Zu schnell gefahren, falsch geparkt, ein Bier zu viel - Autofahrer müssen bei Verkehrsverstößen im Ausland meist mit höheren Bußgeldern und Strafen rechnen.

Was Strafen für Verkehrsdelikte angeht, können sich die deutschen Autofahrer noch glücklich schätzen, wenn man einen Blick auf die Sanktionen in unseren Nachbarländern wirft. Während in Deutschland beispielsweise für Alkohol am Steuer ein Bußgeld ab 500 Euro (Promille-Grenze: 0,5) fällig wird, kommen im Ausland ganz andere Summen auf Autofahrer zu, wenn sie erwischt werden.

Strafen in den Nachbarländern

In Dänemark wird ab 0,5 Promille bis zu einem Nettomonatsverdienst als Strafe fällig. Wer 20 km/h zu schnell fährt, wird mit mindestens 135 Euro zur Kasse gebeten. Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss 200 Euro zahlen (60 Euro in Deutschland). Genauso teuer wird der Verzicht auf den Sicherheitsgurt (200 Euro).

Rasern geht es dagegen besonders in Frankreich an den Kragen. Wer das Tempolimit mit mehr als 50 km/h überschreitet, muss mit Strafen ab 1.500 Euro rechnen. In Österreich werden sogar mindestens 2.180 Euro abkassiert, in der Schweiz werden 60 Tagessätze oder mehr fällig. Die Schweizer verstehen auch bei Überholverboten keinen Spaß. Wen es nicht hinter dem Vordermann hält, dem winkt ein Bußgeld von 280 Euro.

Bußgelder in beliebten Urlaubsländern

Was für den Privatwagen gilt, kommt auch auf Urlauber mit Mietwagen zu. Ein Glas Wein zu viel kostet in Spanien mindestens 500 Euro (0,5 Promille), in Italien sogar ab 530 Euro. Rot- und Überholsünder zahlen in Griechenland jeweils ab 350 Euro Strafe. Beim Zuschnellfahren wiederum haben die Spanier und Italiener wieder die Nase vorne - 50 km/h drüber macht eine Strafe ab 600 Euro beziehungsweise ab 530 Euro. In Spanien fällt außerdem Falschparken (bis zu 200 Euro) mit am teuersten aus.

Entspannter sehen es da die Beamten in der Türkei. Hier liegen die Strafen im Vergleich zu allen anderen klassischen Urlaubsländern deutlich unter dem Durchschnitt.

Sanktionen in Großbritannien

Als wäre der Linksverkehr nicht schon genug, wird besonders in England auch noch richtig abkassiert, wenn sich nicht an die Straßenverkehrsordnung gehalten wird. Wer in England die Promille-Grenze von 0,8 überschreitet, darf mit einem Bußgeld in der Kostenhöhe eines Kleinwagens rechnen (ab 7.010 Euro) - das gleiche gilt in Schottland ab 0,5 Promille. Mehr als 50 Stundenkilometer drüber machen jeweils bis zu 3.500 Euro und Rotlichtverstöße satte 1.400 Euro oder mehr.

Geldbußen in Skandinavien

Die Skandinavier verstehen keinen Spaß bei Alkohol hinterm Steuer. In Finnland werden ab 0,5 Promille 15 Tagessätze abgerechnet, in Schweden sogar 40. In Norwegen wird es bereits ab 0,2 Promille mit mindestens 600 Euro richtig teuer. Ähnlich sieht es hier auch beim Rotlichtverstoß (600 Euro) und beim Überholverbot (600 Euro) aus. Raser gucken ebenfalls in die Röhre. Wer meint in der Abgeschiedenheit mal eben das Tempolimit um mehr als 50 km/h zu überschreiten, darf mindestens 940 Euro an den Staat überweisen.  © 1&1 Mail & Media / CF