Elektrisch angetriebene, autonome Fluggeräte sollen in drei Jahren als Lufttaxis ihren Dienst aufnehmen. Die dafür vorgesehenen Modelle sind bereit für die Zertifizierung. Andere Unternehmen arbeiten ebenfalls an ähnlichen Konzepten.

Mit seinem selbst entwickelten Flugtaxi „Cora“ will das von Larry Page finanzierte Unternehmen „Kitty Hawk“ in drei Jahren kommerzielle Zubringerdienste anbieten. Am Dienstag, 13. März 2018, verkündete Jacinda Ardern als Premierministerin von Neuseeland offiziell, dass bald die Tests für die Zertifizierung der Flugtaxis beginnen sollen.

Starten und landen wie ein Hubschrauber

Das in Neuseeland erstmals gezeigte kleine Fluggerät bietet in seiner Kabine Platz für zwei Personen. Für das Abheben im Stile eines Hubschraubers sind zwölf Elektromotoren zuständig, verteilt über elf Meter Spannweite, während ein großer Propeller im Heck den Vortrieb übernimmt.

So bringt es die Cora laut Hersteller auf 100 Kilometer Reichweite und 177 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die normale Flughöhe liegt zwischen 150 und 900 Meter. Das Lufttaxi ist als Senkrechtstarter ausgelegt. Dadurch soll die Maschine auch auf Dächern, Parkplätzen und anderen kleinen Flächen starten und landen können. CEO von Kitty Hawk ist Sebastian Thrun. Der deutschstämmige Wissenschaftler hatte schon Googles Roboterwagen-Programm mitbegründet.

Schneller Senkrechtstarter aus München

Mit der bevorstehenden Zertifizierung ist das Projekt von Larry Page und Co. schon weit gediehen. Und auch Konkurrenz lässt nicht auf sich warten. Die in München ansässige Lilium arbeitet an einem Kleinflugzeug, das fünf Passagiere befördern soll. Auch der Flieger aus Bayern wird ein Senkrechtstarter. Im Flug schwenken die Propeller in die Horizontale. Dadurch erreicht das Flugzeug Geschwindigkeiten von 300 km/h und eine Reichweite von 300 Kilometern. Der Antrieb erfolgt hier durch 36 Elektromotoren.

Mit umfangreichen Investitionen hat Lilium einen Prototypen entwickelt, der schließlich im April 2017 seinen Jungfernflug absolvierte. Gegenwärtig arbeiten die Münchner an einer Ausführung für die Zulassung.

Weitere Miniflieger stehen in den Startlöchern

Zu den weiteren Konkurrenten um den noch nicht vorhandenen Markt der Lufttaxis gehört Volocopter. Das in Bruchsal ansässige Startup arbeitet an autonom fliegenden Drohnen, die Passagiere befördern können. Im September hat ein VC200 genannter Prototyp von Volocopter in Dubai einen erfolgreichen Erstflug absolviert – freilich noch unbemannt. Auf längere Sicht will das Emirat Passagierdrohnen als reguläre Verkehrsmittel nutzen. Dafür haben Volocopter und Dubai eine fünfjährige Testphase vereinbart.  © 1&1 Mail & Media / CF