Der ADAC und Stiftung Warentest haben insgesamt 18 Kindersitze verschiedener Hersteller in allen Größen und Gewichtsklassen getestet.

Erfreulich: Alle Modelle sind objektiv als sicher zu bezeichnen, mehr als die Hälfte der überprüften Sitze wurde letztlich mit der Gesamtnote "gut" bewertet. Erschreckend: Aufgrund zu hoher Schadstoffbelastung in den Bezügen mussten vier Sitzmodelle abgewertet werden, sie bekamen am Ende nur die Note "mangelhaft".

Im Test von ADAC und Stiftung Warentest wurden die Kindersitze in den Kategorien "Sicherheit", "Bedienung" und "Ergonomie" sowie zusätzlich auf Schadstoffe geprüft. Trotz guter Testergebnisse sollten Eltern einen Kindersitz aber niemals "blind" kaufen. Stattdessen sollte das eigene Kind probesitzen, um Passform und Komfort des Sitzes zu prüfen.

Außerdem ist es unbedingt zu empfehlen, vor dem Kauf testweise den Einbau im eigenen Auto vorzunehmen. Denn zu kurze Gurte oder Platzmangel auf der Rückbank können individuelle K.O.-Kriterien sein, die der ADAC im Kindersitztest nicht berücksichtigen kann.

Kindersitze für Kleinkinder bis ca. 1,5 Jahre

Für Kleinkinder bis ca. 1,5 Jahre hat der "Britax Römer Baby-Safe 2 i-Size" am besten abgeschnitten. Dieser Kindersitz erzielt in allen Wertungskategorien gute oder sehr guten Noten. Er ist für Körpergrößen von 40 - 83 Zentimetern geeignet und für etwa 200 Euro erhältlich. Das Modell verfügt standardmäßig nicht über Isofix, nur gegen Aufpreis kann es um zwei verschiedene Isofix-kompatible Halterungen ergänzt werden: Mit der i-Size Base kostet der Sitz ungefähr 350 Euro, mit der i-Size Flex Base werden 370 Euro fällig. Ähnlich gut ist der "Joie i-Level", der mit 300 Euro aber günstiger und bereits mit Isofix ausgestattet ist.

In der gleichen Größenklasse landet der "Jané Koos i-Size" mit und ohne zusätzlich erhältlicher Isofix-Plattform auf den letzten Plätzen. Der Grund hierfür ist, dass der Sitzbezug mit dem möglicherweise krebserregenden Stoff Naphthalin belastet ist. Das führte trotz insgesamt guter Testnoten, die ansonsten alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen, zur Abwertung und der daraus resultierenden Note "mangelhaft".

Modelle für Kinder bis ca. 4 Jahre

In der Altersklasse "Kinder bis ca. 4 Jahre" liegen gleich drei Britax Kindersitze mit der Testnote "gut" ganz vorne. Die Modelle "Britax Römer Dualfix", "Swingfix" und "Trifix2" erzielen in allen Kategorien gute oder sehr gute Noten, wobei der "Swingfix" in der Rubrik "Sicherheit" von allen Kindersitzen in der Klasse bis 105 cm Körpergröße am besten bewertet wird.

Das beste Preis-Leistungsverhältnis der drei Sitze bietet indes der "Trifix2", der ca. 330 Euro kostet. Die anderen beiden Sitzmodelle schlagen je nach Variante mit 470 bis 650 Euro zu Buche.

Auch in dieser Testgruppe führten Schadstoffbelastungen wieder zu Abwertungen und damit zur Gesamtnote "mangelhaft". Der insgesamt eher durchschnittlich bewertete "Nachfolger Hy5 TT" ist ebenfalls mit Naphthalin belastet. Das verhindert eine bessere Benotung des vergleichsweise leichten, mit aufblasbaren Polstern versehenen Kindersitzes. Beim Osann Fox hingegen enthält der Stoffbezug die Flammschutzmittel TCPP und TDCP in zu hoher Konzentration gemäß der für Spielzeuge geltenden Grenzwerte der EU-Richtlinie 2014/79/EU,

Sitze für Kinder bis ca. 12 Jahre

Für Kinder bis 36 Kilogramm Körpergewicht empfehlen die Tester des ADAC zwei Kindersitze von Cybex. Der "Pallas S-Fix" (9 - 36 Kilogramm) und der "Solution S-Fix" (15 - 36 Kilogramm) erzielen rundum identische Ergebnisse, beide verfügen über Isofix und erhalten die Gesamtnote "gut". Der für eher größere Kinder geeignete "Solution S-Fix" kostet jedoch nur etwa 190 Euro, wohingegen der insgesamt über einen längeren Zeitraum nutzbare "Pallas S-Fix" mit ca. 300 Euro merklich teurer ist.

Einen Totalausfall gab es in dieser Größenklasse glücklicherweise nicht. Die mit "befriedigend" schlechteste vergebene Note erhielten jeweils der "Nania i-Max SP Isofix" und der "Osann i-Max SP Isofix Ferrari". Beide Sitze sind mit Isofix für unter 140 Euro zu haben, in der am stärksten gewichteten Testkategorie "Sicherheit" allerdings ebenfalls nur "befriedigend". Nichtsdestotrotz übertreffen auch diese beiden Modelle die gesetzlichen Vorschriften in allen Bereichen.  © 1&1 Mail & Media / CF