Tiefkühlen ist eine praktische und durchaus gesunde Sache, sofern man die wichtigsten Regeln beachtet. Doch um diese ranken sich zahlreiche Mythen. Anlässlich des "National Frozen Food Day" räumen wir mit den häufigsten Irrtümern rund ums Einfrieren auf.

  • Soviel Obst und Gemüse sollten Sie am Tag essen
  • Einfrieren ist besser als wegwerfen
  • Auf die Verpackung für das jeweiligen Lebensmittel achten

Einfrieren hat viele Vorteile. Man verfügt immer über einen Vorrat und die oft üppigen Reste der letzten Mahlzeit müssen nicht weggeworfen werden. Oft spart die Möglichkeit, saisonal verfügbare Lebensmittel einzufrieren, schon beim Einkauf bares Geld. Allerdings sollte man wissen, wie man mit Gefriergut umgeht, um die Vitamine zu erhalten und die Bildung gefährlicher Keime auszuschließen.

Darf man mehrfach einfrieren?

Ja, man darf. Oder wie es das Deutsche Tiefkühlinstitut formuliert: "Es ist grundsätzlich möglich." Und das gilt sowohl für gekaufte Tiefkühlkost, die aufgetaut und nicht verbraucht wurde, als auch für Gerichte, die mit aufgetauten Zutaten gegart wurden. Besser wird die Qualität mit dem erneuten Einfrieren natürlich nicht, denn es gehen wertvolle Nährstoffe verloren. Aber zum Wegwerfen ist es die bessere Alternative.

Generell gilt: Je kürzer die Zeit bis zum erneuten Einfrieren und je kühler die Temperaturen in der Zwischenzeit sind, desto besser, da sich weniger Keime bilden können und mehr Vitamine erhalten bleiben. Aufgetautes Fleisch und aufgetauter Fisch, die länger als zwei Stunden nicht im Kühlschrank waren, sollten sicherheitshalber nicht mehr gegessen und auch nicht erneut eingefroren werden.

Wie verarbeitet man Tiefkühlkost richtig?

Viele tiefgekühlte Produkte, die nicht roh verzehrt werden, können direkt im gefrorenen Zustand weiterverarbeitet werden. Das trifft in erster Linie auf gekaufte Tiefkühlprodukte und auf Gemüse zu, wobei die Zubereitungsempfehlungen der Hersteller genau zu beachten sind.

Gemüse wird idealerweise in wenig Wasser oder Fett kurz und heiß gegart oder direkt in die heiße Brühe gegeben. Brötchen, Pizza und Pommes kommen tiefgefroren in den heißen Backofen.

Große Stücke Fleisch, Fisch und Geflügel müssen grundsätzlich vor ihrer Verwendung schonend aufgetaut werden. Dazu werden sie aus der Verpackung genommen und auf einem Teller oder in einer Schüssel abgedeckt langsam im Kühlschrank aufgetaut. Die Auftauflüssigkeit wird weggegossen. Torten und frisches Obst tauen ebenfalls am besten abgedeckt im Kühlschrank auf. Zimmertemperatur verkürzt zwar die Auftauzeit, erhöht aber die Gefahr der Keimbildung.

Was sollte man nicht einfrieren?

Bevor man Essen wegwerfen muss, weil man es nicht verbrauchen kann, lohnt der Versuch mit dem Einfrieren generell. Bei Käse verändert sich dadurch oftmals die Konsistenz, weshalb er sich nach dem Einfrieren meist nur noch zum Überbacken oder für eine Soße eignet. Wird er vorher gerieben, ist die Verwendung und Portionierung am einfachsten.

Sehr wasserreiche Produkte verlieren besonders stark durch Einfrieren. Das trifft insbesondere auf Salat, Tomaten, Gurken und rohe Kartoffeln zu. Rohe Eier mit Schale platzen beim Einfrieren, können aber aufgeschlagen in Dosen eingefroren werden. Sie sind später ausschließlich gegart zu verwenden. Bereits gekochte Eier, die eingefroren werden, verändern ihre Konsistenz sehr zum Nachteil, ebenso wie Joghurt und Sahne.

Brauche ich teure Gefriertüten?

Die Gefahr des Gefrierbrandes ist nicht nur ein durch Werbung inszenierter Mythos. Die hässlichen grauen Stellen, die durch das Austrocknen an undichten Stellen oder Rändern von Gefriergut entstehen, machen die Konsistenz vor allem von Fleisch und Wurstvorräten zunichte. Betrifft der Gefrierbrand nur wenige Stellen, kann man diese einfach wegschneiden und den Rest normal weiterverwenden.

