In den USA laufen die Uhren anders, wenn es um Automodelle geht. Deshalb darf man sich auch nicht wundern, dass die Stellantis-Tochter Ram Trucks jetzt, Ende 2023, das Modelljahr 2025 ankündigt, welches 2024 auf den Markt kommt. Der Zahlenspielerei ungeachtet ist es in jedem Fall bemerkenswert, wie stark Ram seinen Bestseller überarbeitet. Komplett neue Motoren, ein mächtiger Plug-in-Hybrid, neue Fahrwerksoptionen und der bereits zu einem früheren Zeitpunkt angekündigte Elektro-Ram REV stehen auf dem Programm.

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Beim Neudesign ging Ram wenig Experimente ein, um die recht konservative Kundschaft nicht zu verprellen. Der dicke Truck ist weiterhin unverkennbar ein Ram. So bleibt es wie bisher bei der wuchtigen, weit über den Kühlergrill hochgezogenen Motorhaube, während mehrere Kühlergrill- und Schürzen-Varianten den Pick-up modernisieren. Ein neues Design für die LED-Scheinwerfer gibt es ebenfalls.

Reihensechser statt V8

Unter der Riesenhaube geht es künftig aber moderner zu. Die V8-Motoren sind endgültig weg vom Fenster, das war bereits vorher klar. An ihre Stelle rückt die neue Hurricane-Motorengeneration von Stellantis mit Biturbo-Aufladung. Diese steht in zwei Leistungsstufen zur Verfügung, welche sich bei Verdichtung und Ladedruck unterscheiden. Die Standardversion des neuen Reihensechszylinders leistet im neuen Ram 426 PS und verfügt über 636 Nm Drehmoment. Die "High-Output"-Version kommt auf 547 PS und 706 Nm. Beides ist mehr als beim bisherigen 5,7 Liter großen V8, kommt allerdings nicht an den bärigen 6,2-Liter V8 des bisherigen Ram TRX (712 PS) heran.

Für Kunden, die mit dem Ram einfach nur arbeiten wollen, bleibt als Basismotor der bewährte 3,6-Liter V6-Benziner im Angebot, der bei Chrysler, Jeep und Dodge zahllose Brot-und-Butter-Autos antreibt. Ausgerechnet diesem seit bereits 13 Jahren gebauten Saugmotor steht jedoch ein zweiter Frühling bevor: Er komt künftig im elektrisch angetriebenen Ram Ramcharger zum Einsatz, und zwar als Generator. Beim Ramcharger handelt es sich um eine Abwandlung des rein elektrisch angetriebenen Ram REV. Gedacht ist er für Kunden, die zwar hauptsächlich elektrisch fahren, aber nicht mit leerer Fahrbatterie in der Prärie stranden wollen. Im Prinzip handelt es sich hier also um einen Plug-in-Hybriden.

Plug-in-Hybrid mit Riesen-Reichweite

Den Antrieb des Ram Ramcharger erledigen zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mit einer Gesamtleistung von 488 kW (663 PS). Versorgt werden die E-Maschinen von einer 92 kWh-Batterie, die dann eben im Notfall vom V6 (130 kW Nennleistung) während der Fahrt nachgeladen werden kann. Den Sprint aus dem Stand auf 60 mph (96,6 km/h) soll das Dickschiff in 4,4 Sekunden absolvieren können. Den auf der neuen großen Stellantis-STLA-Plattform aufgebauten Ram Ramcharger gibt es neben den unterschiedlich luxuriösen Varianten Laramie, Limited, Bighorn und der neuen Topversion Tungsten außerdem als einfacher ausgestatteten Arbeits-Truck in der "Tradesman"-Ausführung. Diese dürfte entsprechend den günstigsten Einstieg in einen neuen E-Pick-up von Ram darstellen.

Außerdem bekommen die Verbrenner-Ram-Modelle erstmals eine optionale höhenverstellbare Luftfederung spendiert. Nachdem Ram einst bereits mit der Schraubenfederung an der Hinterachse Komfort-Vorreiter in diesem Segment war, geht die Stellantis-Marke damit erneut in Führung gegenüber den Rivalen von Ford und General Motors.

Umfangreich überarbeitet wurden schließlich der Innenraum und die Assistenztechnik; Ram spricht von über 100 aktiven und passiven Sicherheitsfunktionen. Viel zu sehen gibt es auch: Neben dem digitalen Kombiinstrument verfügt der neue Ram über ein farbiges Head-up-Display mit zahlreichen Anzeigefunktionen wie Navigation oder Darstellung des Spurhalte-Assistenten. Als mittleres Multimedia-Display stehen zwei Varianten mit zwölf oder 14,5 Zoll Diagonale zur Auswahl. Vor dem Beifahrersitz befindet sich ein weiterer 10,25-Zoll-Monitor, über den Co-Piloten sowohl Fahrzeuginformationen als auch Bilder der Außenkameras oder Videos ansehen können.

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Anfang 2024 geht es los

Die Verbrenner-Modelle des neuen Ram sollen im ersten Quartal 2024 zu den US-Händlern kommen. Bei den elektrischen Varianten REV und Ram Ramcharger wird es dagegen frühestens im dritten Quartal des kommenden Jahres so weit sein. Für diesen Zeitpunkt hat Ram außerdem den Verkaufsstart des noch nicht präsentierten Ram RHO angekündigt. Er wird den eingestellten Ram TRX als wildes Offroad-Modell beerben. Preise für die neuen Pick-ups will die Marke erst im kommenden Jahr nennen.  © auto motor und sport

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