Tuningspezialist IMSA nimmt sich das Facelift des aktuellen S-Klasse-Topmodells zur Brust – und lässt dabei kaum eine Schraube unangetastet. Heraus kommt aber keineswegs eine zu belächelnde Bastelbude. Vielmehr erschafft der Auto-Veredler um Firmenchef Holger Mohr die wohl sportlichste S-Klasse überhaupt, ohne die modelltypische Ruhe und Eleganz komplett aus den Augen zu verlieren.

Die IMSA GmbH genießt in der gehobenen Autoveredler-Szene nicht ohne Grund einen guten Ruf. Qualität und Performance stehen stets ganz oben auf der Agenda, wenn sich die Tuningschmiede aus dem beschaulichen Brüggen am Niederrhein einem neuen Projekt widmet. So ganz offensichtlich auch beim neuen S720 Facelift. Ausgangsbasis für das jüngste Projekt war ein gewöhnlicher Mercedes-Benz S63 AMG 4Matic+ (W222). Nach vollendeter Arbeit ist von der ursprünglichen Zurückhaltung der Luxuslimousine aber nicht mehr viel übrig geblieben.

Luxus-Sänfte mit Bodybuilder-Attitüde

Eigentlich geht es in der Oberklasse, jenem Revier, in dem sich Mercedes mit der S-Klasse seit jeher zu Hause fühlt, ja eher gediegen zu. Nicht so in diesem Fall. Zwar hat es IMSA offenbar verstanden, die elegante Ausstrahlung der Stuttgarter Vorzeige-Lusxuslimousine weitgehend zu bewahren, dem Ganzen aber eine gehörige Prise Würze verpasst. So wurde nach allen Regeln der Kunst an einer sportlichen Optik gefeilt. Um das zu erreichen, kommt ein umfassendes Bodywork zum Einsatz.

Im Einzelnen umfassen die optischen Veränderungen unter anderem eine geänderte Frontpartie mit speziellen Lufteinlässen, reduzierte Seitenschweller sowie einen speziellen Heckdiffusor samt passgenau eingelassener Endrohre der Abgasanlage. Auch die beinahe schon obligatorische Spoilerlippe am Heck darf natürlich nicht fehlen. Sie schmiegt sich behutsam und ohne großes Aufsehen zu erregen an den Kofferraumdeckel an.

IMSA fasst die einzelnen Bauteile als Aerodynamikpaket zusammen. Nicht ohne Grund, denn die Modifikationen sollen tatsächlich perfekt aufeinander abgestimmt sein und sich so positiv auf die aerodynamischen Eigenschaften der S-Klasse auswirken. Obendrein sollen die Modifikationen auch noch Gewicht einsparen – Carbon-Leichtbau sei Dank.

Um den satten und sportlichen Auftritt zu unterstreichen, musste die Karosse natürlich ein Sportfahrwerk spendiert bekommen und ein gutes Stück näher an den Asphalt rücken. Für einen sicheren Stand und ausreichend Grip sorgen neue Räder im Format 295/30 bzw. 255/35 und 21-Zoll-Felgen.

Luxusliner wird zum sportlichen Dampfhammer

Außerdem ist der ohnehin nicht gerade untermotorisierte S63 AMG unter den Fittichen des Veredlers regelrecht zum Dampfhammer mutiert. So wurde der V8-BiTurbo des S63 AMG nochmals leistungsgesteigert – wie der Name bereits vermuten lässt, auf nunmehr 720 PS und gewaltige 990 Newtonmeter maximales Drehmoment. Ideal also für all jene, denen die 612 Pferdchen und 900 Newtonmeter in der Serienkonfiguration nicht genügen.  © 1&1 Mail & Media / CF