Handyvertrag mit Festnetznummer: Das praktische Doppel

Das Festnetz ist tot? Im Gegenteil! Obwohl heutzutage fast jeder ein Handy besitzt, ist der Haustelefonanschluss noch weit verbreitet. Laut einer Studie der Europäischen Kommission hatten im Jahr 2015 etwa 85 Prozent der deutschen Haushalte einen Festnetzanschluss. Keine Lust aufs Haustelefon? Mit einem Handytarif mit Festnetznummer schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

Wann eine Festnetznummer sinnvoll ist

Viele Handybesitzer haben einen Handyvertrag mit All-Net-Flat, mit dem sie kostenlos ins Fest- und Mobilfunknetz telefonieren können. Ein separates Festnetztelefon ist für sie nicht mehr so wichtig. Zahlreiche Nutzer verzichten sogar auf die Nummer mit der Ortsvorwahl und beschränken sich auf einen Internetanschluss, um Kosten zu sparen.

Doch nicht jeder kann kostenlos ins Mobilfunknetz telefonieren. Wer keine Flatrate hat, zahlt deutlich höhere Preise als bei Anrufen ins Festnetz. Ist dies bei vielen Personen in Ihrem Umfeld der Fall, kann sich eine Festnetznummer lohnen. Dafür müssen Sie aber keinen separaten Vertrag abschließen und ein weiteres Telefon kaufen. Viele Mobilfunkanbieter haben Handytarife mit Festnetznummer im Angebot. In diesem Fall sind Sie auf Ihrem Handy sowohl unter einer Mobilfunk- als auch unter einer Festnetznummer erreichbar.

Festnetznummer praktisch für Geschäftskunden

Eine Festnetznummer fürs Smartphone ist nicht nur etwas für Privatkunden. Auch Geschäftskunden profitieren davon. Sie haben ein eigenes Gewerbe und müssen auch dann erreichbar sein, wenn Sie nicht in Ihrem Büro sind? Entscheiden Sie sich für einen Handyvertrag mit Festnetznummer, können Sie eine Festnetznummer an Ihre Kunden weitergeben, benötigen aber kein zusätzliches Telefon. Stattdessen nehmen Sie die Anrufe mit Ihrem Handy entgegen. Bei einigen Anbietern ist dies sogar bundesweit möglich – also auch dann, wenn Sie geschäftlich unterwegs sind.

Diese Varianten gibt es

1999 bot Viag Interkom, heute O2, mit Genion den ersten Handytarif mit Festnetznummer an. Die anderen Anbieter zogen bald nach. Heute gibt es bei allen großen Netzanbietern die Möglichkeit, eine Festnetznummer fürs Handy zu bestellen. Für Prepaid-Handytarife gibt es diese Option normalerweise nicht. Man unterscheidet zwei Arten von Handyverträgen mit Festnetznummer.

Tarif mit begrenztem Heimbereich

Bei diesem Tarif geben Sie eine Adresse an, für die der Zuhausebereich gelten soll, zum Beispiel Ihre Wohnung, Ihre Arbeitsstelle oder einen anderen Ort, an dem Sie sich häufig aufhalten. Gegen Aufpreis haben Sie die Möglichkeit, den Bereich zu ändern, zum Beispiel wenn Sie umziehen oder sich Ihre Arbeitsstelle ändert. Diese Homezone gilt im Umkreis von bis zu zwei Kilometern um die angegebene Adresse.

Innerhalb dieses Bereichs erreichen Anrufer Sie unter Ihrer Festnetznummer zum Ortstarif. Befinden Sie sich außerhalb dieses Areals, wird der Anrufer entweder auf die Mailbox umgeleitet oder er erhält eine Ansage, dass Sie sich gerade nicht in Ihrem Zuhausebereich aufhalten. Auch eine für Sie kostenpflichtige Weiterleitung auf die Mobilfunknummer ist möglich.

Bei dieser Tarifart telefonieren Sie in der Homezone zu günstigen Konditionen ins deutsche Festnetz – genau wie bei einem richtigen Festnetztelefon. Bei einigen Anbietern können Sie zusätzlich eine Festnetzflatrate dazubuchen. Oft sind auch die Konditionen für Anrufe in ausländische Festnetze besser als beim Mobilfunktarif. Ob Sie sich im Heimbereich finden, wird entweder durch ein Symbol auf dem Display angezeigt oder Sie hören vor dem Telefonieren ein akustisches Signal.

Festnetznummer gilt bundesweit

Bei einer anderen Variante des Homezone-Tarifs erhalten Sie bei Vertragsabschluss zusätzlich zu Ihrer Mobilfunknummer eine Festnetznummer. Sie ist bundesweit erreichbar. Egal, ob Sie sich gerade zuhause oder in einer anderen deutschen Stadt aufhalten – Ihre Anrufer erreichen Sie unter dieser Nummer immer zu Festnetzkonditionen. Allerdings können Sie selbst in diesem Fall nicht wie bei der begrenzten Homezone zum Ortstarif telefonieren, wenn Sie im Heimbereich sind. Stattdessen gelten überall die Konditionen Ihres Mobilfunktarifs.

Wie bekomme ich die Festnetznummer?

Um eine Festnetznummer für Ihren Mobilfunktarif zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Bei einigen Anbietern erhalten Sie diese automatisch bei Vertragsabschluss. Bei anderen Netzbetreibern können Sie die Homezone als kostenpflichtige Zusatzoption buchen. Das erledigen Sie zum Beispiel online oder per Hotline.

Die Festnetznummer können Sie sich nicht aussuchen. Die Vorwahl entspricht der Vorwahl Ihrer Kontaktadresse, die Sie im Handyvertrag angegeben haben. Wo Sie Ihren Zuhause-Bereich anschließend einrichten, bleibt Ihnen überlassen. Haben Sie bereits eine Festnetznummer, können Sie diese zu Ihrem neuen Mobilfunkvertrag mit Festnetzoption mitnehmen.

Handyvertrag und Festnetznummer: Lohnt sich das?

Zwei Telefonnummern statt nur einer – braucht man das wirklich? Das kommt auf den Einzelfall an. Erhalten Sie die Festnetznummer kostenfrei bei Abschluss des Vertrags, ist das natürlich eine nette Beigabe. Ihnen entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten, aber Ihre Freunde, Familie und Geschäftspartner, die nicht günstig ins Mobilfunknetz telefonieren können, freut es bestimmt.

Anders sieht die Sache bei den kostenpflichtigen Zusatzoptionen aus. Prüfen Sie in diesem Fall genau, ob sich dies für Sie lohnt oder ob die zusätzlichen Kosten unverhältnismäßig hoch sind. Dann rentiert es sich möglicherweise, auf den teuren Mobilfunktarif zu verzichten und einen normalen Festnetzanschluss einzurichten. Um die Mobilfunkkosten niedrig zu halten, empfiehlt sich dann zum Beispiel ein All-Net Tarif von WEB.DE mit einer niedrigen Grundgebühr.