Zahlreiche Besitzer von klassischen Automobilen schließen für ihre alten Schätzchen gewöhnliche Kfz-Versicherungen ab. Nicht die beste Idee, Oldtimer sind so nicht angemessen versichert. Die Gründe für die unpassende Wahl der Versicherung liegen oft in einigen Fehlinformationen.

„Die normale Versicherung ist auch gut für meinen Oldtimer“, lautet eine verbreitete Auffassung. Diese Ansicht stellt sich regelmäßig als Fehlschluss heraus, wenn ein Schadensfall in der Kaskoversicherung auftritt. Denn bei einer normalen Kfz-Versicherung entspricht der Wert eines Autos seinem Zeitwert, abzulesen zum Beispiel in der sogenannten Schwacke-Liste.

Der wahre Wert eines gepflegten Klassikers ist jedoch in der Regel erheblich höher als der Zeitwert. Außerdem sind die Tarife von Standardversicherungen nach Schadensfreiheitsklassen unterteilt. Die gibt es bei Oldtimerversicherungen nicht – und folglich auch keine Hochstufungen im Schadensfall.

Oldtimerversicherung auch für Youngtimer

Viele Autoliebhaber meinen, dass nur Besitzer von Oldtimern mit H-Kennzeichen die speziellen Oldtimerversicherungen nutzen könnten. Das trifft zum Glück nicht zu. Diese Policen gibt es auch für Klassiker, die kein H-Kennzeichen haben, etwa wenn sie noch keine 30 Jahre alt sind. Ausschlaggebend für die Versicherung sind nicht das Alter und nicht die steuerliche Einstufung.

Viele Autobesitzer betrachten Haftpflicht und Kasko als die gleiche Versicherung. Tatsächlich sind das zwei verschiedene Verträge, die Oldtimerbesitzer sogar bei unterschiedlichen Gesellschaften abschließen können. So kann man die Haftpflichtversicherung für Oldtimer und Gebrauchsauto bei der gleichen Versicherung belassen und mit der Kaskoversicherung des Klassikers zu einem Anbieter wechseln, der dafür spezielle Tarife anbietet.

Hausrat zahlt keine Ersatzteile

Richtig ärgerlich ist es für Besitzer von Oldtimern, wenn die teuren, oft auf Vorrat gekauften Ersatzteile aus der Garage abhanden kommen. Was die meisten Fahrer nicht wissen: Die Hausratversicherung steht dafür nicht ein. Eine Oldtimerversicherung deckt hingegen in der Regel auch Zubehör und den Teilevorrat ab. Bis zu welchem Betrag, hängt vom Tarif ab.

Bei der Versicherung kann regelmäßig Anpassungsbedarf entstehen

Von der Versicherung des Alltagsautos ist man gewohnt, dass die einmal gewählte Police dauerhaft bestehen bleibt. Bei einer Versicherung für klassische Autos lohnt es sich dagegen, den Versicherungsschutz in Abständen von ein paar Jahren zu überprüfen. Ist der beim Abschluss genannte Wert eigentlich noch aktuell? Bei beliebten Modellen kann der Wiederbeschaffungswert in einigen Jahren deutlich zulegen, zumal wenn die Besitzer in die Restaurierung investiert haben. In einem solchen Fall ist das Auto inzwischen unterversichert. Wegen solcher Unterschiede lohnt es sich, bei der Versicherung von Oldtimern auf einen besonderen Tarif zu achten, der die etwaige Dynamik des Marktes berücksichtigt.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet