Dass Alkohol und Drogen im Straßenverkehr nicht erlaubt sind und die Fahrerlaubnis gefährden, weil sie Ihre Fahrtüchtigkeit erheblich einschränken, ist kein Geheimnis. Findige Partygänger denken, dass sie mit sogenannten Legal Highs - vermeintlich legale Drogen - das Problem umgehen können. Dabei kann Ihre Fahrerlaubnis auch nach dem Konsum von nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden Substanzen eingezogen werden.

Haben Sie schon einmal von "Amazonas Vanilla" oder "Bonzai Summer Boost" gehört? Was sich nach exotischen Wellnessbehandlungen oder ausgefallenen Gerichten anhört, sind in Wirklichkeit gängige Bezeichnungen für sogenannte Legal Highs. Das wiederum sind Drogen, die durch Modifikation bekannter Wirkstoffe hergestellt werden - oft sind sie Abfallprodukte der Pharmaindustrie. Weil die Stoffe im Betäubungsmittelgesetz keine Erwähnung finden, wähnen sich Konsumenten nicht selten auf der sicheren Seite. Ein Trugschluss.

So schnell ist der Führerschein weg

Ihre Fahrerlaubnis gefährden Sie nicht nur durch den Konsum bekannter und verbotener Drogen, sondern generell durch alle Stoffe, die psychoaktiv wirken und Ihre Fähigkeit einschränken, einen Personenkraftwagen sicher zu lenken. Das bedeutet: Selbst wenn Drogenkonsum durch Legal Highs nicht nachgewiesen werden kann, kann die Polizei das Verhalten des Wagenlenkers als gefährlich einstufen und der Führerscheinstelle melden. Ähnlich verhält es sich auch mit Medikamenten, die sich negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken könnten. Der Lappen ist dann womöglich weg - egal, ob die Person hinterm Steuer auffällig wurde oder als sie neben dem Wagen stand.

Legal Highs wirken zunächst harmlos

Als nächster Schritt steht den Betroffenen wie etwa beim Überschreiten des Promillegrenzwertes eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung bevor, kurz MPU genannt. Abgesehen vom Einzug der Fahrerlaubnis sind Legal Highs, anders als der Name vielleicht suggerieren würde, ziemlich gefährlich. Die oft bunten Verpackungen der Kräutermischungen und Badesalze sollen den Inhalt verharmlosen und wirken oftmals mehr wie Süßigkeitenverpackungen als Drogenpäckchen. Besonders gefährlich: Selten sind Informationen über Inhaltsstoffe oder Wirkung auf den Packungen zu finden.

Ist die Fahrerlaubnis erst weg

Während einige Legal Highs nur eine schwache Wirkung zeigen und den Konsumenten euphorisieren, können andere Exemplare viel stärkeren Einfluss haben - Halluzinationen und Krämpfe nicht ausgeschlossen! Auch das ist durch die chemische Veränderung der Drogen schwer vorherzusehen. Das ist nicht nur im Zusammenhang mit einer eventuellen Beteiligung im Straßenverkehr gefährlich, sondern ganz allgemein für die Gesundheit der Person.

Der TÜV SÜD rät allen Autofahrern dringend vom Konsum der vermeintlich legalen Legal Highs ab. Wurde man einmal erwischt, gilt: Nur jene, die nachweislich über einen längeren Zeitraum keine Drogen genommen haben, erhalten ihren Führerschein zurück.  © 1&1 Mail & Media / CF