Digitale Geldwäsche: Das steckt hinter "Money Muling"

Beim "Money Muling" versuchen Betrüger, Sie dazu zu bringen, illegales Geld auf ausländische Konten zu transferieren, um es zu waschen. Damit Sie sich nicht strafbar machen, zeigen wir Ihnen die gängigen Methoden und wie Sie sich davor schützen können.
  Von Kieran – Lesedauer: 3 Min.

 

Sie erhalten eine E-Mail-Nachricht oder sehen eine Anzeige in den sozialen Medien. "Arbeiten von zu Hause! Keine Vorkenntnisse nötig. Schnelle und gute Bezahlung!"

Was zunächst verlockend klingen mag, kann Sie in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Denn hinter solchen Anzeigen stecken oft Kriminelle, die Sie als Zwischenstation für illegale Geldflüsse missbrauchen wollen.

Wie funktioniert "Money Muling"?

"Mule", das ist Englisch und bedeutet Maultier. Diese Tiere werden vor allem in unwegsamen Gebieten als Lasttiere eingesetzt.

Ein solches Gebiet ist auch das Internet. Für Kriminelle, die ihr Geld mit illegalen Geschäften wie Drogen- oder Waffenhandel, Prostitution oder Korruption verdienen, stellt es eine attraktive Möglichkeit dar, Schwarzgeld zu waschen.

An einer Wäscheleine trocknen mehrere 50 und 100€ Scheine.
Kriminelle versuchen, einfache Nutzer dazu zu bringen, sie bei der Geldwäsche zu unterstützen.

So kontaktieren Kriminelle die Nutzer

Hier gibt es mehrere Vorgehensweisen, vor denen Sie gewarnt sein sollten:

Die Job-Masche

Bei dieser Methode erhalten Sie über soziale Netzwerke oder sogar direkt per E-Mail ein vermeintliches Jobangebot. Die angeblichen Firmen wirken dabei oft seriös: Sie verfügen über professionell gestaltete Webseiten oder missbrauchen die Namen real existierender Unternehmen, um sich einen seriösen Anstrich zu geben. Dieses Vorgehen nennt man Spoofing. Häufig schicken sie sogar scheinbar offizielle Arbeitsverträge per E-Mail.

Lassen Sie sich auf das Angebot ein, ist es nun Ihre Aufgabe als Money Mule, Geldbeträge über Ihr eigenes Bankkonto zu empfangen, abzuheben und per Post über einen Geldtransfer-Service ins Ausland weiterzuleiten. Manchmal fordern die Täter auch, das Geld direkt auf ein anderes Konto zu überweisen oder in Kryptowährungen umzutauschen. Als Gegenleistung wird Ihnen eine Provision auf die weitergeleitete Summe versprochen.

Warum machen die Kriminellen das?
Indem Sie als Money Mule das Geld weiterleiten, taucht nicht der Name der eigentlichen Täter in den Ermittlungsakten auf, sondern Ihrer. Für Sie kann das schwerwiegende Folgen haben: von der Kündigung Ihres Kontos bis hin zu einer Anzeige wegen Beihilfe zur Geldwäsche oder Betrug.

Die Verkaufsplattformen-Masche

Bei dieser hinterlistigen Methode kontaktieren Kriminelle Personen, die auf gängigen Verkaufsplattformen ein Inserat eingestellt haben. Die Kontaktaufnahme erfolgt jedoch meist nicht über die offizielle Nachrichtenfunktion der Plattform, sondern über eine externe, anonyme E-Mail-Adresse oder einen Messenger-Dienst.

Kommt es zum Kauf, überweist der vermeintliche Käufer plötzlich viel zu viel Geld. Anschließend bittet er per Nachricht darum, die zu viel bezahlte Differenz auf ein im Ausland liegendes Konto zu überweisen.

Spätestens hier sollten bei Ihnen alle Alarmglocken läuten: Überweisen Sie kein Geld weiter und informieren Sie umgehend Ihre Bank sowie die Polizei. Andernfalls riskieren Sie, selbst in strafrechtliche Ermittlungen verwickelt zu werden.

Die Love-Scamming-Masche

Der letzte Weg ist besonders heimtückisch. Dabei bauen die Täter über soziale Netzwerke oder Dating-Plattformen oft über mehrere Monate hinweg eine scheinbar romantische Beziehung zu ihrem Opfer auf. Ist das Vertrauen erst einmal gewonnen, nutzen die Kriminellen diese emotionale Bindung gezielt aus.

Neben klassischen Geldforderungen kann auch Money Muling Teil der Masche sein: Der vermeintliche Partner bittet Sie plötzlich um Hilfe bei einer Überweisung ins Ausland. Was wie ein Vertrauensbeweis wirkt, kann Sie in Wahrheit in strafbare Handlungen verwickeln.

Wie kann ich mich vor Money Muling schützen?

  • Seien Sie grundsätzlich misstrauisch bei scheinbar lohnenswerten Jobangeboten: Hinter raschen Verdienstmöglichkeiten ohne Qualifikation und entsprechenden Arbeitsaufwand steckt selten etwas Seriöses.
  • Leiten Sie kein Geld weiter, dessen Herkunft Ihnen nicht bekannt ist.
  • Stellen Sie Ihre Bankkonten nie Dritten zur Verfügung.
  • Wenn Sie den Verdacht haben, als "Money Mule" kontaktiert zu werden, melden Sie sich umgehend bei Ihrer Bank und bei der Polizei.
  • Bedenken Sie: Auch wer "nur hilft", macht sich unter Umständen strafbar und riskiert Ermittlungsverfahren sowie Kontosperrungen!

Dieser Artikel erschien erstmalig am 20.12.2021 und wurde am 27.02.2026 überarbeitet.

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