Von Hatha Yoga, Power Yoga und Hot Yoga haben Sie wahrscheinlich schon einmal gehört. Aber was sind SUP, DDP und TRX Yoga? Hier finden Sie einen Überblick über Yoga-Stile, die Sie sich einmal genauer ansehen sollten.

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Yoga ist in Indien eine jahrhundertealte Tradition des Hinduismus, die seitdem ständig weiterentwickelt wurde. Ursprünglich war Yoga dazu gedacht, Philosophie mit geistigen und körperlichen Übungen zu verbinden.

Auch heute noch hat jeder Lehrer seine eigene Philosophie, welche Schwerpunkte er durch seinen Yoga-Stil vermitteln will. Dadurch haben sich die unterschiedlichen Formen gebildet: Die einen legen den Fokus auf die Entspannung, andere auf die Meditation, wieder andere auf die Kräftigung der Muskulatur.

Während die Geschichte des Yoga in Indien von einer starken spirituellen Komponente geprägt ist, macht sich die westliche Welt gerne die Wirkung auf den Körper zunutze. In den letzten Jahrzehnten hat sich in den USA geradezu ein Yoga-Boom entwickelt, der sich auf der ganzen Welt ausgebreitet hat.

Geübt wird in Studios und zu Hause. Mit dem Ziel, eine bessere Fitness zu erlangen, Stress abzubauen oder Achtsamkeit zu üben. Seit Meditation zur Stressbewältigung sogar wissenschaftlich belegt ist, lassen sich immer mehr Menschen auf die östliche Lehre ein.

Ob anstrengend oder entspannend, die Wirkung der Asanas ist nach der Yoga-Stunde bereits spürbar und hält bei regelmäßiger Praxis auch dauerhaft an. Denn Yoga

  • fördert die Durchblutung
  • gibt mehr Energie
  • hilft gegen Schlafprobleme
  • stärkt das Immunsystem
  • stärkt die Muskulatur
  • dehnt Muskeln und Faszien
  • reduziert Stress und Anspannung
  • stärkt die Konzentrationsfähigkeit
  • macht auf Dauer glücklicher und zufriedener

Bei der Vielfalt an Yoga-Arten kann jeder für seine Bedürfnisse die richtige finden. Ob Anfänger oder fortgeschrittener Yogi: Beim Ausprobieren verschiedener Stile und Stunden lässt sich feststellen, welcher Yoga-Weg einem am meisten zusagt.

Hier ein kleiner Wegweiser durch Yoga-Arten, die (noch) nicht in aller Munde sind, aber durchaus Beachtung verdienen:

Yoga-Arten im Vergleich

Kriya Yoga

Kriya Yoga heißt übersetzt "Yoga der Tat" und ist eine jahrtausendealte traditionelle Yoga-Form, deren Ziel die Selbstverwirklichung ist. Durch die Übungen soll Energie erweckt werden, um Harmonie und Wohlbefinden herzustellen.

Fortgeschrittene Meditationsmethoden und Atemtechniken werden vom Meister an den Schüler weitergegeben. Anders als bei den meisten anderen Yoga-Arten werden keine körperlich fordernden Positionen geübt, deshalb eignet sich Kriya Yoga für Anfänger und ältere Menschen.

Sivananda Yoga

Sivananda Yoga ist laut Definition ein ganzheitliches Yoga. Ziel des Sivananda Yoga ist körperliche und geistige Gesundheit. Die Asanas sind Teil eines ganzheitlichen Ansatzes, die dazu eingesetzt werden, Blockaden zu lösen und Körper, Geist und Seele zurück ins Gleichgewicht zu bringen.

Meist wird die sogenannte "Rishikesh-Reihe" gelehrt. Eine Sivananda-Stunde umfasst neben der Abfolge an körperlichen Übungen auch Atemübungen, Meditation, Mantra-Singen und Entspannung. Die Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle und ist Teil des ganzheitlichen Konzepts.