Schuld am Gefrierbrand ist die Luft, die beim Einfrieren in der Verpackung verbleibt. Deshalb sollte man bei Tüten die überschüssige Luft von Hand auspressen, das Gefriergut vakuumieren oder möglichst kleine Behälter zum Einfrieren benutzen. Bei Tüten oder Alufolie auf den Hinweis des Hersteller "gefriergeeignet" achten.

Salziges und Säurehaltiges - wie zum Beispiel Obstkuchen - sollte nicht in Alufolie verpackt werden. Auch die Plastikpackungen, in die der Handel Frischfleisch und Wurst einschweißt, eignen sich nicht zum Einfrieren und werden besser durch geeignete Gefriertüten oder -dosen ersetzt.

Wie friert man richtig ein?

Schnell einfrieren und langsam auftauen heißen die grundsätzlichen Regeln für Tiefkühlkost. Wer selber einfrieren will, nutzt, so verfügbar, am besten die Schockfrost-Funktion des heimischen Tiefkühlers, die je nach Gerät vorübergehend auf minus 24 bis minus 35 Grad herunterkühlt.

Die längste Haltbarkeit ist dauerhaft bei minus 18 Grad und darunter gegeben. Um diese Kerntemperatur so schnell wie möglich zu erreichen, werden die Speisen in flachen Gefäßen oder Tüten nebeneinander in den Tiefkühler gegeben. Grundsätzlich sollte nicht zu viel auf einmal eingefroren werden. Gekochte Speisen sollten vor dem Einfrieren bereits abgekühlt sein.

Wer Konsistenz und Farbe erhalten will, muss das Gemüse vorher blanchieren, also in heißem Wasser kurz überbrühen und sofort mit eiskaltem Wasser abschrecken. Damit bleiben Bohnen, Brokkoli & Zucchini schön grün. Ohnehin empfiehlt sich bei Gemüse vor dem Einfrieren bereits das Säubern, Putzen und Portionieren. Dann kann es später direkt im gefrorenen Zustand gegart werden.

Auch geräucherten Fisch kann man einfrieren und vorsichtig wieder auftauen. Reste von gekochten Nudeln, Kartoffeln oder Reis können mit Soße eingefroren und später mit etwas Wasser oder in Brühe wieder erwärmt werden. Gegarte Nudeln und Reis, die eingefroren wurden, können mit einem kurzen Bad in heißem Wasser wiederbelebt werden.

Butter und Quark können in gefriergeeigneter Verpackung völlig problemlos eingefroren und aufgetaut werden. Wer Brot übrig hat oder auf Vorrat kauft, kann es entweder komplett oder gleich in Scheiben einfrieren. Versetzt in Tüten oder Dosen eingeschichtet lassen sich die gefrorenen Scheiben später einzeln gut entnehmen und zum Beispiel direkt im Toaster auftauen.

Wie lange hält sich Tiefkühlkost?

Am schnellsten verderben im herkömmlichen Tiefkühler gekochte Speisen, fettes rohes Fleisch, Wurst und Backwaren. Spätestens nach zwei bis drei Monaten sollten diese Produkte gut durchgegart verbraucht werden.

Auffällige Verfärbungen, Flecken und unangenehme Gerüche sind ernstzunehmende Hinweise auf mögliche Unterbrechungen der Kühlkette während der Lagerung oder des Transports, wenn es sich um gekaufte Tiefkühlkost handelt. Solche Produkte sollten aus Vorsichtsgründen nicht mehr verzehrt werden.

Generell gilt, dass Tiefkühlkost nach zwölf Monaten überfällig ist. Vitamine beginnen nach sechs Monaten zu zerfallen.

Gefrierfächer in Kühlschränken sind wie Gefrierschränke mit Sternen gekennzeichnet. Drei Sterne sollte ein Tiefkühler mindestens haben, um Speisen über längere Zeit haltbar zu machen. In Einsterne-Fächern halten gefrorene Speisen nur eine Woche, in Zweisternefächer zwei Wochen. Danach gilt eine Haltbarkeit zwischen drei und zwölf Monaten, abhängig von den Speisen.

Wann muss ich den Tiefkühler abtauen?

Ist die Eisschicht auf mehr als einen Zentimeter angewachsen, wird es höchste Zeit, den Tiefkühler abzutauen. Schafft man es nicht, alle Vorräte aufzubrauchen, wird der Inhalt vorab auf tiefere Temperaturen abgekühlt und kommt während des Abtauens in eine Kühltasche oder in kalten Winter-Monaten ins Freie.

Zum schnellen Abtauen empfehlen Experten die Salz-Methode, wo bei abgeschaltetem Gerät und offenen Türen Salz auf die Eisschichten gestreut wird. Das Beschleunigen des Abtauens durch Töpfe mit heißem Wasser oder Heißluftzufuhr gefährdet dagegen die Funktion des Tiefkühlers. Die Temperaturunterschiede sind dabei zu hoch.