Übergewicht ist schlecht für die Gesundheit, das ist bekannt. Noch gefährlicher für die eigene Gesundheit ist aber anhaltende Einsamkeit. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle US-Studie.

Die Forschungsergebnisse der Psychologin Julianne Holt-Lunstadt und ihres Teams von der Brigham Young University wurden in Washington vorgestellt.

Thema: Chronische Einsamkeit und soziale Isolation in den USA und ihre gesundheitlichen Folgen. Das Ergebnis: Amerikaner werden immer einsamer und schlechter sozial angebunden.

Demnach ist die Einsamkeit besonders ausgeprägt bei unverheirateten und ärmeren US-Bürgern. Rund 43 Millionen Amerikaner, die älter als 45 sind, seien demnach einsam – das entspreche rund 35 Prozent der dortigen Bevölkerung.

Dauerhafte Einsamkeit führt zu erhöhter Todesgefahr

Aufgrund der Umfrage ermittelten die Forscher auch die gesundheitlichen Konsequenzen der chronischen Einsamkeit. Wer sein "fundamentales menschliches Bedürfnis" der sozialen Eingebundenheit befriedigt sah, hatte eine statistisch 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes zu sterben.

Die Forscher führen unter anderem Babys in Heimen und isolierte Häftlinge in Einzelhaft als Beispiele an, die belegen sollen: Dauerhafte Einsamkeit führt zu erhöhter Todesgefahr. Diese sei sogar ausgeprägter als bei Fettleibigkeit. Wer einige Pfunde zu viel drauf hat, dabei aber in einem liebevollen sozialen Umfeld lebt, habe eine höhere Lebenserwartung.

Die gesundheitlichen Hauptprobleme der Amerikaner seien derweil dennoch die grassierende Fettleibigkeit sowie der hohe Drogenkonsum. Nun gehört laut den Forschern auch die Einsamkeit dazu. 70 Studien wurden ausgewertet, bevor man zu diesem Ergebnis kam.

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen. Einige Psychologen argumentieren etwa, dass sowohl Single-Dasein als auch ein selbstbestimmtes Leben alleine nicht automatisch zu Unglück und damit erhöhtem Sterberisiko führen müssen. (cf)  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet