Man kann es gut finden oder schlecht, aber auf Twitter wird verhältnismäßig wenig Pornografie zensiert, was hochgeladene Medien betrifft. Sucht man aber nach Bildern oder News mit dem Hashtag "bisexual", bleibt dies ergebnislos. Dafür steht der Kurznachrichtendienst jetzt in der Kritik.

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Einigen Twitternutzern war die Diskrepanz aufgefallen, denn sucht man auf der Plattform nach Medien oder News mit den Hashtags "gay" oder "lesbian", bekommt man alle Suchergebnisse angezeigt, im Gegensatz zur Suche nach bisexuellen Inhalten. Klar, dass sich dadurch viele Nutzer diskriminiert fühlen.

Dabei wird nicht nur #bisexual in der Suche herausgefiltert durch Twitter: Auch #butt (also Hintern) oder #boobs (Brüste) und andere eindeutig sexuelle Hashtags werden ergebnislos angezeigt. Auch einige Nutzer mit mehreren Zehntausenden Followern wie der Aktivist und Professor an der City University of New York, Angus Johnston, machten auf die Doppelmoral aufmerksam.

Geschlechtsteile sind erlaubt, Bisexualität aber nicht

Johnston schrieb in einer Serie von Tweets unter anderem: "Man kann also auf Twitter nach Fotos zu den Wörtern ‘Vulva‘, ‘Brust‘ oder ‘Nippel‘ suchen, aber nicht nach ‘Vagina‘, ‘Clitoris‘ oder ‘Penis‘." Damit spricht er vielen Nutzern aus der Seele, die seit Langem Twitters eigenartige Filterpolitik kritisieren.

So sei #bisexual kein direkt oder nur auf Pornografie gerichteter Hashtag, wird aber genauso wie diese blockiert. Dagegen werden aber viele direkt radikale oder nationalistische Hashtags wie etwa #whitepride zugelassen, berichtet die Webseite "Mashable".

Das Thema ist besonders sensibel, weil Bisexuelle in der LGBT-Community oft ausgegrenzt werden – sie sollten sich doch entscheiden, ob sie nun hetero- oder homosexuell seien. Auf das Suchprotokollthema angesprochen, setzte das Support-Team Twitters eine Nachricht ab, in der von einem Fehler gesprochen wird. Man entschuldige sich für den Umstand und an der Lösung werde gearbeitet. (cf)



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