Medikamente am Steuer können lebensgefährlich sein. Welche Arzneimittel besonders riskant sind und was Ihnen bei Verstößen droht, erfahren Sie hier.

Medikamente am Steuer: Unterschätztes Risiko

Medikamente am Steuer sind ähnlich wie Alkohol oder andere Drogen eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Umso überraschender sind die Ergebnisse einer Studie. Eine forsa-Umfrage der Deutschen Apothekerverbände im Auftrag der Bundesregierung aus dem Mai 2013 hat ergeben, dass sich zwei Drittel der Bevölkerung hierzulande trotz Krankheit und Medikamenteneinfluss schon einmal hinter das Steuer gesetzt haben. 16 Prozent der Befragten gaben sogar an, gefahren zu sein, obgleich sie sich durch die Einnahme von Medikamenten ob einer Nebenwirkung nicht wohl beziehungsweise nicht fahrtüchtig fühlten. Daher überrascht es kaum, dass jeder vierte Unfall in Deutschland in Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten am Steuer steht.

Nebenwirkungen beeinträchtigen Fahrtüchtigkeit

Dass Medikamente am Steuer so gefährlich sind, liegt an den Nebenwirkungen der Mittel. Nicht nur verschreibungspflichtige, sondern auch rezeptfreie Medikamente können ungewünschte Nebenerscheinungen hervorrufen – darunter etwa Müdigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Unruhe oder eine verzögerte Reaktionsfähigkeit. Selbstredend können derartige Nebenwirkungen im alltäglichen Straßenverkehr verheerend sein, da die erforderliche Konzentrationsfähigkeit darunter leidet oder Personen sogar am Steuer einschlafen können.

"Gefährliche" Medikamente

Besonders gefährliche Medikamente am Steuer sind Beruhigungs- und Schlafmittel. Wer solche Mittel einnimmt, sollte daran denken, dass diese auch noch am Folgetag auf den Körper wirken können und das Autofahren auch dann noch gefährlich sein kann. Ebenfalls unerwünschte Nebenwirkungen können Psychopharmaka und Antiallergika sowie manche Schmerz-, Erkältungs- und Hustenmittel hervorrufen. Problematisch sind des Weiteren auch blutdrucksenkende Mittel und alkoholhaltige Medikamente am Steuer, wenn diese zusammen mit Schlafmitteln genommen werden. Nicht zuletzt können Augentropfen, die zu einer Erweiterung der Pupillen führen, die Fahrtüchtigkeit einschränken, da die Augen durch die Einnahme lichtempfindlicher werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie hinsichtlich der Fahrtüchtigkeit nicht nur die Packungsbeilage der Medikamente sorgfältig durchlesen, sondern auch Ihren Arzt oder Apotheker befragen.

Medikamente am Steuer: Die rechtliche Lage

Abgesehen davon, dass Sie Ihr eigenes Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer durch Medikamente am Steuer gefährden können, kann es Sie auch finanziell teuer zustehen kommen. Generell gilt: Wer unsicher Auto fährt oder sogar einen Unfall unter Einfluss von Medikamenten baut, dem droht prinzipiell die gleiche Strafe wie bei Drogen am Steuer, so der TÜV Süd. Soll heißen, dass Punkte in Flensburg möglich sind, aber auch ein vorläufiges Fahrverbot und im schlimmsten Falle gar der Führerscheinentzug mit anschließender medizinisch-psychologischer Untersuchung. Außerdem kann im Falle eines Unfalls der Versicherungsschutz erlöschen, sofern bestimmte Medikamente im Blut nachgewiesen werden.  © 1&1 Mail & Media / CF