Für Anfänger ist der Stil gut geeignet, allerdings kann der spirituelle Ansatz anfangs ein wenig befremdlich wirken. Auch während der Schwangerschaft ist Sivananda Yoga empfehlenswert. Hierfür werden meist extra Kurse angeboten.

DDP Yoga

DDP Yoga gehört zu den Power-Yoga-Arten, deren Ziel die körperliche Fitness und die Verletzungsprävention ist. Entwickelt wurde der Stil von Diamond Dallas Page, der während seiner Karriere als Wrestler unter zahlreichen Verletzungen gelitten hat, die er durch Yoga kurieren wollte.

In erster Linie soll DDP Sportlern helfen, zahlreiche Erfahrungen belegen jedoch auch einen Effekt bei der Gewichtsreduktion. DDP erfreut sich in Fitness-Kreisen als gelenkschonendes Cardio-Workout großer Beliebtheit. Das Wrestler-Yoga-Workout ist auf DVD und per App erhältlich.

Face Yoga

Face Yoga gilt als Anti-Aging-Übung gegen Falten. Das regelmäßige Üben spezieller Grimassen und die Massage mancher Gesichtspartien fördert die Durchblutung und trainiert die Gesichtsmuskulatur.

Kein Yoga-Stil, sondern eine Schminktechnik ist übrigens Yoga Skin. Hierbei soll das Gesicht durch Make-up den gesunden, rosigen Teint erhalten, den man nach einer Yoga-Stunde hat.

Anleitungen und Tipps für das strahlende Yoga-Face finden sich in Zeitschriften und im Internet - oder Sie besuchen lieber direkt eine Yoga-Stunde und setzen auf den natürlichen Yoga-Glow.

SUP Yoga

Im Sommer sind Stand Up Paddles von den Seen nicht mehr wegzudenken. Genau diesen Trend macht sich SUP Yoga - abgekürzt für Stand Up Paddle Yoga - zunutze, denn die Yoga-Praxis auf dem wackelnden Board ist eine Herausforderung für sich.

Nicht zu vergessen der Spaß, den das Üben auf dem Wasser macht. Als Kleidung reicht an warmen Sommertagen ein Badeanzug, Shorts oder ein Bikini, schließlich besteht immer die Gefahr, ins Wasser zu fallen. Alternativ eignen sich auch schnelltrocknende Surfleggins.

Statt auf der Yogamatte wird auf dem SUP-Yoga-Board geübt. Das permanente Ausgleichen der Wasserbewegungen trainiert das Gleichgewicht und die Tiefenmuskulatur. Wer einen Kurs mitmacht, kann sich das Brett ausleihen. Für Fortgeschrittene gibt es im Fachhandel SUP-Yoga-Boards zu kaufen.

Luna Yoga

Luna Yoga ist laut Definition Körperkunst und Heilweise in einem. Gegründet wurde die Methode, die sich mit den besonderen Bedürfnissen des weiblichen Körpers befasst, von Adelheid Ohlig.

Die Übungen bestehen aus sanften Spürübungen, kraftvollen Dehnübungen und ausgleichenden Atemübungen, die den weiblichen Zyklus harmonisieren. Luna Yoga soll eine positive Wirkung bei Kinderwunsch, während der Schwangerschaft und bei Beschwerden in den Wechseljahren haben.

Auch Unterleibserkrankungen wie Myome und Endometriose sollen so gelindert werden.

Chakra Yoga

Im Chakra Yoga werden die sieben Chakren stimuliert. In der yogischen Lehre sind diese Energiepunkte, die den Körper vom Wurzelchakra bis zum Kronenchakra durchziehen, oft blockiert und können dadurch Schmerzen und Erkrankungen auslösen.

Durch die Yoga-Praxis wird diese Blockade gelöst und der Energiefluss angeregt. Die Grundlagen sind Asanas und Meditation aus dem Hatha und Kundalini Yoga.

