(mm/ae) - Die Sensation blieb aus: Schwäbisch Gmünd wird seinen neuen Tunnel nicht nach Bud Spencer benennen. Die Fans des Actionstars können trotzdem jubeln.

Zwar lehnte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause den von tausenden Internet-Nutzern favorisierten Namensvorschlag ab, dafür soll das städtische Freibad bald den Namen von Bud Spencer tragen. Eine Kompromisslösung, die auch der Film-Haudegen selbst begrüßt.

Im Vorfeld der Sitzung hatte eine Facebook-Gruppe für Aufsehen gesorgt, die über 100.000 Bud-Spencer-Fans dazu motivierte, für einen Tunnel mit dem Namen des italienischen Schauspielers zu stimmen. Auf der Webseite der Stadt hatte der Gemeinderat dazu aufgerufen, Namensvorschläge für den Tunnel einzureichen.

Durch die Facebook-Aktion wurde Schwäbisch Gmünd mit einem Mal ungeahntes Interesse zuteil. Oberbürgermeister Richard Arnold freute sich sogar über die kostenlose Werbung für seine Stadt in über 40 Ländern: "Und das beste daran für uns Schwaben - es kostet uns keinen Cent." Als Reaktion auf den Medienrummel hatte die Stadt die Gemeinderatssitzung extra in eine größere Halle verlegt. Auch über das Internet konnte man das Geschehen im Saal live verfolgen.

Die auch im Saal hörbar anwesende Fangemeinde des Bud-Spencer-Tunnels musste ihre Hoffnungen jedoch schnell begraben. In der Debatte favorisierten die Gemeinderäte mehrheitlich eine Kompromisslösung: Nicht der neu gebaute Tunnel sollte nach dem Schauspieler Bud Spencer benannt werden, sondern das Freibad von Schwäbisch Gmünd. Im selbigen hatte der Italiener Carlo Pedersoli, so der bürgerliche Name von Bud Spencer, seinerzeit als Mitglied der italienischen Schwimmmannschaft in den 1950er Jahren an Länderwettkämpfen gegen Deutschland teilgenommen. Ein persönlicher Bezug zum Schwimmbad ist also in der Tat gegeben. Welchen Namen der Tunnel erhalten wird, soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Dass nun das Freibad und nicht der Tunnel den Namen ihres Idols trägt, dürften die Bud-Spencer-Fans verkraften. Denn auch der Italiener selbst favorisiert diese Lösung. In einer Mitteilung des Schauspielers, die der Gmünder Oberbürgermeister verlas, schrieb er, dass der Tunnel besser mit lokalem Bezug benannt werden sollte. Er selbst habe das Freibad in guter Erinnerung.

Mit dem Schwimmbad befindet sich Bud Spencer übrigens in guter Gesellschaft: Auch nach seinem langjährigen Film-Partner Terrence Hill ist bereits ein Freibad benannt: Das "Terrence-Hill-Freibad" im sächsischen Lommatzsch. Der gebürtige Italiener hatte einige Jahre seiner Kindheit in der kleinen Stadt verbracht und ist dort heute Ehrenbürger. Bei der Sanierung im Jahr 1998 spendete Terrence Hill dem Bad eine Riesenrutsche - und seinen Namen.