Porsche bringt ihn zurück, zumindest ein bisschen: Der neue Porsche 911 Carrera T soll eine puristische Fahrmaschine sein, die auf sämtliche Einbauten für Komfort und Bespaßung verzichtet. Der Fahrer soll sich rein aufs Fahren konzentrieren können. Bei den Schwaben kostet so etwas natürlich Aufpreis.

Wie beim Bierbrauen gibt es auch im Sportwagenbau so etwas wie das Reinheitsgebot. Es ist zwar nicht so klar definiert wie unter den Braumeistern, aber puristisch veranlagte Autofahrer wissen genau, worauf es dabei ankommt: Es hat weder etwas mit komfortbetonten Automatikgetrieben noch mit unnötigem Ballast wie Infotainment oder einer Rückbank zu tun. Und genau diese Kundengruppe hat Porsche mit dem neuen 911 Carrera T im Visier – der mehr oder weniger alle diese Punkte erfüllt. "T" steht bei Porsche zwar für Touring, doch eigentlich handelt es sich hier um einen schnellen Sprinter.

Porsche 911 Carrera T mit 370 PS und kurz übersetztem Getriebe

Im Heck dieses Puristen-Elfers schlägt das 3,0 Liter große Boxer-Herz aus dem Carrera, das auch hier 370 PS entwickelt. Der Unterschied: Hier ist der Sechszylinder an ein manuelles Schaltgetriebe gekoppelt, das zusätzlich auch noch kürzer übersetzt ist als das Pendant aus dem normalen Modell. Hinzukommen diverse Leichtbaumaßnahmen: So sind etwa die Heckscheibe und die Fondseitenscheiben aus Leichtbauglas gefertigt und die Türtafeln haben Öffnerschlaufen.

Letztere sind auch aus den GT-Modellen bekannt. Auch Schalldämmung gibt es im Carrara T nur in Maßen. Optional aber ohne Aufpreis sind Rücksitzbank und das Infotainmentsystem zu haben. Wer hingegen auf all diese Einbauten verzichtet, bekommt laut Hersteller einen Elfer, der mit 1.425 Kilogramm Leergewicht 20 Kilogramm leichter ist als ein vergleichbar ausgestatteter 911. Das Leistungsgewicht soll sich damit immerhin auf 3,85 kg/PS verbessern. Dafür gibt es aber ein etwas unschönes Loch in der Mittelkonsole.

Verbesserte Fahrleistungen und maximale Traktion

In Verbindung mit dem serienmäßigen PASM-Sportfahrwerk, das den Carrera T um 20 Millimeter tiefer legt, sollen die Fahrleistungen dann aber auch ansehnlich ausfallen: 4,5 Sekunden vergehen bis Tempo 100, nach 15,1 Sekunden fällt die 200-km/h-Marke. Wem das nicht reicht, ordert das schnellere, aber weniger puristische PDK-Getriebe: Die Doppelkupplung katapultiert den Hecktriebler in 4,2 Sekunden auf Landstraßentempo und in 14,5 Sekunden über die 200.

Weitere Serien-Extras des Carrera T sind: eine Sportabgasanlage, das gewichtsoptimierte Sport Chrono-Paket, der verkürzte Schalthebel mit rotem Schaltschema und Sitze mit Stoffmittelbahnen in "Sport-Tex", einem besonders widerstandsfähigem Textil. Optische Akzente werden durch einige Elemente (Sicherheitsgurte, Sitz-Mittelbahnen, 911-Schriftzug, Öffnerschlaufen) in Wagenfarbe gesetzt. Die weiteren aufpreispflichtigen Extras bestehen aus der Hinterachslenkung und den Vollschalensitzen – Optionen, die man im normalen Carrera erst gar nicht ankreuzen kann.

Mehr als 100.000 Euro

Weniger ist mehr – sagt Porsche in seiner Presseerklärung zum neuen 911-Modell. Ob das wirklich zutrifft, müssen Kunden bei einer Probefahrt herausfinden. Beim Preis trifft es allerdings schon einmal zu: Die Zuffenhausener verlangen mit 107.553 Euro satte 10.000 mehr für den Carrera T, als ein Basis-Carrera mit gleicher Motorisierung kostet. Das Modell ist ab Januar 2018 lieferbar.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet