Porsche hat eine Beteiligung von zehn Prozent an Rimac übernommen. So will sich der traditionsreiche Sportwagenbauer die Unterstützung des kroatischen Herstellers elektrischer Supersportwagen sichern.

In der Öffentlichkeit kaum bekannt, ist Rimac doch eine Größe, wenn es um kilowattstarke Elektrosportler geht. Zudem produziert das kroatische Unternehmen gefragte Komponenten für die Elektromobilität. Mit der Beteiligung von zehn Prozent will Porsche sein Interesse an einer Entwicklungspartnerschaft bekräftigen.

Pionierarbeit mit spektakulären Sportwagen

Gegründet hat das Unternehmen 2009 der damals 30-jährige Mate Rimac – als Garagenfirma in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Sein durchaus ambitioniertes Ziel schon damals: herausragende elektrisch angetriebene Supersportwagen bauen.

Bereits das 2013 vorgestellte Erstlingswerk „Concept One“ machte Furore. Der 800 kW (1.088 PS) und 1.600 Nm starke Zweisitzer beschleunigt in 2,8 Sekunden auf 100 km/h und gilt als erster elektrischer Supersportwagen überhaupt. Im folgenden Jahr verbesserte Rimac die Leistung auf 900 kW und die Beschleunigung auf 2,5 Sekunden.

Porsche ist von Rimacs Entwicklungen angetan

Mit dem im Rahmen des diesjährigen Genfer Salons vorgestellten Rimac C Two hat der Kroate nachgelegt. Mit einem Elektromotor pro Rad entwickelt der E-Renner 1.408 kW (2.000 PS), beschleunigt in unter 12 Sekunden auf 300 km/h und erreicht trotzdem bis zu 650 Kilometer Reichweite (NEFZ).

Porsche zeigt sich von den Leistungen der inzwischen auf 400 Mitarbeiter angewachsenen Elektroschmiede beeindruckt. „Mit der Entwicklung der rein elektrischen zweisitzigen Supersportwagen wie dem ‚Concept One‘ und ‚C Two‘ sowie innovativer Fahrzeugkomponenten hat Rimac seine Kompetenz im Bereich Elektromobilität eindrucksvoll bewiesen“, sagt Lutz Meschke, Vize-Chef bei Porsche. „Wir streben deshalb eine enge Zusammenarbeit mit Rimac in Form einer Entwicklungspartnerschaft an.“

Rimac will Zulieferer der Autoindustrie werden

Das kommt den Kroaten sehr gelegen. Denn eigene Sportwagen zu bauen, ist langfristig nicht das eigentliche Ziel. „Die Partnerschaft mit Porsche ist ein sehr wichtiger Schritt für Rimac. Unser Ziel ist es, Modul- und Systemlieferant für Automobilhersteller in den Bereichen Elektrifizierung, Konnektivität und Fahrerassistenzsysteme zu sein“, erklärt Mate Rimac.

Rimac betreibt Entwicklungsarbeit bei Fahrzeugelektronik, Elektrobatterien im Hochspannungsbereich, Elektroantrieben, Assistenzsystemen und Infotainment. Unter anderem entwickelte Rimac das Batteriesystem für Aston Martins Hybrid-Supersportwagen „Valkyrie“. Außerdem hat Rimac 2013 mit „Greyp Bikes“ ein Tochterunternehmen für fortschrittliche Elektrofahrräder gegründet.  © 1&1 Mail & Media / CF