Valeo ist als einer der weltweit größten Automobilzulieferer bei Technologien breit aufgestellt. Mit 110.000 Angestellten an allen internationalen Standorten brachte es der französische Konzern im vergangenen Jahr auf 20 Milliarden Euro Umsatz. Zu einem Drittel generiert Valeo sein Geschäft mit deutschen Autoherstellern – unter anderem bauen die Franzosen hierzulande Elektromotoren.

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Am Standort Bad Neustadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld nördlich von Schweinfurt entwickeln und produzieren die etwa 550 Mitarbeiter unter anderem E-Maschinen für Volvo oder Mercedes. Auch die EVA2-Motoren für EQE und EQS stammen von hier. Doch ausgerechnet mitten in der Mobilitätswende wollen die Franzosen diesen Produktionsstandort schließen. Das Unternehmen begründet das mit einem erheblichen Auftragseinbruch. Die Nachfrage von Kunden sei für dieses und nächstes Jahr unerwartet stark zurückgegangen, heißt es.

Produktion wird nach Polen verlegt

Offenbar trifft die schwächelnde Elektromobilität die Valeo-Sparte – einst Siemens Valeo eAutomotive – hart. Immerhin soll die Entwicklungsabteilung mit rund 200 Mitarbeitern bestehen bleiben. Die restliche Fertigung werde im Juli 2024 nach Polen verlagert. Die Bestürzung in der Belegschaft sei groß, heißt es auf der lokalen Seite der IG Metall. "Jedem ist die Bestürzung anzusehen. Diese Nachricht ist ein Schock für uns", sagt die Betriebsratsvorsitzende Jessica Reichert.

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Horst Ott, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: "Das Unternehmen will das Zukunftsprodukt Elektromotor an einen billigeren Standort verlagern. Das wäre ein herber Rückschlag für die Transformation der bayerischen Autoindustrie und ein schwerer Schlag für die Industriestruktur der Rhön. Die IG Metall wird nun Widerstand organisieren."  © auto motor und sport

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