Döner-Liebhaber müssen zittern: Das EU-Parlament bringt mit einem Vorhaben die Lieblingsspeise vieler Menschen in Gefahr.

Der Döner gilt als Lieblingsspeise vieler Deutscher, er ist schnell gemacht, einigermaßen günstig und lecker. Besonders gesund ist er jedoch nicht. Deshalb droht der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments, dem Dönerspieß den Garaus zu machen.

Schuld an dem Debakel ist die chemische Verbindung Phosphat. Phosphate werden vielen Lebensmitteln als Stabilisatoren zugesetzt. Im Dönerspieß sorgt es dafür, dass das Fleisch nicht austrocknet und von der Stange fällt. Ohne Phosphat also kein Döner.

Gesundheitliche Folgen

Natürliches Phosphat ist für den Menschen wichtig, es ist die Grundsubstanz von Zähnen, Knochen und sehr wichtig für die Muskelbewegung.

Über die Nahrung nehmen wir viel natürliches Phosphat auf. Was nicht gebraucht wird, scheidet der Körper unverdaut aus.

Künstlich zugesetztes Phosphat wird aber fast vollständig aufgenommen - das birgt gewisse Gefahren für die Gesundheit, wie viele Studien zeigen.

Die amerikanische Studie "National Health and Nutrition Examination Survey" bringt ab einer Einnahme von über 1.400 mg Phosphat mit einer höheren Gesamtsterblichkeit in Zusammenhang. Der Stoff soll laut einer anderen Studie auch für ein höheres Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sorgen.

Man kann laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) jedoch noch keine abschließenden Aussagen über diese Zusammenhänge und die Wirkung von Phosphat treffen.

Todesstoß für Dönerindustrie?

Nach geltendem EU-Recht ist der Zusatz von Phosphat in Frischfleisch-Dönerspießen erlaubt. Die EU-Kommission wollte eine Gesetzeslücke schließen und das auch für tiefgefrorenes Dönerfleisch erlauben.

Dagegen sperrt sich nun der Gesundheitsausschuss auf Initiative von Sozialisten und Grünen. Er weist auf die gesundheitlichen Gefahren von künstlich zugesetztem Phosphat hin.

Kenan Koyuncu, Vorsitzender des Bundesverbandes der Döner- und Drehspießhersteller Deutschlands sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Sofern sich der Einspruch des Europäischen Parlaments durchsetzt, wäre dies das Todesurteil für die gesamte Dönerindustrie in der Europäischen Union."

Andere Abgeordnete halten von dem Vorstoß wenig. Die christdemokratische Abgeordnete Renate Sommer meint, die Unterstellung ist "lächerlich und dient wohl eher der Panikmache".


Ein Döner enthalte gerade einmal 134 mg Phosphat. Erlaubt sind nach der EFSA bis zu 4.200 mg Phosphat pro Tag.

Im Dezember soll über den Vorschlag der EU-Kommission, Phosphat in tiefgefrorenem Dönerspieß zu erlauben, abgestimmt werden. Stimmt eine Mehrheit dagegen, muss die EU-Kommission einen neuen Vorschlag einbringen.

Die EFSA will bis Ende 2018 die potenziellen Gefahren von Phosphatzusätzen in Lebensmitteln neu evaluieren.

(mh)

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