So geht der Sonnengruß im Yoga

Der Sonnengruß ist im Yoga eine beliebte Übung. So können Sie ihn Schritt für Schritt lernen.

Bhakti Yoga

Bhakti Yoga wird im Hinduismus als "Yoga der Liebe und Hingabe" bezeichnet. Liebe und Hingabe zu Gott, zur Natur und zu allen Lebewesen ist das höchste Ziel der Yoga-Praxis, ebenso wie Dankbarkeit für das Leben und für alles, was die Natur zu bieten hat.

Der Weg dorthin führt über neun Praktiken, zu denen unter anderem Hören, Singen und Verneigen zählen.

Finger Yoga

Die wohl einfachste Form von Yoga ist das Mudra Yoga. Denn Mudras sind Gesten der Hände, die im Yoga angewendet werden, um Verspannungen zu lösen und Energien zum Fließen zu bringen.

Die bekannteste Position der Finger ist die Gyan Mudra, bei der Daumen und Zeigefinger einen Kreis bilden. Diese Mudra wird oft bei der Meditation im Lotus angewendet, da sie den Geist entspannen und innere Ruhe sowie Frieden schenken soll.

Es gibt eine Vielzahl an Mudras, die eine heilende Wirkung haben und sogar unterwegs geübt werden können.

Jnana Yoga

Jnana Yoga bedeutet soviel wie "Yoga des Wissens" und ist ein spiritueller Stil, der sich in vier Phasen unterteilt: Unterricht (Shravana), Reflexion (Manana), Meditation (Nididhyasana) und Verwirklichung (Anubhava).

Ziel ist es, durch Asanas, Meditation und das Studium philosophischer Schriften, wie der Bhagavad Gita, mehr über sich selbst zu erfahren und zu tiefer Erkenntnis zu gelangen.

Zen Yoga

Zen Yoga ist eine ganzheitliche Methode, die Elemente der Zen-Gymnastik, des Qi Gong und Asanas aus dem Yoga kombiniert. Neben den körperlichen Übungen wird großer Wert auf die Atmung gelegt, die im langsamen Fluss der dynamischen Abfolgen ausgeführt wird.

Zen Yoga fördert die Konzentration auf den Moment, die durch eine Zen Meditation noch vertieft werden kann.

TRX Yoga

Dieser sportliche Yoga-Stil wird mit TRX-Schlingen als Hilfsmittel ausgeführt und soll die eigene Yogatechnik verbessern. Manche Übungen können intensiviert werden, bei anderen halten die Schlingen einen Teil des Körpergewichts, was das Üben erleichtert.

Das TRX-Yoga-Workout hilft beim Abnehmen und strafft den Körper. In vielen Kursen werden die Asanas im Flow ausgeführt, um den Workout-Effekt zu verstärken.

Chi Yoga

Chi steht für die Lebensenergie aus der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin), die durch den Flow im Chi Yoga zum Fließen gebracht werden soll. Die Basis sind Asanas aus dem traditionellen indischen Hatha Yoga, die an die Bedürfnisse des modernen Menschen angepasst sind.

Sie werden rhythmisch ausgeführt, um die Energie in den Meridianen am Laufen zu halten. Atmung, Konzentration und Bewegung sind harmonisch aufeinander abgestimmt.

Verwendete Quellen:

  • Kriya-Yoga Center: "Was ist Kriya-Yoga?"
  • Sivananda Yoga Europe: "Sivananda Yoga – ein Weg zu körperlicher und geistiger Gesundheit"
  • Transatlatic Fitness: "Über TRX YOGA"
  • ChiYoga: "Was sind die grundlegenden Elemente von ChiYoga?"
  • Yoga Vidya: "Yoga Zen"
  • Yoga Easy: "Die 4 großen Yogawege: Von Bhakti bis Karma Yoga"
  • Chakren.ne: "Chakra Yoga"
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