Diese Wette erschien manchen Experten sogar für Tesla und Visionär Elon Musk eine Nummer zu groß. Und doch gelang es den Kaliforniern nun innerhalb von nur 100 Tagen den bis dato leistungsfähigsten Akku der Welt zu installieren – und so ein erhebliches Energieproblem Südaustraliens zu lösen.

Begonnen hatte alles mit einer Äußerung des Chefs der Batterie-Sparte von Tesla, Lyndon Rive. Dieser gab bereits Anfang des Jahres zu Protokoll, Tesla sei in der Lage die anhaltenden Probleme rund um die Stromversorgung in Südaustralien innerhalb von 100 Tagen zu lösen. Um seine Aussage zu stützen, verwies er im März, im Rahmen der Präsentation des neuen Energiespeichers für private Haushalte, der Powerwall 2.0, auf die erfolgreiche Inbetriebnahme einer Anlage mit einer Leistung von 80 Megawatt in Südkalifornien – nach nur 90 Tagen Bauzeit.

Hoch gepokert und doch gewonnen

Der einflussreiche australische Milliardär Mike Cannon-Brookes nahm dies zum Anlass, dem kalifornischen Technologieunternehmen um CEO Elon Musk eine Wette vorzuschlagen. Sollte es Tesla schaffen, innerhalb von nur 100 Tagen einen Energiespeicher mit einer Kapazität von satten 100 Megawatt – damit immerhin der größte seiner Art – zu installieren, sorge Cannon-Brookes sowohl für die Finanzierung als auch die nötigen politischen Rahmenbedingungen.

Elon Musk nahm die Wette nicht einfach nur an, sondern erhöhte auch gleich noch den Einsatz. Sein Versprechen damals: Sollte es Tesla nicht gelingen innerhalb der 100 Tage eine solche Anlage auf die Beine zu stellen, würde sie dem Käufer auch nicht in Rechnung gestellt.

Jetzt ist klar: Musk hat offenbar nicht zu hoch gepokert und Milliardär Mike Cannon-Brookes ist um einige Millionen ärmer. Wie der Tesla-Chef nun selbst bei Twitter bestätigte, ging das gigantische Lithium-Ionen-Akkusystem innerhalb der 100-tägigen Frist in Betrieb. Durch den Gewinn der Wette sollen die Kalifornier rund 50 Millionen US-Dollar sparen.

Sicherer Strom für 30.000 Haushalte

Die Anlage ist Teil einer groß angelegten Offensive der australischen Regierung zur Stabilisierung der Energieinfrastruktur des Landes. Innerhalb der letzten Jahre kam es in einigen Regionen des Landes wiederholt zu Versorgungsschwierigkeiten bis hin zu andauernden Stromausfällen. Ursächlich sind offenbar unter anderem Faktoren wie die Umstellung auf erneuerbare Energien in Verbindung mit unvorhersehbaren Naturereignissen. So zeigte ein heftiger Sturm erst kürzlich wieder die Schwachstellen der Strominfrastruktur.

Mithilfe des neuen Akkus von Tesla sollen 30.000 südaustralische Haushalte auch dann zuverlässig mit Strom versorgt werden, wenn es zu Energieengpässen kommt. Anfang Dezember dürfte die Anlage – nach noch ausstehenden Tests – dann endgültig einsatzbereit sein.  © 1&1 Mail & Media / CF