(ncs/ank) - Die Schweiz ist nicht nur die Heimat von Heidi und die Quelle des Rheins, sondern auch ein Paradies für Wanderer. Auf über 10.000 Kilometern schlängeln sich Wanderwege durch Berge und Täler, die mehr zu bieten haben als der Jetset in St. Moritz. Wer sich davon überzeugen will, kann das tun - mit einer virtuellen Errungenschaft für lauffaule Naturfreunde.

Die Bahnstrecke über Albula und Bernina ist eine Meisterleistung, die zurecht die Aufmerksamkeit der UNESCO auf sich zieht: Die Bahngleise, die vorbei am Landwasserviadukt und Kehrtunnels durch die wilde Natur führen, gelten als Welterbe. Das nutzt die Rhätische Bahn für die Umsetzung einer ganz besonderen Idee: Sie hat die Wege entlang der spektakulären Aussichtsstrecke als filmisches Nachschlagewerk festgehalten. In Echtzeit marschiert der User von "Webwandern.ch" als "virtueller Wanderer" von Thusis in der Schweiz nach Torano in Italien.

Zehn Etappen hat der begeisterte Webwanderer zur Auswahl, auf denen er in insgesamt 36 Stunden Graubünden durchqueren kann - während er einfach nur vor dem Computerbildschirm sitzt. Dabei muss er weiter nichts tun, als aufmerksam den Videos zu folgen, die ihn durch die wunderbare Alpenlandschaft führen.

Die Videos erinnern an Googles "Street View" und werden dabei von den authentischen Tönen begleitet, die auf den Straßen von Bergün oder im Wald von Tiefencastel nun mal vorkommen. In HD-Qualität und unterlegt mit gut verständlichem Schwitzerdütsch erfährt der Webwanderer alles, was er über den jeweiligen Teil der Schweiz wissen muss. Über die Videos wird transparent das Höhenprofil der Strecke gelegt, so dass der virtuelle Naturfreund immer genau weiss, wo er sich gerade befindet. Kleine Buttons im Bild weisen zudem auf Sehenswürdigkeiten und Wissenswertes aus der jeweiligen Umgebung hin.

Aber Vorsicht: Längeres Verweilen auf der Website birgt Suchtgefahr! Denn wer sich einmal auf virtuelle Wanderung begeben hat, kann sich darin so verlieren, dass er schier nicht mehr zurück in die Realität findet. Nicht nur wegen der komplexen Wanderstrecken, sondern auch wegen des meditativen Zustands, der sich bereits nach wenigen Minuten Webwandern einstellt.