Helmut Kohl war zwar nicht der "Autokanzler"; dieses Image pflegte eher dessen Nachfolger Gerhard Schröder aus dem VW-Bundesland Niedersachsen. Trotzdem wurde dem "Wende-Kanzler" sogar ein Auto gewidmet: Als "Helmut Kohl S-Klasse" gelten die Vertreter der Baureihe W 140 (siehe Video und Fotoshow), wobei diese Verknüpfung zwischen Politiker und Auto nicht nur aufgrund der zeitlichen Überscheidung gewählt wurde. Dem W 140 verpasst man ja gerne mal das Attribut "Dickschiff", und Kohl war schließlich alles andere als ein Schmalhans. Zudem verkörperte die damalige S-Klasse eine gewisse Opulenz, die durchaus sinnbildlich stand für das Deutschland zu Kohls Zeiten.

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Bei allen Verdiensten, die er sich mit seinem politischen Wirken erworben hatte: Im Privat- und Berufsleben war der 2017 verstorbene Altkanzler stets streitbar, was wohl der Hauptgrund dafür ist, dass bisher nur in wenigen Städten Helmut-Kohl-Straßen existieren. Mannheim gehört dazu, Dessau und Erfurt ebenso, genau wie Philippsburg und Saarlouis. Irgendwann soll auch in der Hauptstadt Berlin "eine repräsentative Straße beziehungsweise ein Platz nach Helmut Kohl" benannt werden; so steht es jedenfalls im dortigen Koalitionsvertrag der Regierungsparteien CDU und SPD.

Helmut-Kohl-Allee mit bis zu acht Spuren

Ludwigshafen am Rhein, wo Helmut Kohl sowohl geboren wurde als auch verstarb, hat noch keine nach ihm benannte Straße. Doch in der 170.000-Einwohner-Stadt mit der inzwischen parteilosen und bis vor Kurzem der SPD angehörigen Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck wird sich das ebenfalls ändern. Der dortige Stadtrat stimmte mit großer Mehrheit dem Vorhaben zu, eine Helmut-Kohl-Allee zu errichten. Dabei handelt es sich um eine ebenerdige Stadtstraße zwischen der Lorientallee im Westen und der Kurt-Schumacher-Brücke im Osten. Sie soll nach deren Abriss die kaputte Hochstraße Nord ersetzen.

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Kritik entzündet sich weniger an der Namensgebung der neuen Straße, sondern vielmehr an ihren Dimensionen. Die 860 Meter lange Helmut-Kohl-Allee soll bis zu acht Spuren erhalten; die Bauarbeiten werden mindestens bis 2030 andauern. Die Kosten werden auf 527 Millionen Euro geschätzt, wobei sich der Bund (zu 60 Prozent) und das Land Rheinland-Pfalz (zu 25 Prozent) daran beteiligen, da es sich offiziell um eine Bundesstraße mit überregionaler Bedeutung handelt.  © auto motor und sport

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