In den USA hat der Besitzer eines Tesla die Bezeichnung "Autopilot" etwas zu wörtlich genommen und ist am Steuer seines Fahrzeugs eingeschlafen. Auf der Bay Bridge in San Francisco konnte die Polizei den übermüdeten Fahrer mit seiner Limousine glücklicherweise aus dem Feierabendverkehr fischen – passiert ist ihm nichts.

Der Autopilot des Herstellers Tesla hat schon mehrfach Kritik wegen seiner Funktionen einstecken müssen. Alleine der Begriff "Autopilot" würde zu Missverständnissen führen, da die Autonom-Funktionen der Elektroautos (die etwa auf dem gleichen technischen Stand sind, wie die der Konkurrenz) keineswegs ermöglichten, sich als Fahrer komplett vom Verkehrsgeschehen abwenden zu können, so die Kritiker. Dass es Kunden mit den Warnungen von Hersteller und Experten meist nicht so ernst nehmen, zeigt jetzt ein neuer kurioser Fall in Kalifornien: Laut der News-Webseite "SFGate.com" hat sich ein Fahrer eines Tesla Model S so sehr auf seinen Autopiloten verlassen, dass er hinter dem Steuer eingeschlafen ist.

Tesla blockierte die Fahrbahn auf einer Brücke

Andere Autofahrer haben die gestrandete Elektrolimousine glücklicherweise schnell der Polizei gemeldet, um Schlimmeres zu verhindern: Das Auto blockierte die Fahrbahn auf der Bay Bridge – und das mitten im Nachmittagsverkehr. Die Reaktion des Fahrers, nachdem er von den Ordnungshütern geweckt wurde, zeugte von Unverständnis: Alles sei in bester Ordnung, schließlich habe er den "Autopiloten" vor seinem Nickerchen aktiviert, gab er zu Protokoll.

Doch diese Ausrede ließen die Polizisten nicht gelten. Sie veranlassten noch vor Ort einen Alkoholtest, der ein eindeutiges Ergebnis zutage brachte: 1,6 Promille Alkohol hatte der Mann im Blut. Daraufhin wurde er sofort festgenommen, sein Fahrzeug abgeschleppt. "Nein, es ist nicht von alleine zum Abstellplatz gefahren", bemerkte die California Highway Patrol auf Twitter dazu mit Augenzwinkern.

Nicht immer gehen solche Aktionen so glimpflich aus

Dass ein solch unverantwortliches Verhalten mit der Technik nicht immer so glimpflich für alle Beteiligten ausgeht, zeigte ein Unfall in den USA im vergangenen Jahr: Im Mai 2016 raste ein Tesla Model S mit aktiviertem Autopiloten unter einen querenden Lastwagen – die Sensoren hielten den langen und hohen Anhänger des Trucks für ein über der Straße montiertes Autobahnschild. Der heftige Aufprall tötete den Fahrer sofort – auch er überließ der Technik die volle Verantwortung.  © 1&1 Mail & Media / CF