Achtung "Romance Scamming": Heiratsschwindel online

Einsame Herzen auf der Suche nach einer neuen Liebe: Schon früher waren sie ein gefundenes Fressen für Kriminelle. Und Heiratsschwindler gibt es immer noch – heutzutage tummeln sich aber vermehrt im Internet. Wir klären auf!
Anne S. wurde von einem gut aussehenden Charmeur über eine Dating-Plattform im Internet kontaktiert. Dort hatte sie sich auf der Suche nach einem neuen Partner ein Profil angelegt – und wurde kurz darauf schon angeschrieben. Von Thomas F., 45 Jahre, Pilot bei einer bekannten deutschen Fluggesellschaft. Seiner Beschreibung nach blond, blauäugig, sportlich und äußerst gutaussehend mit einem hohen Monatsgehalt. Anne und Thomas mailen sich regelmäßig, er überschüttet sie mit Komplimenten, die Kommunikation wird immer vertrauter und intimer zwischen den beiden, doch zum Treffen kommt es vorerst nicht.

Nach einigen Wochen Hin-und-Hergeschreibe wird es plötzlich seltsam. Thomas bittet Anne um 5.000 Euro für eine kranke Verwandte in Osteuropa. Er selbst sei durch die Corona-Krise in Geldnot geraten und könne das Geld für die notwendige OP nicht entrichten. Anne überweist das Geld. Und hört danach nie wieder etwas von Thomas. Sein Profil im Internetportal ist gelöscht. Was ist passiert?

"Romance Scamming" – Heiratsschwindel 2.0

Diese Geschichte ist nur ein fiktives Beispiel von Romance Scamming, oder auch Love Scamming – auf Deutsch "Liebesbetrug". Es ist eine Masche, bei der die Täter sich auf romantischem Wege Ihrem Opfer nähern. Aber nicht in einer Bar, sondern über das Internet. Anne ist in diesem Fall das geschröpfte Opfer, Thomas der windige Rosenkavalier.

Damit Sie im echten Leben nicht in solch eine Liebesfalle tappen, finden Sie hier eine Liste mit Merkmalen, an denen Sie Romance Scamming erkennen.

Woran erkennt man Romance Scamming?

Folgende Merkmale sollten Sie – vor allem in Kombination – argwöhnisch werden lassen:
 
  • In Dating-Plattformen ist das Profil eines Romance Scammers meist ganz neu.
  • Das Profilfoto zeigt einen überdurchschnittlich attraktiven Menschen und ist häufig sehr gestellt, unnatürlich.
  • Der Mann/ die Frau (es gibt natürlich auch weibliche Scammer!) hat viele Freunde, die meisten davon im Ausland.
  • Der Lebenslauf ist ein einziges Feuerwerk an Erfolgen.
  • Die Kontaktaufnahme und weitere Kommunikation erfolgt meist in perfektem Englisch. Gern mal mit einem offensivem "Hey Baby, I love your Style".
  • Scammer ziehen meist schnell das ganze Register an Charme-Attacken und wickeln so ihre Opfer schnell um den Finger.
  • Die Scammer zeigen sich extrem interessiert für das Privatleben ihres Opfers, gaukeln Anteilnahme vor, wollen alles über die Kinder wissen etc.
  • Scammer lehnen echte, physische Treffen ab, immer wieder mit Ausreden.
  • Irgendwann kommt der Punkt, an dem sie von einer "unglaublichen", plötzlichen Notlage berichten und das Opfer um Geld bitten.
  • Auch bitten sie häufig um ein Visum, Päckchen- oder Briefversand oder die Eröffnung eines gemeinsamen Kontos. Damit sind auch notwendige Kopien von Ausweisen zur Fälschung von Pässen keine Seltenheit.

Wie schütze ich mich vor den Heiratsschwindlern im Internet?

  • Lassen Sie sich nicht blenden von überschwänglichen Komplimenten. Schon gar nicht, wenn Sie den Kontakt noch gar nicht kennen.
  • Versenden Sie kein Geld. Egal, welche Geschichte Ihnen der Kontakt auch auftischen mag.
  • Geben Sie auch niemals Ihre Kontodaten oder Ausweiskopien etc. weiter.
  • Suchen Sie im Verdachtsfall im Internet nach der Person: Vielleicht ist der Scammer schon in anderen Dating-Plattformen auffällig geworden?
Wichtig: Sind Sie tatsächlich auf einen Romance Scammer hereingefallen und haben bereits Geld überwiesen, brechen Sie den Kontakt sofort ab. Das Geld werden Sie zwar nie wiedersehen, trotzdem sollten Sie bei der Polizei Strafanzeige erstatten.
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