Wartungen und Reparaturen von Klimaanlagen könnten schon bald an einem Kältemittel-Mangel scheitern. Die EU schränkt die Einfuhr des am meisten genutzten Kältemittels weiter ein. Eine Umrüstung auf ein anderes Mittel ist technisch möglich, rechtlich jedoch problematisch.

Den Autofahrern droht ein heißer Sommer – jedenfalls der Mehrheit, in deren Klimaanlage das Kältemittel mit der Bezeichnung R134a eingesetzt wird. Die EU schränkt die Einfuhr dieses Kältemittels seit 2015 zunehmend ein. Schon 2017 kam es laut einem Bericht des Fachblattes „Kfz-Betrieb“ in vielen Werkstätten zu Engpässen bei der Versorgung mit R134a.

Für 2018 plant die EU eine weitere Reduzierung um fast ein Drittel gegenüber 2017. Und das, obwohl R134a bis einschließlich 2016 bei Neuwagen legal eingefüllt werden durfte. Die Folge: Es kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr zu einem verschärften Engpass beim Kältemittel R134a.

EU will R134a wegen Klimawirkung ablösen

Der Grund für den Ausstieg beim weitverbreiteten Kältemittel ist dessen Wirkung auf das Klima. Laut Experten ist die klimaschädliche Wirkung dieses Mittels 1430-mal so hoch wie jene von CO2. Stattdessen sollen Klimaanlagen zukünftig mit dem als R1234yf bekannten Kältemittel arbeiten. Dem wird keine derart klimaschädigende Wirkung nachgesagt.

Umstieg auf neues Kältemittel problematisch

Der Umstieg auf das neue Kältemittel R1234yf ist im Grunde technisch kein größeres Problem, da die Klimaanlagen den Wechsel des Kältemittels in der Regel ohne Probleme verkraften sollten. Dem steht allerdings ausgerechnet eine Vorschrift der EU entgegen. Laut Richtlinie 2006/40/EG müssen die Autohersteller angeben, mit welchem Kältemittel sie die Klimaanlagen in ihren Fahrzeuge betreiben. Füllen nun die Werkstätten oder Autofahrer ein anderes Kältemittel ein, erlischt die Typgenehmigung für das Auto.

Eine Lösung wäre es, wenn die Autohersteller ihre bisherigen Modellreihen, soweit sie noch auf der Straße anzutreffen sind, für R1234yf homologieren. Die haben daran allerdings kaum Interesse, da eine neue Zulassung für Altfahrzeuge Kosten verursacht, ohne entsprechende Einnahmen zu generieren. Alternativ könnte die EU ihre Einfuhrquoten für R134a dem Bedarf anpassen. Beides wird voraussichtlich nicht passieren.

Zahlen oder schwitzen

Autofahrer können nun hoffen, dass ihre Klimaanlage möglichst dicht hält und ein Ersatz oder Wechsel des Kältemittels so bald nicht erforderlich ist. Sollte doch neues Kältemittel benötigt werden, wird der Austausch wahrscheinlich schwierig – und teuer, denn seit Ende 2016 ziehen die Preise stark an.

Die Alternative ist, einfach das Fenster zu öffnen und die Lüftung aufzudrehen. Das ging früher schließlich auch.  © 1&1 Mail & Media / CF