik liegt in der Pingzeit: Die Antwort auf eine Anfrage durch den Smartphone-Browser erfolgt seitens des Servers schneller. Zudem werden Websites deutlich schneller aufgebaut und Inhalte zügiger geladen.

Wirklich interessant ist LTE für alle, die in Regionen leben, die zuvor lediglich über ein lückenhaftes UMTS-Netz verfügten. Durch den guten Ausbau des LTE-Netzes und die Konzentration zunächst auf ländliche Regionen sind Letztere vergleichsweise gut erschlossen. Bevor ein neuer Handyvertrag abgeschlossen wird, sollte man deshalb immer erst die Netzabdeckung des Anbieters checken.

Geht es noch schneller als mit LTE?

LTE ist zurzeit der am weitesten verbreitete Mobilfunkstandard. Aber so ähnlich, wie es beim GPRS die Weiterentwicklung EDGE gab und bei UMTS die Aktualisierung HSDPA, hat auch LTE bereits seine erste Weiterentwicklung erhalten: LTE-Advanced. Dieses bietet eine noch größere Datenbandbreite von bis zu 1.000 Mbit/s. Seit Anfang 2014 wird es in Deutschland getestet. Gerade dort, wo DSL nicht erschlossen ist, könnte das Standard-Update interessant sein. 5G ist der aktuellste Mobilfunkstandard und ermöglicht Datenraten von bis zu 10.000 Mbit/s.

Auch wenn das Potenzial von LTE möglicherweise noch nicht ausgeschöpft ist, steht der Nachfolger bereits in den Startlöchern. 5G übertrumpft 4G noch einmal und bietet noch mehr Leistung: Während die Datenraten um ein Vielfaches erhöht wurden, konnten Energieverbrauch sowie Latenzzeiten weiter gesenkt werden. Noch befindet sich das 5G-Netz allerdings im Aufbau und ist erst in wenigen Regionen nutzbar.

Was kosten Handytarife mit LTE?

Ein Handyvertrag mit LTE-Standard ist im Vergleich zu DSL- oder Fernsehkabel-Anschlüssen etwas teurer. Die verschiedenen Mobilfunkanbieter haben je mehrere Paketvarianten zu unterschiedlichen Konditionen im Programm. Für Vielsurfer lohnt sich besonders eine Allnet-Flat mit LTE. Dafür ist ein gründlicher Vergleich ratsam, um das Paket bzw. den LTE-Tarif für sich zu finden, den man auch wirklich nutzt – und nicht unnötig zu viel zu bezahlen.