Das Thema Licht nimmt im Automobilbau auch unter gestalterischen Aspekten immer mehr Raum ein. Neuen Leucht-Stoff bringen textile Lichtsysteme, wie sie von Munda aus Erkrath entwickelt werden.

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Ultra-dünn und ultra-flexibel

Die Bezeichnung "Textiles Lichtsystem" leitet sich vom textilen Material als Lichtleiter ab und nicht vom Einsatzzweck in textilen Endprodukten. Diese Technologie ist durch ihre hohe Flexibilität sehr gut geeignet für die Integration in textile Applikationen. Aber nicht nur – denn durch die einfache Konfektionierbarkeit und die Möglichkeit der sphärischen Verformung ist sie auch in nicht-textilen Produkten einsetzbar. Dies gilt vor allem bei komplizierten Bauraumsituationen, in denen andere Licht-Technologien an ihre Grenzen stoßen. Der Lichtleiter selbst benötigt für seinen gesamten Aufbau keine 5 Millimeter und er lässt sich sphärisch nahezu frei verformen.

Ein besonders für die Automobilindustrie wichtiger Vorteil textiler Lichtsysteme ist die Möglichkeit, diese aufgrund ihrer Flexibilität auch in crashempfindlichen Zonen zu integrieren. Dies erlaubt die Beleuchtung größerer Flächen in Fahrzeugbereichen, die mit anderen Technologien nicht zulässig wäre.

Verwobene Lichtleiter

In ihrem Grundaufbau bestehen textile Lichtsysteme aus einer oder mehreren LED-Lichtquellen und einem textilen Material – einzelne Fasern oder ein Gewebe, das als Lichtleiter dient. Bei einem solchen Gewebe kommen klare Polymer-optische Fasern zum Einsatz, die als Schussfäden mit Kettfäden aus weißem Polyestergarn zu lichtleitenden Fasermatten verwebt werden. Die lichtleitenden Einzelfasern des Gewebes werden zusammengeführt und mit LED-Modulen als Lichtquelle verbunden.

Das Deckmaterial kann dabei aus lichtdurchlässigem Textil oder einem perforierten Obermaterial wie Leder bestehen. Für eine noch stärkere Optik kann die lichtleitende Schicht mit einer Reflektorschicht hinterlegt werden. Das Licht tritt in der Regel an der Seite der Faser oder des Gewebes aus. Aktiviert man die Fasermatte nicht, so tritt das Licht am Ende der Fasermatte aus, um eine Linienbeleuchtung zu realisieren.

Die für die Anwendung von textilen Lichtsystemen entwickelten LED-Module bestehen aus der integrierten LED – Monochrom, Weiß oder RGB – dem LED-Treiber sowie Thermoelementen. Vor der LED ist eine spezielle Mischoptik platziert, die gewährleistet, dass das Licht der LED auf alle polierten Faserenden optimal verteilt wird.

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Munda ist ein 2019 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen des Automobilzulieferers Aunde und des deutschen Licht-Spezialisten Mentor. Der Name des Joint-Ventures leitet sich schlicht aus den Namen beider Partner ab – Mentor und Aunde.  © auto motor und sport

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