München (jfi/dpa) - Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, will Eltern von jugendlichen Komasäufern an den Krankenhauskosten beteiligen.

Spahn sagte der "Bild"-Zeitung: "Die stark steigende Zahl von jugendlichen Komasäufern ist erschreckend. Jede Notaufnahme kostet viel Geld, daher sollten die Eltern der Kinder einen großen Teil der Behandlungskosten tragen müssen." Die Eltern würden ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen, wenn sich "12- oder 13-Jährige ungestört ins Koma saufen können", sagte Spahn weiter.

Immer mehr Jugendliche in Deutschland nehmen deutlich mehr Alkohol zu sich als sie vertragen. So trinkt sich inzwischen jeder zweite 15-Jährige regelmäßig einen Rausch an, wie eine Studie der DAK und der Universität Lüneburg ans Licht brachte. Zehn Prozent der 12-Jährigen gaben in der Umfrage an, mindestens wöchentlich Alkohol zu trinken. Alkohol gehöre bei vielen jungen Schülern schon zum Alltag, sagte Cornelius Erbe, Mitglied der Geschäftsleitung der DAK.

Die langfristigen Folgen eines früh antrainierten sorglosen Umgangs mit Alkohol sind dramatisch: Britische Forscher haben jüngst herausgefunden, dass Alkohol die gefährlichste Droge ist, was die Folgen für das soziale Umfeld angeht. So habe Alkohol eine besonders zerstörerische Wirkung auf Familien, verursache die höchsten Kosten für das Gesundheits- und Sozialwesen und führe zu gewalttätigem Verhalten gegen sich und andere.

Harte Drogen wie Heroin oder Crack seien zwar die für Einzelne gefährlichsten Drogen, schon Ecstasy und LSD schätzen die Forscher jedoch als deutlich weniger gefährlich ein. Die Gesamt-Schädlichkeit von Alkohol sei zehnmal so hoch wie die von LSD. Die Untersuchung wurde vom britischen Zentrum für Kriminalitäts- und Justizstudien in Auftrag gegeben und ist jetzt in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlicht worden.