Mercedes hat sein Portfolio bei den Vans Ende 2022 um ein neues Einstiegsmodell erweitert – die T-Klasse. Aber so richtig neu ist die nicht, denn die T-Klasse ist quasi nur eine besser ausgestattete Version des Mercedes Citan, der wiederum ein Technik-Klon des Renault Kangoo ist. Gleiches gilt übrigens auch für den Nissan Townstar, das sei der Vollständigkeit halber noch erwähnt. So, nun aber zum Benz, der durchaus mehr sein möchte als eine Kangoo-Kopie mit neuem Gesicht.

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Abmessungen und Raumangebot

Die T-Klasse reckt sich als Fünfsitzer auf 4,50 Meter Länge, ist dabei 1,86 Meter breit und 1,81 Meter hoch. Eine Siebensitzer-Variante mit langem Radstand (3.100 mm) legen die Stuttgarter ab November 2023 nach. Besonders wichtig für die Zielgruppe: Wie viel kriege ich auf 8,37 Quadratmetern Fahrzeugfläche unter? Hinter die große Heckklappe, die optional auch als Flügeltür bestellt werden kann, passen 520 Liter Gepäck unter die Hutablage. Mit einem schnellen Handgriff ist diese aber auch an der Rückseite der Fond-Sitze verstaut.

Fällt die zweite Sitzreihe (umlegbar im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel), stehen 2.127 Liter Laderaum zur Verfügung. Je nach Ausstattung dürfen maximal 538 Kilogramm (Langversion: 570 Kilogramm) an zusätzlichem Gewicht mitfahren. Höchstens 80 Kilo davon trägt laut Dachlast-Angabe die optionale Reling. Wer mit dem ganz großen Gepäck verreisen will, bucht sich eine Anhängerkupplung unter die 56 Zentimeter tiefe Ladekante und nimmt zusätzlich bis zu 1,5 Tonnen an den Haken oder bis zu 75 Kilo auf den Haken – etwa in Gestalt eines Fahrradträgers. Wer statt viel Gepäck lieber ganz kleine Menschen an Bord hat, wird sich über die Möglichkeit freuen, bis zu vier Kindersitze anzubringen (davon drei per Isofix). Auf der Rücksitzbank passen derer drei nebeneinander. Zugänglich ist der Fahrzeugfond indes beidseitig über 614 Millimeter breit öffnende Schiebetüren.

Motoren und Getriebe

Das Antriebskapitel ist vergleichsweise schnell abgehandelt. Die T-Klasse erhält einen Benzin- und einen Dieselmotor mit jeweils zwei Leistungsstufen. Die Leistungsspanne der Reihenvierzylinder reicht von 95 PS im kleinen Diesel T 160 d bis zu 131 PS im großen Benziner T 180. Serienmäßig koppelt Mercedes die Aggregate an eine manuelle Sechsgang-Handschaltung. Optional ist ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zu bekommen, das lediglich dem kleinen Benziner verwehrt bleibt.

Als rein elektrische Variante legt Mercedes übrigens den EQT nach. Der tritt mit einem eigenständigen Design, aber vor allem mit einem reinen E-Antrieb an. Der 90 kW und 245 Nm starke E-Motor treibt ausschließlich die Vorderräder an. Die im Unterboden verbaute Lithium-Ionen-Batterie bietet eine nutzbare Kapazität von 45 kWh, was Reichweiten von bis zu 282 Kilometer möglich machen soll. Bei einer Ladeleistung von 80 kW ist die Batterie in 38 Minuten von zehn auf 80 Prozent nachgeladen.

Ausstattungslinien und Optionen

Die T-Klasse fährt in drei Varianten vor. Neben der Basis-Ausführung bietet Mercedes das kompakte Familienauto auch in den Linien "Style" und "Progressive". Im Einstiegsmodell nehmen die Insassen auf grauen Stoffsitzen Platz und blicken im Interieur auf schwarze Hochglanz-Zierelemente. Während die 16-Zoll-Stahlräder mit Zierblenden das eine oder andere Ästhetik-Auge schmerzen mögen, relativiert die umfangreiche Serienausstattung diesen kleinen Stich. Standardmäßig sind unter anderem eine Klimaanlage, ein Licht- und Regensensor, eine Mittelarmlehne, sieben Airbags, das Infotainmentsystem MBUX in Form eines Sieben-Zoll-Touchscreens, vier USB-Anschlüsse (je 2 x USB-C und USB-A), eine Berganfahrhilfe, ein Totwinkel-Warner, ein aktiver Brems-Assistent sowie das Multifunktionslenkrad an Bord. Wer dem Infotainment-System allerdings das volle Potenzial von Sprachbedienung bis Echtzeit-Navigation entlocken will, muss in der Optionsliste per Navigations-Paket aufstocken. Aufpreisfrei dient die T-Klasse aber bereits mit Smartphone-Integration, Digitalradio und Bluetooth-Freisprecheinrichtung.

