Günstig oder teuer, konventionelle oder Naturkosmetik - das Angebot an Sonnencremes ist riesig. Doch welche Produkte überzeugen und welchen Lichtschutzfaktor muss eine Creme haben? Das Magazin "Öko"-Test hat dafür mehr als zwei Dutzend Produkte unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überrascht.

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Teuer ist nicht immer besser. Das gilt auch für Sonnencreme. Guten Schutz gibt es bereits zu kleinen Preisen bei Aldi und im Drogeriemarkt dm. Das hat die Zeitschrift "Öko-Test" (6/2018) herausgefunden.

Untersucht wurden 27 Sonnencremes - mit einem überraschenden Ergebnis. Insgesamt 20 Sonnenschutzmittel schnitten "sehr gut" oder "gut" ab. Vor allem preiswerte Marken von Aldi und dm überzeugten die Tester.

Alle Produkte wurden auf umstrittene Konservierungsstoffe sowie auf problematische Duftstoffe getestet.

Zudem wurden bedenkliche UV-Filter in den Cremes untersucht. Unter den Testsiegern waren aber nicht nur konventionelle Marken-, sondern auch Naturkosmetik-Produkte und Discounter-Sonnencremes.

UV-Filter ausschlaggebend für Ergebnis

Negativ bewerteten die Tester Produkte, die chemische UV-Filter oder Duftstoffe enthalten. Diese Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, Allergien und Hautreizungen auszulösen. Vor allem UV-Filter mit hormoneller Wirkung kritisierten die Tester.

In zertifizierten Naturprodukten sind chemische UV-Filter allerdings verboten. Stattdessen enthalten sie Titandioxid. Dieses weiße Pigment reflektiert die Sonnenstrahlen.

Derzeit wird noch diskutiert, ob dieser Stoff gesundheitlich bedenklich ist.

Naturprodukte mit guten Noten

Vier von fünf getestete Naturprodukte wurden mit der Note "sehr gut" bewertet. Darunter befanden sich Produkte der Marken Alverde, Eco Cosmetics, Lavera Sun sowie Weleda Edelweiss.

Gewinner und Verlierer des Sonnencreme-Tests

Zu den Gesamt-Testsiegern gehörten Annemarie Börlind und Ombra Sun von Aldi Süd.
Ein teures Markenprodukt fiel durch. Die Lancaster Sun Beauty Velvet Milk für stolze 15 Euro wurde mit "ungenügend" bewertet.

Den kompletten Test finden Sie hier

Sonnenschutz und Hauttypen

Wer sich mit Sonnencreme schützen will, sollte beachten: Je höher der Lichtschutzfaktor, desto besser. Wichtig ist auch, genügend Sonnencreme aufzutragen.

"Für ausreichenden Schutz braucht die Haut rund zwei Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut", erklärt der Münchner Hautarzt Christoph Liebich vom Berufsverband Deutscher Dermatologen.

Bei einem ausgewachsenen Mann sind das mindestens 25 Gramm. "Trägt man zu wenig auf, wird aus einem Lichtschutzfaktor 50 ganz schnell ein Faktor 20."

Alle drei Stunden muss die Creme neu aufgetragen werden. "Auch wenn draufsteht, dass sie wasserfest ist."

Manch einer verzichtet lieber auf einen hohen Lichtschutzfaktor, weil er gern braun werden möchte. "Bräune muss man aber eigentlich als Hautkrankheit betrachten", stellt Liebich klar.

Jeder sollte sich bewusst machen, dass UV-Licht die Haut nicht nur schneller altern lässt, sondern auch Hautkrebs verursachen kann.

Tipps bei Sonnenbrand

Wer seine Haut dennoch verbrannt hat, kann zu Hausmitteln greifen. Kühlend und schmerzlindernd wirken auch Umschläge mit Quark oder Joghurt.

Ist dieser Sonnenbrand sehr unangenehm, hilft der Wirkstoff Acetylsalicylsäure - kurz ASS. "Sonnenbrand ist letztlich eine Entzündung. (...) Der Schaden ist aber trotzdem da", warnt Liebich. Lediglich die Schmerzen lassen sich eindämmen.

(dpa/dag/fab)

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