Über einen kostenfreien WLAN-Hotspot freut sich so ziemlich jeder. Deutschland ist in Sachen Datenvolumen immer noch teures Entwicklungsland, viele Mobilfunkkunden haben nur zwei bis vier Gigabyte mobiles Surfvolumen zur Verfügung. Aber sind die öffentlichen und oft auch kostenlosen Internetzugänge überhaupt sicher?

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Die Gefahr bei der Nutzung öffentlicher WLAN-Hotspots geht teilweise von einfach zu betreibenden Spionage-Apps aus. Das heißt, man muss nicht einmal Hacker sein, um in Hotspots eingeloggte Laptops, Smartphones oder Tablets auszuhorchen. Dabei ist der Schutz der eigenen Geräte und damit auch sensibler Daten in vielen Fällen denkbar einfach.

Updates und Virenscanner sind das A und O

Beim Einloggen mit einem Notebook oder tragbaren Laptop-PC sollte vor allem der übliche Schutz vorhanden sein, ohne den man sowieso nie das Internet nutzen sollte. Das sind zum Beispiel alle aktuellen Updates des Betriebssystems wie Windows oder macOS und der installierten Programme.

Update-Muffel können hier böse ins Messer laufen, denn durch die Aktualisierung des Betriebssystems werden vor allem immer wieder offene Sicherheitslücken geschlossen.

Nutzt etwa ein Virus ein vorhandenes Windows-Schlupfloch und wird von Microsoft erkannt, dauert es nicht lange, bis das entsprechende offizielle Update dieses Schlupfloch schließt.

Aber gerade Internetbrowser wie Firefox oder Chrome sollten immer auf dem aktuellsten Stand sein, da sie die erste Anlaufstelle für Angriffe aus dem Netz sind.

Besonders verschlüsselter Datenverkehr dank VPN-Kanal

Außerdem sollte immer ein Virenscanner installiert sein. Hier tut es auch ein kostenloses Programm wie etwa Avira Antivirus, das ebenfalls auf dem neusten Stand sein sollte.

Dies entdeckt im Normalfall Schadsoftware, die über den WLAN-Hotspot oder infizierte E-Mails und Dateien geschleust werden könnte. Die Installation ist einfach und schnell erledigt, der Schutz ist aber essentiell.

Besondere Sicherheit verspricht ein VPN-Kanal. VPN steht für Virtuelles Privates Netzwerk. Dieses kann mit einem unterirdischen Panzertunnel verglichen werden, der zum Arbeits- oder dem eigenen Heimnetzwerk führt, und durch den die gesendeten und empfangenen Daten stärker geschützt sind.

Die so verschlüsselten Daten sind kaum zu knacken, daher ist VPN bei Hotspots erste Wahl. Inzwischen gibt es sogar Browser-Erweiterungen, etwa Hotspot Shield, die auf allen gängigen stationären wie auch mobilen Betriebssystemen laufen. Der Browser Opera hat sogar bereits ein VPN-Tool integriert.

Bewusstes Surfen schützt vor Diebstahl sensibler Daten

Auch für Smartphones und andere mobile Geräte wie Tablets, mit denen kostenlose WLAN-Hotspots am häufigsten angesteuert werden, gibt es Schutz-Apps. Die Experten von Chip.de stellten sogar fest, dass kostenlose Varianten hier den besten Schutz liefern.

Sie empfehlen etwa Antiy AVL oder Sophos Free Antivirus and Security für das Android-System. Aber auch bei anderen Anbietern gilt: Im offiziellen App-Store gibt es einige Anwendungen, mit denen sich auch das Handy schützen lässt.

Allerdings sollte beachtet werden, dass viele Hotspots VPN-Technik oder andere Verschlüsselungen nicht zulassen. In einem solchen Fall gilt: Umso weniger Log-In-Webseiten verwendet werden, desto besser.

Ohne Schutz empfiehlt es sich zum Beispiel nicht, an einem öffentlichen Hotspot einfach das Online-Banking zu nutzen. Sensible Daten wie PIN-Nummern sollten während der Hotspot-Nutzung nur im absoluten Notfall eingegeben werden.

Passwortgeschützter Hotspot nicht immer sicherer

In vielen Cafés oder Restaurants ist der WLAN-Zugang zumindest mit einem Passwort geschützt. Das suggeriert zwar Sicherheit, aber Vorsicht: Alle anderen Nutzer im selben WLAN können mit dem passenden Knowhow immer noch den ungeschützten Datenverkehr ausspionieren, etwa mit sogenannten Wireless-Netzwerksniffern.

Damit können Unbefugte beispielsweise sehen, welche Internetadressen von einem Gerät besucht wurden und sogar den Inhalt der Messenger-Nachrichten lesen.

Ein wichtiger Schritt, der zudem oft vergessen wird, ist das Trennen der WLAN-Verbindung, wenn sie nicht mehr benötigt wird. So stellt sich manchmal vielleicht eine WLAN-Hotspot-Internetverbindung als besonders langsam heraus und das Smartphone wird genervt wieder weggepackt – ohne die WLAN-Funktion wieder zu deaktivieren.

Ein wichtiger Sicherheitstipp in öffentlichen Netzwerken ist daher: mit wachem Geist surfen. Kappen Sie zudem ungenutzte Verbindungen, geben Sie keine sensiblen Daten ein und aktivieren Sie Schutzsoftware! Ein öffentlicher Hotspot ist nicht das heimische Wohnzimmer: Wenn man sich dessen erst einmal bewusst wird und entsprechend sein Surfverhalten anpasst, ist schon ein großes Stück Sicherheit dazugewonnen.  © 1&1 Mail & Media / CF

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