Zudem können Sie natürlich auch zu einer der höheren Ausstattungslinien greifen. Die T-Klasse "Style" hübscht Mercedes mit einer Innenausstattung aus dem Kunstleder Artico in Kombination mit Mikrofaser und weißen Ziernähten auf. Dazu kommen diverse Chromapplikationen, Zierelemente, eine weiße Ambientebeleuchtung und 16-Zoll-Leichtmetallräder. Das Topmodell "Progressive" ergänzt den Katalog serienmäßig um weitere Dekor-Elemente im Innenraum sowie LED-High-Performance-Scheinwerfer (Serie sind Halogen-Leuchten). Mehr gibt es ab Werk nicht, ab hier muss dann die Optionsliste bemüht werden. Dort finden sich Extras wie eine Klimaautomatik, ein Park-Paket mit Rückfahrkamera, eine mehrfarbige Ambientebeleuchtung, eine Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, eine Lenkradheizung, eine induktive Ladeschale, der adaptive Abstandstempomat Distronic und ein Fernlichtassistent.

Was den Gestaltungsspielraum betrifft, bietet Mercedes für die T-Klasse insgesamt zehn Lack-Farben an. Darunter neben den üblichen Schwarz-Weiß-Grau-Tönen auch extrovertierte Auftritte in Limonit-Gelb oder Rubellit-Rot (exklusiv für die T-Klasse). Bei den Felgen kann auf 17-Zöller im Fünf-Doppelspeichen-Design aufgestockt werden. Dass die Individualisierungsmöglichkeiten im Laufe der Zeit noch ein paar Updates erfahren, ist aber nicht ausgeschlossen. Vom Mercedes Citan Tourer würde sich die T-Klasse äußerlich ansonsten nur durch die in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger und Außenspiegel unterscheiden. Und selbst das lässt sich beim Citan für 210 Euro extra dazu buchen.

Preise, Marktstart und Start-Edition

Die Basisversion der T-Klasse ist (Stand November 2023) ab 29.463 Euro für den T160 mit dem 102 PS-Benziner zu haben. Ein Merkmal, das sich das Familienauto innerhalb des Mercedes-Pkw-Portfolios lediglich mit den Basisvarianten der A-Klasse teilt. Der T180 mit dem 131 PS starken Benziner kostet ab 30.588 Euro, der T160 d mit dem 95 PS starken Selbstzünder steht mit wenigstens 31.370 Euro in der Preisliste, der T180 d mit 116-Diesel-PS ab 32.505 Euro. Die Ausstattungslinie Style kostet 1.887 Euro Aufpreis, für die Line Progressive werden 3.648 Euro verlangt.

Die neu ins Programm gekommene Langversion der T-Klasse ist vorerst nur mit dem 131 PS starken Benziner zu haben. Hier beginnt die Preisliste für die fünfsitzige Variante bei 32.548 Euro. Zwei Einzelsitze in der dritten Reihe kosten 718 Euro Aufpreis.

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Wie inzwischen üblich bei Mercedes, wird auch die neue T-Klasse zur Markteinführung als Sondermodell T-Klasse Edition mit umfangreicher Ausstattung für Deutschland angeboten. Das Editionsmodell basiert auf der Line Progressive und kombiniert diese mit zusätzlichen Ausstattungs-Highlights wie unter anderem dem Siebengang-Automatikgetriebe, Metallic-Lackierung, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie dem MBUX-Infotainmentsystem inklusive Navigation und Klimatisierungsautomatik. Zu haben ist die T-Klasse Edition mit dem 131 PS starken Benziner ab 36.328 Euro. In der Diesel-Version mit 116 PS werden 37.957 Euro aufgerufen.

Ein voll ausgestatteter Citan Tourer Pro kostet mit großem Diesel und Automatikgetriebe derzeit ab rund 34.400 Euro, während der Basispreis bei etwa 28.700 Euro liegt.   © auto motor und sport

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